Die Poledancerin und der Gangster.
Sie verdient sich ihren Lebensunterhalt im Studium mit Poledance in einem Hamburger Club.
Er arbeitet für die Mafia und hat große Pläne für die Organisation, der er sein Leben zu verdanken hat.
Während Alexander zu...
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Als Lily aus dem Taxi stieg, musste Alexander schlucken. Der schneeweiße Mantel bildete einen scharfen Kontrast zu ihren feuerroten Haaren, die sie zu einer kunstvollen Frisur hochgesteckt hatte. Der Mantel ging ihr bis zu den Knien, wo schwarze Hosenbeine zum Vorschein kamen, die wiederum genau so lang waren, dass er noch die silberfarbenen High Heels sehen konnte, auf denen sie nun mit unerlaubt festen Schritten auf ihn zukam.
Er beugte sich zu ihr hinab, um ihr einen Kuss auf die Wange zu hauchen. »Ich sehe, du hast das Geld gut investiert.«
Sie blickte unter langen, schwarz getuschten Wimpern zu ihm auf. »Die Schuhe gefallen dir wohl, mh?«
Lachend bot er ihr einen Arm an, den sie mit hochgezogener Augenbraue annahm. Er führte sie die Straße entlang zu seinem geparkten Auto, wo er ihr die Tür aufhielt und ihr beim Einsteigen half. Als er auf seiner Seite eingestiegen war und den Motor startete, bemerkte er, dass sie jede seiner Bewegungen aufmerksam beobachtete.
»Habe ich etwas im Gesicht?«
Als Antwort legte Lily den Kopf schief. »Ich versuche herauszufinden, ob du unter deinem Mantel einen normalen Anzug trägst. Die Vorstellung, dass du heute noch besser gekleidet bist, bereitet mir Sorge.«
Schmunzeln lenkte Alex den Wagen in den Verkehr. »Warum? Hast du Angst, neben mir blass auszusehen?«
Zu seiner Überraschung nickte sie. »Voll ins Schwarze. Wenn ich den attraktivsten Mann von Hamburg schon begleite, will ich daneben nicht völlig untergehen.«
Kurz schielte er zu ihr rüber. »Guter Versuch. Was geht dir wirklich durch den Kopf?«
Sie blies die Wangen auf und verschränkte die Arme vor der Brust, ehe sie die Luft zischend wieder ausstieß. »Ich weiß immer noch nicht, was du eigentlich machst. Dein Auftritt mit dem Taxi war jedenfalls denkwürdig. Wie soll ich dein Date spielen, wenn ich nicht einmal weiß, in welchem Gewerbe du tätig bist?«
Konzentriert blickte Alex auf die Straße, um sich nicht anmerken zu lassen, dass ihn diese Frage aus dem Konzept gebracht hatte. Er hatte gehofft, wenn er ihr genug zahlte, dann würde sie ignorieren, dass sie noch gar nichts über ihn wusste. Aber natürlich hatte sie ihn sofort durchschaut.
»Du musst es mir nicht sagen«, fügte sie hinzu. »Ich werde einfach annehmen, dass du in illegale Geschäfte verwickelt bist und heute Abend alle anderen Gauner sind. Das sollte mir helfen, authentisch deine Freundin zu spielen, oder was denkst du?«
Er bemerkte, wie sein Griff ums Lenkrad fester wurde. Angespannt erwiderte er: »Das ist das Gegenteil von dem, was hilfreich wäre. Es ist kein Problem, wenn mein Boss und die anderen Anwesenden bemerken, dass du nicht weißt, worum es geht. Glaub mir, Lily. Das macht dich nicht unglaubwürdig.«
Wieder starrte sie ihn von der Seite an, doch Alex blickte stur geradeaus. Es war für ihre Gesundheit besser, wenn Michail und Grigorij gar nicht erst auf die Idee kamen, dass sie wusste, dass sie es gerade mit der organisierten Kriminalität zu tun hatte. Er hatte noch nie eine Frau mitgenommen, weil er genau gesehen hatte, wie die anderen Frauen, die unwissend mitgenommen worden waren, im Laufe des Abends immer misstrauischer geworden waren. Und die eine, die dann angefangen hatte, Fragen zu stellen, hatte man kurze Zeit später aus der Elbe gefischt. Er wollte nicht, dass Lily dasselbe Schicksal widerfuhr.