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Elisabeth wusste nicht, was sie erwartet hatte, aber dass sie nun vor einem alten Mann in feinstem Anzug stand, der eine sehr junge, sehr hübsche Blondine an seiner Seite hatte, die ihn offensichtlich anhimmelte, war eine Überraschung

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Elisabeth wusste nicht, was sie erwartet hatte, aber dass sie nun vor einem alten Mann in feinstem Anzug stand, der eine sehr junge, sehr hübsche Blondine an seiner Seite hatte, die ihn offensichtlich anhimmelte, war eine Überraschung. Gerade noch hatte sie scherzhaft darüber gesprochen, alle Anwesenden für Gauner zu halten, und jetzt fand sie einen Mann vor, der in seiner ganzen Art jedes Klischee zu erfüllen versuchte, das man so über die Mafia hat. Nur dass er offensichtlich russischer Abstammung war, nicht italienischer. Sie hatte ihm höflich die Hand geschüttelt, ebenso wie seiner Begleitung, und sich dann mühsam durch den Smalltalk mit ihm gequält.

Die andere Frau, die mindestens einen Kopf größer war als sie selbst, hatte sie zur Seite gezogen, sobald sie eine Chance dazu bekam. »Ich bin Nicole«, wiederholte die schlanke Frau, während sie gemeinsam an das Fenster des riesigen, privaten Raums traten.

»Ich bin Lily«, sagte auch Elisabeth erneut. Sie ließ ihren Blick über die Hochhäuser schweifen, die sich vor ihr auftaten. Auch wenn natürlich keine europäische Stadt mit einer Skyline, wie sie Städte in den USA hatten, mithalten konnte, liebte sie es doch, ihre Heimatstadt von oben zu sehen. Moderne Bauten und einige erhaltene alte Stadtvillen reihten sich hier aneinander und in der Ferne konnte man noch die Speicherstadt ausmachen.

»Da hat der alte Michail es also doch noch geschafft, Alex zur Vernunft zu bringen.« Nicole stellte diese Aussage einfach so in den Raum, als erwartete sie, dass Lily wusste, was gemeint war.

Diese hob fragend eine Augenbraue und blickte zu ihrer Gesprächspartnerin auf. Da diese wie sie selbst High Heels trug, war der Größenunterschied sehr auffällig. Nicole strich sich ihre blonden Haare hinters Ohr, während sie eine ungefähre Bewegung in die Richtung der beiden Männer machte. »Dass Alex eine Begleitung mitbringt. Ich glaube, Michail hat es ihm diesmal direkt befohlen, damit Alex endlich mal eine Frau dabei hat.«

Elisabeths Blick wanderte kurz zu Alex. »Er nimmt sonst nie jemanden mit?«

Nicole machte große Augen. »Das wusstest du nicht? Alexander ist bekannt dafür, ewiger Junggeselle zu sein, der es strikt ablehnt, Privates und Berufliches zu mischen. Frauen hätten keinen Platz in seinem Leben, das ist seine Devise.«

Jetzt musste Lily lachen. So gesehen hatte er ja auch keine Frau in seinem Leben, er bezahlte sie lediglich für ihre Dienste. Das war auch eine Art, einen aufdringlichen Chef zum Schweigen zu bringen. Sie versuchte sich an einem verliebten Blick zu Alex, ehe sie antwortete: »Nun, dann fühle ich mich direkt doppelt geehrt, hier sein zu dürfen.«

Ehe Nicole darauf etwas sagen konnte, ging die Tür auf und zwei weitere Männer traten ein, begleitet von zwei sehr unterschiedlichen Frauen. Der eine, dessen Name laut Nicole Fjodor war, war offensichtlich schon fortgeschrittenen Alters und hatte eine Frau an seiner Seite, die tatsächlich dazu passte. Grigorij, wie der andere ihr von Nicole vorgestellt wurde, hatte ebenso wie Michail eine deutlich jüngere Frau dabei. Obwohl sie stark geschminkt war und ihre pechschwarzen Haare kunstvoll hochgesteckt hatte, fragte Elisabeth sich doch, ob sie überhaupt schon jenseits der achtzehn Jahre alt war.

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