Die Poledancerin und der Gangster.
Sie verdient sich ihren Lebensunterhalt im Studium mit Poledance in einem Hamburger Club.
Er arbeitet für die Mafia und hat große Pläne für die Organisation, der er sein Leben zu verdanken hat.
Während Alexander zu...
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Die schwere Eingangstür fiel hinter Elisabeth zu. Tief sog sie die kalte Nachtluft ein und ließ sie dann langsam wieder raus strömen. So sehr sie ihre Arbeit auch mochte, um drei Uhr morgens war die Luft im Club so stickig, dass sie stets froh war, draußen vor der Tür zu stehen. Sie rückte ihre Schultertasche zurecht, setzte ihre Wollmütze auf und machte sich auf den Fußweg heim.
»Wo geht's hin?«
Die tiefe Stimme ließ sie augenblicklich erstarren. Kurz überlegte sie, ob sie einfach weitergehen sollte, doch dann besann sie sich darauf, dass sie hier vor dem Club vermutlich noch am sichersten war. Als sie sich umdrehte, fiel ihr ein Stein vom Herzen. »Konstantin.«
Der breitschultrige Mann stand neben dem Eingang, die Hände tief in seinen Manteltaschen vergraben, und musterte sie eindringlich. »Die Bushaltestelle ist in die andere Richtung.«
Verwirrt legte sie den Kopf schief. »Danke, ich weiß. Da will ich nicht hin. Ich gehe immer zu Fuß. Wohne nicht weit von hier.«
Die Augenbrauen des Hünen zogen sich zusammen. »Zu Fuß, alleine, um diese Uhrzeit? In St. Pauli?«
Elisabeth zuckte bloß mit den Schultern. »Mache ich immer so.«
»Nicht wenn ich da bin«, knurrte Konstantin und trat auf sie zu.
Misstrauisch blickte sie zu ihm hoch. Mit seinem geöffneten Mantel, der ihm bis zu den Knien reichte, wirkte er beinahe noch größer als bei ihrer ersten Begegnung im Club. Nervös befeuchtete sie ihre Lippen. »Okay, Großer, was soll ich dann tun? Hier übernachten?«
Er lachte rau, schüttelte dabei aber den Kopf. »Natürlich nicht. Ich bringe dich heim.«
»Äh, nein«, gab sie augenblicklich zurück. »Das wirst du schön bleiben lassen, danke.«
Er beugte sich ein wenig zu ihr hinab und grinste wieder sein wölfisches Grinsen. »Das war kein Angebot. Keine Angst, ich tu dir schon nichts. Ich pass nur auf dich auf.« Als sie keine Anstalten machte, sich vom Fleck zu rühren, richtete er sich wieder auf und deutete wage mit einer Hand zum Eingang. »Anordnung vom Boss. Und von Mutter Gina. Kannst dich gerne bei denen beschweren, wenn's dir nicht passt. Ich bin nur hier, um Befehle auszuführen.«
Kurz starrte Elisabeth ihn weiter an, dann gab sie sich geschlagen. Sie konnte diesem Kerl vermutlich vertrauen. Den Gesprächen der anderen Tänzerinnen nach zu urteilen, war er in der Tat ein zuverlässiger Beschützer. Und wenn Mutter Gina darauf bestand, dann würde es schon seine Gründe haben. Also nickte sie und wandte sich zum Gehen.
»Kaum erwähnt man die Mutter, werden alle ganz handzahm«, kommentierte Konstantin amüsiert, während er mit langen, langsamen Schritten neben ihr her ging.
Sie schaute kurz zu ihm rauf. »Ich vertraue ihrem Urteilsvermögen. Was sie hier mit dem Blue Moon aufgebaut hat, ist was Besonderes. Ich hab in genug anderen Clubs getanzt, um zu wissen, dass so viel Freiheit und Respekt für Frauen nicht üblich ist.«