Die Poledancerin und der Gangster.
Sie verdient sich ihren Lebensunterhalt im Studium mit Poledance in einem Hamburger Club.
Er arbeitet für die Mafia und hat große Pläne für die Organisation, der er sein Leben zu verdanken hat.
Während Alexander zu...
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»Kann ich die Suite noch ne Woche behalten?«
Grimmig starrte Alex von der Theke aus in den Clubraum. Wie jeden Freitagabend war das Blue Moon heute wieder extrem voll und viele der Tänzerinnen und Kellnerinnen trugen Schwarz. Er wusste, dass er den Club und die Organisation um Geld brachte, wenn der die Suite behielt, aber es war das einzige Zimmer mit einem anständigen Kleiderschrank und Schreibtisch.
»Es ist dein Geld, das dadurch weniger wird, Boss«, erwiderte Mutter Gina, ohne dabei aufzuhören, die Biergläser zu polieren.
Er rollte seine Schultern und drehte sich zu ihr um. Obwohl er sie um einiges überragte, schien sie wieder einmal von oben auf ihn herabzuschauen. Er wusste, wie wenig sie von seinen Verbindungen zur Organisation hielt, doch sie sollte besser als alle anderen wissen, dass das Blue Moon, ebenso wie das Black Sun und Red Star immer nur hochrangingen Mitgliedern gehören konnte. Es gehörte ihm ja sogar nur dem Namen nach. In Wirklichkeit befand es sich wie viele andere Clubs in den Händen der Organisation und ein Großteil der Einnahmen floss in die Kasse.
Wobei ein Großteil der Einnahmen auch der Geldwäsche zuzuschreiben war, für die die Clubs genutzt wurden.
»Vielleicht sollte ich einfach jeden Abend eine Tänzerin mit hoch nehmen, damit ihr nicht leer ausgeht«, schlug er scherzhaft vor, während er es sich auf seinem Barhocker bequem machte.
Gina stellte das polierte Glas heftiger als nötig zurück. »Oder du gibst einfach so jeden Abend 100 Euro in den Topf, ohne die Mädchen auszunutzen.«
Grinsend begann Alex, die Ärmel seines weißen Hemdes hochzukrempeln. Er mochte es tatsächlich, die Frauen, die in seinen Clubs arbeiteten, für ihre Dienstleistungen zu bezahlen, aber er gab sich stets Mühe, dass sie auch wirklich Spaß an der Sache hatten. Für ihn diente die Bezahlung nur einem einzigen Zweck: sicherzustellen, dass keine von den Frauen sich falsche Hoffnungen machte. Sie sollten nicht auf die Idee kommen, dass sie etwas mit dem Besitzer anfangen konnten, also bestand er stets darauf, sie zu bezahlen – und wer sich dagegen wehrte, ging gänzlich leer aus.
Mutter Gina hinter der Theke übergab ihr Handtuch an eine Mitarbeiterin und trat dahinter hervor, um Richtung Backstagebereich zu gehen. Mitten auf dem Weg schien sie es sich plötzlich anders zu überlegen, denn sie rückte voller Entschlossenheit ihr Dekolletee zurecht und baute sich vor Alex auf. »Ich hab Lily heute früher her bestellt, weil ich ihre Version der Geschichte hören wollte.«
Kopfschüttelnd lehnte Alex sich gegen die Theke und legte beide Ellbogen darauf ab. »Du hast mir also doch nicht geglaubt heute Morgen.«
Sie trat noch näher auf ihn zu und schaute ihn aus ihren warmen Augen durchdringlich an. »Ich hab dich zu gern, als dass ich mich auf mein eigenes Urteil verlassen kann, Alexander. Du könntest vermutlich das Blaue vom Himmel runterlügen, und ich würde dir Glauben schenken wollen. Also sieh es mir nach, dass ich versuche, misstrauisch zu bleiben. Du bist am Ende des Tages halt immer noch ein Mann.«