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Elisabeth machte große Augen, als sie sich am Esstisch in der WG von Anke niederließ

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Elisabeth machte große Augen, als sie sich am Esstisch in der WG von Anke niederließ. Der große, runde Tisch mitten in dem gemütlichen Wohnzimmer hatte alles zu bieten, was man sich an einem Sonntag beim Brunch wünschen konnte: Eier in jeglicher Form, Bacon, Toast, Joghurt, Obst, Gemüse, Organgensaft – und vor allem Kaffee, der seinen Duft in der ganzen Wohnung verbreitete. Obwohl alle Möbel hier offensichtlich von Flohmärkten oder Onlinebörsen stammten, fühlte Elisabeth sich sofort wohl. Das Zimmer hatte Persönlichkeit.

»Du kannst Juliane dafür danken«, kommentierte ihre beste Freundin Lilys Starren. »Sie hat alles eingekauft und damit die meiste Arbeit gehabt.«

»Gar nicht wahr«, protestierte Sarah, die gerade mit einer Käseplatte in der Hand reinkam. »Ich hab hier stundenlang Eier gebraten und gekocht und den Käse geschnitten. Einkaufen was das leichteste!«

Lachend packte Elisabeth den Strauß Blumen, den sie mitgebracht hatte, aus. Anke hatte ihr versichert, dass das Essen und Trinken ganz von der WG gestellt würde, also hatte sie einen großen, bunten Strauß gekauft. Blumen machten immer glücklich.

»Das wichtigste kommt von mir. Ich habe Kaffee gekocht.« Triumphierend warf Anke ihre schwarzen Haare zurück und ließ sich auf einen der Stühle fallen, der dabei bedenklich quietschte.

Verunsichert, ob die offensichtlich sehr alten Stühle überhaupt noch dazu taugten, zum Sitzen benutzt zu werden, nahm Lily deutlich langsamer auf dem Stuhl daneben Platz.

Als schließlich Juliane mit einem Tablett voller Geschirr und Besteck reinkam, war die Runde vollzählig und das Festmahl konnte beginnen. Schweigend luden sich alle vier Frauen ihre Teller voll, gossen sich gegenseitig Orangensaft und Kaffee ein und konzentrierten sich ganz darauf, den ersten Hunger zu überbrücken.

Nachdem Anke ihre erste Portion Rührei verschlungen hatte, lehnte sie sich mit ihrer Kaffeetasse in der Hand zurück und musterte Elisabeth eindringlich. »Du hast einiges verpasst am Freitag.«

Dass Juliane und Sarah daraufhin in heftiges Kichern ausbrachen, unterstrich die Worte ihrer Freundin perfekt. Sie beschloss, das Spiel mitzuspielen. »So? Was ist passiert?«

Ehe Anke eine Chance hatte zu antworten, rief Sarah dazwischen: »Peter hat ihr einen Heiratsantrag gemacht!«

Beinahe hätte sie sich an ihrem Kaffee verschluckt. Hustend stellte Elisabeth die Tasse auf den Tisch und presste sich ihre Serviette an die Lippen, ehe sie ihre Fassung wieder erlangte. »Bitte was?«

Anke lehnte sich zur Seite und schlug nach Sarah. »Hey, das wollte ich erzählen!«

»Ihr macht nur Spaß, oder?«

Einstimmig schüttelten die drei anderen Studentinnen den Kopf. Grinsend stopfte Anke sich ein Stück Mandarine in den Mund, ehe sie genauer erklärte, was vorgefallen war. »Da war diese echt heiße Studentin auf der Party. Ethnologie und Slavistik. Die geilsten, perfektesten Dreadlocks, die ich je gesehen habe. Honigblondes Haar und anscheinen stellt sie selbst den Schmuck her, den sie reinmacht. Echt abgefahren.« Ein verträumter Ausdruck trat auf ihr Gesicht, dann fuhr sie fort: »Jedenfalls hab ich sie angequatscht und wir haben uns gut verstanden. Zwei Bier später standen wir in irgendeiner Ecke und haben rumgeknutscht.«

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