Die Poledancerin und der Gangster.
Sie verdient sich ihren Lebensunterhalt im Studium mit Poledance in einem Hamburger Club.
Er arbeitet für die Mafia und hat große Pläne für die Organisation, der er sein Leben zu verdanken hat.
Während Alexander zu...
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Alex schwieg, während er seinen geliebten Rocket 900 durch die leeren Straßen der Stadt lenkte. Er holte den mattschwarzen Brabus selten hervor, doch seitdem sein anderes Auto beim versuchten Attentat gelitten hatte, bevorzugte er dieses umgebaute Modell. Zumindest waren die getönten Scheiben und die Karosserie halbwegs kugelsicher.
Aus den Augenwinkeln beobachtete er Lily, die mit leerem Blick in die Nacht starrte. Er konnte innerlich nur immer wieder über seine Dummheit fluchen. Sie hatte Grigorijs schleimige Drohungen nach außen hin gut weggesteckt, aber dass es überhaupt erst so weit gekommen war, war alleine seine Schuld.
Er hätte sie niemals mitnehmen sollen.
Seine Hände schlossen sich fester um das Lenkrad. Er wusste, es wäre nicht gut gewesen, sich Michail zu widersetzen. Doch dass er ausgerechnet Lily gefragt hatte, war ein Fehler gewesen. Sie passte so gar nicht in seine Welt und natürlich war das einem widerlichen Kerl wie Grigorij sofort aufgefallen. Er hätte damit rechnen müssen, dass er Fragen stellen würde.
Keiner in der Organisation fasste einfach so die Frau eines anderen an, selbst wenn sie nur eine billige Nutte war, die für eine Nacht bezahlt wurde. Das machte nur, wer nicht mit Konsequenzen rechnete. Oder wenn der andere Mann seinen Besitzanspruch nicht deutlich genug gemacht hatte.
Es war offensichtlich, dass Grigorij gedacht hatte, dass Lily nicht wirklich unter seinem Schutz stand. Sonst hätte er sie niemals so dreist angefasst. Oder vielleicht hatte er auch einfach keine Angst vor ihm. Alex wusste nicht, welche Option schlimmer war.
Fakt war jedoch, dass er zurückschlagen musste. Nach dem versuchten Mord konnte er es sich nicht leisten, dass sich rumsprach, dass man seine Mädchen belästigen konnte, ohne Angst vor Konsequenzen haben zu müssen.
»Hat alles geklappt?« Lilys emotionslose Worte rissen ihn aus seinen finsteren Gedanken.
»Geklappt?«
Sie schnaubte nur. »Was auch immer du mit den drei anderen Männern so Heimliches zu besprechen hattest. Wir Frauen durften ja nicht zuhören.«
Altes Misstrauen kam wieder hoch. Warum war Lily so neugierig? Gerade nach dem heutigen Abend sollte sie doch begreifen, mit welcher Art von Menschen sie es hier zu tun hatte. War sie einfach nur naiv? Oder war sie doch absichtlich auf ihn angesetzt worden?
»Lief gut«, erwiderte er knapp. »Ich hab erreicht, was ich wollte.«
Das war zumindest keine Lüge. Auch wenn Fjodor und Grigorij von seinem Plan wenig überzeugt waren, hatten sie doch zugestimmt, in IT-Spezialisten zu investieren, die im großen Stil Kreditkartenbetrug organisieren sollten. Es war ein kleiner Erfolg für diesen Abend, der ansonsten ein Desaster gewesen war.
Lily brummte darauf nur, ehe sie den Blick wieder auf die dunklen Straßen richtete. Alex spürte, wie sich alle sin ihm zusammenzog. Es war die letzte Nacht mit ihr für ihn und er bereute, dass es auf so einer schlechten Note enden musste. Auch wenn sie mit Bravour zurück in die Rolle der verführerischen Frau geschlüpft war, hatte er doch gespürt, dass sie bis ins Mark erschüttert war.