Verschlafen blickte Catelin in ihren Kalender. Sie hatte endlich einen Tag frei. Den Tag begann die Polizistin damit während des Frühstücks mit ihrer Mutter zu telefonieren. Dann kam der lästige Haushalt dran. Das alles war aber bis zum Mittag geschafft. Was nun? Von ihrem Schreibtisch nahm sich Catelin ihre Umhängetasche. Spontan entschloss sie sich dazu in die Stadt zu fahren und etwas bummeln zu gehen. Im Zug viel ihr bereits die Reklamen auf welche darauf hinweisen das bald Valentinstag ist. 2 Wochen um genau zu sein. Davon hielt Catelin nicht viel. Für sie persönlich war es nicht nötig extra einen Tag im Jahr zu haben bei dem man sich sagt wie sehr man den anderen liebt. Das konnte man das restliche Jahr über auch machen. Als erstes führte ihr Weg sie in ein Fachgeschäft für Instrumente. Es war höchste Zeit die Saiten ihrer Geige zu wechseln und auch der dazu gehörige Bogen brauchte etwas Pflege. Gerade als sie das Geschäft verließ fing ihr Handy an zu vibrieren. Eine Fremde Nummer war auf dem Display zu sehen. Fremde Nummern ignorierte sie eigentlich, da es aber Markus sein konnte ging sie lieber dran. "Guten Tag Detektiv Martens." "Hallo Markus, Catelin reicht. Was gibt's?" Es war tatsächlich der den sie erwartet hatte. Sie war sich sicher das sie sonst niemandem ihre Nummer gegeben hat. "Störe ich sie bei etwas?" "Keineswegs. Ich bin in der Stadt, ein paar Besorgungen erledigen." "Das trifft sich gut. Ich brauche ein wenig Hilfe." Die besagte Hilfe bestand darin ein Schmuckstück aus zu suchen für seine Freundin. Seine 2 engsten Freunde hatten sich als Nutzlos erwiesen und bei längerer Überlegung fiel Markus nur noch die Polizistin ein. "Ich glaube nicht das ich da groß was tun kann aber schauen wir Mal was wir so finden." Es war erfrischend für Beide etwas mit einem Fremden zu unternehmen. Ein neuer Blickwinkel sozusagen. "Also von dem was du mir erzählt hast sollte es etwas schlichtes und einfaches sein." Catelins Blick fiel unwillkürlich auf ihre Hand. Kurz nach der Beerdigung von Anthony hatte sie den Ring aus Weißgold mit diesem kleinen blauen Steinchen abgelegt. Das Schmuckstück fristet seitdem sein trauriges Dasein in einer kleinen schwarzen Schatulle im Hause ihrer Eltern. "Catelin?" "Huch! Entschuldigung, ich war in Gedanken." Um jeden neuen traurigen Gedanken los zu werden schüttelte die junge Frau kräftig den Kopf. Dabei viel ihr ein Kettchen in einem Schauglas auf. "Wie wäre es hiermit? Silber passt zu allem und da es ein Recht schmales Modell ist wirkt es auch eher dezent." "Sehr richtig, vor allem bei jungen Paaren ist das Armband sehr beliebt. Die Anhänger sind leicht zu entfernen und völlig individuell kombinierbar." Ungefragt hatte sich einer der schmierigen Verkäufer dazu gesellt. Sowas konnte sie gar nicht leiden. "Also was sagst du?" Der Arme Markus wirkte ganz schön ratlos. "Welche Anhänger würdest du nehmen?"
Nach dem langwierigen Prozess wurde dann endlich das Armband mit den dazugehörigen Teilen gekauft. Von so viel Rennerei hatte sie einen gewaltigen Kohldampf entwickelt. Da beide die Zeit mit dem anderen sehr zu genießen scheinen, begleitete Markus die Polizistin zu ihrem Mittagessen. "Wie kamst du dazu Polizistin zu werden?" Völlig perplex schaute Catelin zu Markus. So genau hatte sie nie darüber nachgedacht. "Ich schätze durch meinen Vater. Er ist Richter und meinte oft das er ohne die Exekutive keine Arbeit hätte. Ich wollte etwas zur Sicherheit beitragen, wollte das die Worte meines Vaters eine Bedeutung haben." Begleitet wurde ihre Aussage von einem beschämten Lachen. "Ziemlich albern, oder?" "Nein überhaupt nicht. Es klingt wundervoll." Dennoch schämte sie sich gerade. Eilig stopfte sie sich die letzten Happen ihrer Pasta in den Mund. "Wie auch immer. So spannend ist meine Laufbahn auch wieder nicht." Das brachte Markus tatsächlich etwas zum Schmunzeln. "Finde ich schon. Immerhin bist du Detektiv." "Ach das. Ich bin nur zum Detektiv befördert wurden weil man Mitleid mit mir hatte." Es lag ein ordentlicher Schwung Verbitterung in der Stimme. Dabei fühlte sie viel mehr als nur das. "Mitleid?" Ihre Antwort bestand lediglich darin das sie müde abwinkte. "Ich hätte davon nicht anfangen sollen, Verzeihung. Lass uns weiter gehen." Alles in allem verbachte Catelin einen Netten Nachtmittag mit Markus. Für einen Moment konnte sie ihren Kummer vergessen. Es war gerade mal 5 Uhr als sie ihren Heimweg antrat. Bis auf wenige Personen war ihr Zugabteil leer. Direkt vor ihr saß ein Pärchen, so wie sie sich ansahen waren sie erst frisch verliebt. Hatten sie und Antony auch so albern ausgesehen? Sie freute sich darauf endlich nach Hause zu können. Dort hatte sie Ruhe von der Welt und diesen albernen verliebten. Dumm nur das Zu Hause Joey und sein Freund Jack auf sie warteten. Das Geturtel der beiden störte sie nur all zu gerne. "Hi, ist Lizzy schon weg?" "Liz ist heute früh zu ihrem Freund gefahren." Das war doch wohl ein schlechter Witz. Als wäre sie in einem dieser schlechten Liebesfilme sah sie als die Protagonistin nur noch Paare und Herzen und den Scheiß Valentinstag. Joey reagierte ein wenig erschrocken als Caty ein zu tiefst frustriertes Knurren von sich gab. "Kitty was ist los?" "Nichts, ich geh was trinken." Das war jetzt das einzig richtige. Ihre Lieblingsbar erreichte Catelin kurz vor 6. Eine legitime Zeit um sich volllaufen zu lassen.
