15. Juni 2020
Christinas Sicht:
Langsam wache ich auf. Sofort muss ich an die gestrige Party denken. Die Begegnung mit Michèle. Ich bin echt stolz auf Luca und auch auf mich, wie wir mit der Situation umgegangen sind. Natürlich kann ich es gut nachvollziehen wenn sie immer noch sauer und verletzt ist. Und wenn sie zudem auch noch etwas betrunken war, kann das schon mal vorkommen. Ich hoffe nur, dass ich ihr in näherer Zukunft nicht noch öfter begegnen werde.
Schließlich bewegt sich auch Luca neben mir. Ich wende mich zu ihm und schaue in sein wunderschönes, verschlafenes Gesicht. Seine Augen sind noch geschlossen. Vorsichtig fahre ich ihm durch seine, in alle Richtungen anstehenden Locken. Seine Mundwinkel formen sich zu einem Lächeln. Ich streichle ihm kurz über die Wange ehe ich mich wieder dem Fenster und der wunderschönen Aussicht zuwende. Die Landschaft hier in der Schweiz fasziniert mich echt jeden Tag aufs Neue. Ich war noch nie richtig in den Bergen und entdecke jetzt erst, wie wunderschön die überhaupt sind.
Plötzlich spüre ich eine warme Hand unter meiner Bettdecke. Luca krault sanft meinen Bauch, was mir sofort eine Gänsehaut bereitet. „Guten Morgen Schatz!", grummelt er vor sich hin. „Du siehst so süß aus, wenn du verschlafen bist!", necke ich ihn. Urplötzlich erhebt er sich etwas und stützt seine Arme neben meinem Kopf ab. Unsere Gesichter sind nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. „Sicher, dass ich so verschlafen bin?", grinst er mich an. Ich lächle in den sanften Kuss herein, den er mich anschließend gibt.
„Ich hab heute zwei Interview Termine, würdest du vielleicht in der Zeit einkaufen fahren und dich um das Abendessen kümmern?", sieht er mich bittend an. Ich bin kurz etwas verwirrt. „Du überlässt mir freiwillig deine Küche?!" „Ich glaube an dich, aber lass bloß alles heile!", entgegnet Luca mit einem verschmitzten Lächeln. „Und wie soll ich in die Stadt zum Supermarkt kommen?", will ich wissen. „Du fährst mit meinem Auto!" „Und wie kommst du dann zu den Interviews?", wundere ich mich. „Cyril und ich fahren doch zu sowas immer mit dem Werbewagen von VW!" „Ach ja, stimmt", erinnere ich mich. „Bist du sicher, dass ich hier alleine mit diesem Schiff fahren sollte? Ich hab doch sonst nur nen Mini!", äußere ich meine Zweifel. „Wer den Großstadtdschungel in Köln meistert, der findet sich auch in Bern zurecht!", macht Luca mir Mut. „Und Notfalls- ich hab ne gute Versicherung!", stichelt er mich an. „Ey ich kann gut Auto fahren!", verteidige ich mich und boxe ihm dabei in den Bauch. „Dann steht dem ja nichts mehr im Wege!", ist sich Luca sicher.
Wir frühstücken noch in Ruhe, wobei man das eigentlich auch schon Mittagessen nennen könnte, so spät wie es ist. Gegen Nachmittag macht Luca sich also mit Cyril auf den Weg zu seinen Terminen und ich packe meine Tasche für meinen kleinen Einkaufstripp. Da das Wetter hier deutlich besser als in Deutschland ist und ich Dussel meinen Bikini vergessen habe, beschließe ich auch noch einen kleinen Abstecher zu H&M zu machen.Entschlossen drücke ich auf den „Öffnen"- Knopf auf Lucas Autoschlüssel. Die schneeweiße A- Klasse, die am Straßenrand vor Lucas Wohnung parkt, blinkt kurz auf. Während man in Deutschland mit so einem Auto stets die Blicke auf sich zieht, ist es hier in der Schweiz eher normal, solche Autos zu fahren. Man merkt schon, dass die Leute hier größtenteils viel Geld haben.
Ich öffne die Fahrertür des Auto und lasse mich auf den Ledersitz fallen. Meine Tasche und den Einkaufszettel lege ich auf den Beifahrersitz. Obwohl Luca auch nicht besonders groß ist, muss ich den Sitz ein ganzes Stück weiter nach vorne stellen. Vorsichtig trete ich die Bremse und starte den Motor. Zum Glück ist das ein Automatikwagen, denke ich mir. Die beiden großen Bildschirme rechts neben mir füllen sich mit Farbe. Auf dem einen erscheint groß „Hallo Luca!", und eine Stimme fragt mich: „Wo möchten sie hinfahren?", kurz bin ich mit der ganzen Technik etwas überfordert, doch dann bekomme ich relativ schnell mein Ziel ins Navi.
Langsam und vorsichtig fahre ich los. Mein roter Mini Cooper ist mit 160 Ps auch schon nicht ganz ohne, aber Lucas Mercedes hat bestimmt das dreifache. Nach ein paar Minuten habe ich mich an das Auto gewöhnt und kann jetzt relativ entspannt Richtung Innenstadt fahren. Obwohl Bern eine der größten Städte der Schweiz ist, ist Köln nochmal deutlich größer und somit kommt ich mit der Verkehrssituation auch einigermaßen zurecht.
Nach etwa zwanzig Minuten Fahrt bringe ich das Auto schließlich in einem Parkhaus zum stehen. Ich kaufe einen Parkschein und mache mich bei schönstem Wetter auf in die Innenstadt. Während der Autofahrt habe ich mich entschlossen, erst zu H&M zu gehen, da sonst die Einkäufe zu lange ungekürzt wären.
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Liebe auf den ersten Blick
RomanceZwischen Luca Hänni und Christina Luft knistert es während und nach der 13. Let's Dance Staffel ordentlich - was nicht unbemerkt bleibt. Doch wie haben die beiden diese Zeit erlebt?