Seit dem Vorfall in der Turnhalle waren nun ein paar weitere Wochen vergangen und meine Strafe hatte ich offiziell hinter mich gebracht. Aber aus einem mir nicht bekannten Grund hatte ich dem Club nicht den Rücken gekehrt.
Seitdem ich das Team besser kennen gelernt hatte, machte mir der Job als Managerin doch etwas Spaß. Und in Tendõ hatte ich einen guten Freund gefunden, obwohl er eigentlich einfach so entschieden hatte, dass wir Freunde wurden.
Und was Ushijima betraf, seitdem wir uns in der Turnhalle unterhalten hatten, hatte sich etwas zwischen uns verändert.
Was es genau war konnte ich nicht sagen, doch ich fühlte mich in seiner Nähe wohl und keiner kam mehr auf die Idee mich dumm anzumachen. Obwohl, ich hätte kein Problem damit mich wieder mit irgendwelchen Idioten anzulegen, aber ich wollte dem Team keinen Ärger bereiten.
Das Einzige was sich nicht verändert hatte, war das Verhältnis zwischen mir und meinem Großvater. Er war weiterhin so stur und behandelte mich weiter wie Dreck.
Aber ich wollte da keine weiteren Gedanken an ihn verschwenden. Ich hatte momentan genug zu tun. Bald fing das Frühlingsturnier an und ich musste die Jungs dabei unterstützen.
Mein Blick glitt durch die Halle und ich sah allen gespannt beim Training zu. Ich hatte nie damit gerechnet, dass mich Volleyball jemals interessieren würde. Für mich gab es immer nur das Bogenschießen, doch seit geraumer Zeit könnte ich mir sogar vorstellen selbst Volleyball zu spielen.
Aber ich sollte keine Zeit fürs Schwärmen verschwenden, ich musste mich auf meine Aufgaben konzentrieren.
Kurz musste ich über mich selbst schmunzeln, nie im Leben hätte ich daran geglaubt, anderen bei etwas zu helfen. Wie sehr konnte sich ein Leben bloß so verändern? Was hatte dieses Team bloß aus mir gemacht?
Aber nun gut, jetzt hatte ich lang genug geträumt, weswegen ich aufstand, und die Wasserflaschen aufsammelte die sich in der Halle verteilt hatten. Dies war so ein Thema, was mir etwas auf den Sack ging. Anstelle, dass die Jungs die Trinkflaschen einfach bei mir auf der Bank ließen, nahmen sie sie alle mit und verteilten diese in der Halle und ich war immer die Dumme, die sie dann aufsammeln musste.
Manchmal würde ich den Jungs gerne die Flaschen um die Ohren hauen, aber ich hatte mir ja versprochen, nicht mehr so aggressiv zu sein.
Also bückte ich mich und sammelte alle auf. Als ich die letzte Flasche hochhob, glitt mein Blick zu Ushijima der am anderen Ende der Halle stand und sich den Schweiß mit einem Handtuch abwischte.
Meine Augen wanderten ungewollt über seinen ganzen Körper und blieben dann an seinem Gesicht hängen. Ich war noch nie jemand, der jemanden anschmachtete, aber Ushjima hatte etwas, was mich öfters starren ließ.
Jetzt nicht falsch verstehen, ich stand nicht auf ihn und war auch kein Typ für eine Beziehung, aber Ushijima war heiß und das konnte ich nicht leugnen. Auch eine Frau wie ich hatte gewisse Fantasien.
„Na hast du wieder heiße Fantasien von unserem lieben Wakatoshi? Sag ihm doch endlich, dass du auf ihn stehst."
Heftig zuckte ich zusammen als ich einen heißen Atem an meinem Nacken fühlte und dann Tendõ's Stimme hinter mir vernahm. Wütend holte ich aus und klatschte ihm mit der Flasche, die ich in der Hand hielt ins Gesicht.
Da er damit nicht gerechnet hatte hallte es laut in der Halle und er sah mich überrascht an. Dann fiel die Flasche zu Boden und ich sah ihn sauer an. „Tja, dass passiert, wenn man mich erschreckt. Also lass es einfach Tendõ und geh mir nicht auf die Nerven."
Als er sich wieder gefasst hatte, hob er die Flasche auf und sah mich frech grinsend an. „Dann hör auf unseren Kapitän so anzuschmachten. Du machst es zu auffällig und irgendwann wird er es auch merke und du weißt, dass er dich dann darauf ansprechen wird."
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