Während sie also mittlerweile das 3. Bier austrank dachte sie darüber nach wann sie damit angefangen hat zu Trinken. Das erste mal war mit ihren Mitbewohnern. Diese hatten Catelin in einen Club mit geschleift damit sie mal aus der Bude kommt. Sie weiß noch ganz genau wie sie genervt an der Bar saß und mit einem Typen eine Schlägerei angefangen hat. Daher hatte sie auch die Narbe an der rechten Kinnseite. Sie war klein aber es erinnerte sie immer wieder daran. "Hey Kleines. Darf ich dir einen Ausgeben?" "Glaub mir, mit mir willst du keinen Trinken." Der braunhaarige Fremde setzte sich lachend neben sie. "Sei doch nicht so mürrisch. Schlechten Tag gehabt?" Mit der einen Hand gab sie dem Barkeeper ein Zeichen das sie noch ein Bier wollte. Mit der anderen Hand zog sie ihre Marke von ihrem Gürtel und hielt sie dem Fremden vor die Nase. "Ein schlechter Tag ist etwas untertrieben, wenn du mich weiter nervst finde ich einen Grund dich los zu werden." Besagter Fremder hob abwehrend die Hände, machte aber keine Anstalten gehen zu wollen. Nach zwei weiteren Flaschen wechselte Catelin dann zu ihrem Lieblingsgetränk. Solange sie noch das Gefühl hatte selbige zu besitzen wollte sie weiter trinken.
Voll wie ein Fass kippte Catelin gerade von dem Hocker als die Tür zur Bar geöffnet wurde. "Na hoppla." Noch immer hatte der Fremde neben ihr gesessen und versuchte nun Catelin auf die Beine zu ziehen. "Ich nehm sie schon. Catelin, komm. Zeit fürs Bett." "Ich kotz dir gleich die Jacke voll." Schwungvoll hatte Connor sie einfach über die Schulter geworfen. Woher er wusste das sie hier war und das sie Hilfe brauchte interessierte sie gerade eher weniger. "Warte bis wir draußen sind." An der frischen Luft angekommen ließ der Android sie wie versprochen runter. "Ich halt das nicht mehr aus Connor. Es tut so weh." "Wäre es dann nicht besser du sagst es ihm?" Mit wedelnden Armen befreite sich die junge Frau von ihrem Partner und fiel so gleich auf ihren Po. Solche Fragen gefielen ihr gar nicht. "Auf keinen Fall! Das kann ich nicht, eher erschieß ich mich!" "Dann sag es mir, sag mir was du an ihm liebst. Vielleicht geht es dir dann besser." Das besoffene Mädchen legte den Kopf schief, dabei fing sie leicht an zu Grinsen. "Was ich an Hank liebe? Sein Gesichtsausdruck wenn er schläft, die langen Gespräche über Musik, die Streitereien um das letzte Stück Pizza. Ich liebe es das ich mich hinter ihm verstecken kann wenn ich Gavin aus dem Weg gehe. Seine Hemden die völlig daneben sind. Wie er mit dir schimpft wenn du ihn ermahnst das er sich gesünder ernähren soll. Seine schwachen Versuche mich auf zu halten wenn ich schon wieder vorraus renne. Er ist der erste Mann ,seit Antony tot ist ,der mir das Gefühl gibt innerlich nicht ganz so tot zu sein. Liebe kann man nicht richtig beschreiben Connor. Sie passiert einfach." Tatsächlich hatte Connor Recht. Jetzt wo sie endlich Mal ausgesprochen hat was sie fühlt wurde ihr leichter ums Herz. Erleichterung stand ihr auf der Stelle ins Gesicht geschrieben. Die Augen geschlossen lehnte Catelin ihren Kopf an die Kalte Wand. "War das so schwer?" Die Erleichterung wurde verdrängt von blanker Panik. Catelin wusste das der alte Mann alles mit angehört hat. So weit ihr Körper das noch zu ließ stemmte sie sich in die Höhe um auf der Stelle die Flucht an zu treten. "Hier geblieben Catelin." Zumindest versuchte sie das. "Das verzeihe ich dir nie Connor!!" Wut, Scham, Trauer. In ihrem Kopf ging so viel vor sich. Um sich schlagend und tretend versuchte Catelin sich irgendwie aus dieser misslichen Lage zu befreien. "Sie hat eine Panikattacke." Das war das letzte was sie an diesem Abend noch hören sollte.
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Only one Second - Detroit Become Human Ff
Roman d'amourFolgende Geschichte ereignet sich knapp nach dem Geschehen im Spiel. Marcus ist das Friedenssymbol zwischen Mensch und Android. Kara, Alice und Luther leben ihr erhofftes Leben in Kanada und Hank und Connor sind immer noch Partner. Das Wetter ist ei...
