16 Der Wald der Finsternis

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Zwei Tage später reiten wir einen geschwungenen Pfad entlang, der zu einem Wald führt, der inzwischen nicht mehr weit weg ist. Wir haben gerade unsere kurze Rast beendet, damit wir ohne Pause hindurch reiten können. „Irgendwie gefällt mir das nicht. Ich möchte nicht in den Wald reiten", murrt Hoseok hinter mir. „Wir schaffen das schon. Nur Mut", versuche ich ihn aufzumuntern. „Na du hast gut reden", murrt er zurück. „Ach komm er versucht nur uns aufzumuntern, Hyung", schwirrt Taehyungs Stimme von weiter hinten zu uns. „Ja ich weiß. Ich hab einfach Angst", meint Hoseok leise. „Du bist nicht alleine. Wir schaffen das zusammen", meine ich und halte mein Pferd zurück, dass ich neben ihm reite. „Danke Jin Hyung", meint er und schenkt mir ein vorsichtiges Lächeln. „Müsstest du dich nicht in dem Wald wohlfühlen Jin Hyung?", fragt Jimin nun hinter mir und Hoseok. „Mir ist der Wald auch unheimlich. Aber ich geh nicht alleine rein, deswegen bin ich da zuversichtlich", erkläre ich Jimin. „Wir sind da", ertönt Namjoons Stimme.

Wir sind am Waldrand angekommen während unseres Gespräches. Der Wald ragt dunkel und unheimlich vor uns auf. Er scheint den eigentlich fröhlichen Nachmittag zu verdunkeln. „Ich möchte, dass ihr dicht zusammenbleibt. Wir reiten nah aneinander und halten die Augen auf", bestimmt Namjoon als er sich uns zu wendet. „Jungkook, kannst du die Nachhut bilden?", fragt er an unseren Jüngsten. Dieser nickt nur zur Antwort. „Okay dann los!", ruft er und schon geht es los. Ich reite dicht hinter Namjoon, so dass mein Pferd schon den Rücken von Namjoons Pferd berührt. Jimins Pferd ist auch dicht an meinem und schlägt unruhig mit dem Kopf. Allgemein sind alle unsere Pferde unruhig und angespannt. Sie schlagen mit dem Schweif und mit den Köpfen. Und so machen wir uns auf in den Wald der Finsternis.

Von Minute zu Minute wird es um uns herum dunkler. Die hohen Bäume absorbieren nach und nach das Licht, nur hin und wieder kommen ein paar Lichtstrahlen durch das Blätterdach. Mein ganzes Leben hab ich viel Zeit im Wald verbracht und solche Lichtverhältnisse kenne ich nur aus den tiefsten Wäldern, aber selbst da kam meistens mehr Licht durch. Wir kommen so nur langsam voran, aber stetig. Bis jetzt ist es im Wald auch komplett ruhig, es gibt kein Zeichen von Leben. Das habe ich tatsächlich noch nicht erlebt. Kein Vogel singt, kein Tier kreuzt unseren Weg. „Findet ihr das nicht auch unheimlich?", fragt Jimin hinter mir leise. Er hat schon recht, aber eine Antwort bekommt er nicht.

Eine Stunde reiten wir weiter aufmerksam durch den Wald. Bis jetzt ist es ruhig und außer dem fehlenden Leben, gibt es nichts Auffälliges. Unter den Hufen unserer Pferde knistern tote Blätter und bilden so das einzige Geräusch, das uns begleitet. Plötzlich ertönt ein lautes Knacken aus dem Wald. „Was war das?", quietscht Hoseok schon fast und als ich mich zu ihm umdrehe, blickt er sich panisch um. Abrupt bleiben wir stehen und sehen uns erstmal um. „Ich kann nichts erkennen", murmelt Yoongi. Ich drehe mich zu ihm um und sehe Jungkook und Taehyung miteinander tuscheln. „Du schaffst das", murmelt Jungkook ermunternd. Ich sehe den zweifelnden Ausdruck auf Taehyungs Gesicht und wie er wieder in das Unterholz blickt. Ich sehe, wie er einmal tief Luft holt und seine linke Hand ausstreckt. Konzentriert schleißt er seine Augen und senkt zeitgleich seinen Kopf. „Was macht er da?", höre ich die Stimme von Namjoon neben mir. „Ich habe keine Ahnung", murmle ich zurück.

Gespannt sehen wir zu unseren Jüngsten rüber und schon bald fängt die Hand von Taehyung an zu leuchten. Es ist erst ein schwaches Licht kaum heller als ein Teelicht. „Du hast es geschafft und jetzt lass es heller werden", ermuntert und beglückwünscht unser Jüngster Taehyung. Überrascht reißt er die Augen auf und betrachtet seine Hand vor ihm. „Ich habe es wirklich geschafft", flüstert er und lässt langsam das Licht heller werden. Bald erhellt sich das Unterholz um uns herum. Langsam leuchtet er einmal unsere Umgebung aus und wir folgen dem Licht, um zu gucken, ob wir eine Ursache finden, die das Geräusch gemacht haben kann. Wir finden aber nichts. „War wahrscheinlich nur ein Tier, dass wir aufgeschreckt haben", meint Yoongi und wendet sein Pferd wieder in die richtige Richtung. Langsam setzen wir unseren Weg fort, während Tae sein Licht wieder erlöschen lässt.

Dragon (Vkook)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt