In Watte eingepackt

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Etwas schweres hatte sich auf Catelin breit gemacht als sie aufwachte. Ihr Schmerzte nicht nur der Kopf auch der Rücken tat ihr weh. Nach mehrmaligem Blinzeln erkannte sie den Bernhardiner, welcher sie mit seinen großen Knopfaugen ansah. Etwas verwirrt setzte sich Catelin vorsichtig auf bevor sie sich umsah. Wo zum Teufel war sie? "Komm Großer, lass mich aufstehen." Der große Hund erhob sich schwerfällig von seinem Platz. Jetzt konnte sich Catelin besser umsehen. Als erstes fiel ihr Blick auf den Plattenspieler und das dazu gehörige Equipment. Alles in allem empfand sie das Wohnzimmer als nett eingerichtet. Die Küche war ein wenig unordentlich aber nicht all zu schmutzig. Egal bei wem sie war, über ein Frühstück freute sich der jenige ganz bestimmt. Also erhob sie sich endlich und machte sich an die Arbeit.
"Catelin, du bist ja schon wach." Mit Connors Stimme unmittelbar hinter ihr erschreckte es die junge Frau so sehr das sie fast die Pfanne fallen gelassen hätte. "Meine Fresse! Könntest du bitte damit aufhören mich andauernd so zu erschrecken?" Den derart scharfen Tonfall hatte sie wirklich nicht beabsichtigt, aber in ihrem momentanen Zustand konnte sie einfach nicht mehr die liebe sein. "Verzeih Catelin, es lag mir fern dich zu erschrecken." "Was brüllst du denn so rum?" Hank sah um einiges schlimmer aus als Catelin. Zumindest wusste sie jetzt das nicht nur sie einen Kater hat. "Guten Morgen Lieutenant." "Ich hatte dir doch gestern schon gesagt das du damit aufhören sollst." Mit zwei fertigen Tellern in den Händen zuckte Catelin lediglich mit den Schultern. "Ich kann mich nicht mehr an gestern erinnern." "Wundert mich nicht. Du hast mehr getrunken als ich erwartet habe." Das erklärt aber immer noch nicht wieso sie hier geschlafen hat. So Recht wusste die Rothaarige nicht ob sie wirklich nach fragen sollte. Erstmal das Frühstück. "Okey, du erinnerst dich also was gestern war?" "Ja, du konntest nicht mehr laufen so voll warst du, Connor hatte Mühe dich zum Auto zu bringen. Und als du meintest du willst nicht nach Hause haben wir dich einfach mit genommen." Genau genommen wollte sie auch jetzt nicht nach Hause. Ein wenig gestresst tippelte Catelin auf dem Tisch Rum. Das nachdenken würde ihr leichter fallen wenn sie eine Rauchen könnte. "Sag Mal Connor, was hast du eigentlich mit meinen Kippen gemacht?" "Ich habe sie an Detektiv Reed weiter gegeben." Das war tatsächlich ein logisches Vorgehen. Zumindest für Catelin. Sie waren schon bezahlt, wieso also weg werfen? Interessiert blickte Catelin nun von ihrem Teller zu Connor. "Ich habe euch nicht sonderlich viel von mir erzählt. Mich interessiert was du trotzdem über mich heraus gefunden hast Connor." Verschmitzt begann Connor zu lächeln. Anscheinend hatte er die Herausforderung erkannt und nahm diese mit Freuden an. "Catelin Lacie Martens. Mit 28 Jahren das jüngste von 3 Kindern. Vater stammt aus Deutschland, Mutter aus den USA. Geboren in Köln und mit 2 Jahren nach New York gezogen. Linkshänderin, 1,60 m Groß und 52 kg Schwer. Allergisch gegen Penicellin." "Danke danke das reicht Connor." So genau wollte sie dann plötzlich nicht mehr wissen was er noch alles von ihr kannte. Stattdessen mischte sich derjenige ein der bis jetzt nur schweigend zugehört hatte. "Nein nein, erzähl weiter Connor." "Hey das ist unfair! Als Gegenleistung will ich auch was von dir erfahren Hank." Die Stimmung zwischen den Dreien war so locker und das Gespräch ging so lang das Catelin erst gegen 12 Uhr wieder auf die Uhr sah. "Wird Zeit das ich nach Hause gehe." Tief in ihrem Inneren regte sich ein ganz bestimmtes Gefühl. Eines das ihr später noch richtig Probleme machen wird. Es fing gerade erst an sich zu entwickeln und doch nagte es jetzt schon an der Frau. "Bis morgen." "Denk an dein Versprechen Catelin."

Am Mittag, an einem Tag mitten der Woche war der Zug wie leer gefegt. "Wieso willst du ständig Zug fahren?" In ihrem Blick lag Überraschung und Hoffnung. Ein Blick um sich holte sie jäh in die Realität zurück. Es war nur eine Erinnerung. Wieso träumte sie jetzt davon? Verbittert drehte Catelin die Musik ihrer Kopfhörer lauter. Erst wenn es ihr fast schon in den Ohren weh tut ist es richtig. Wenn sie ihn doch endlich los lassen könnte. Der Zug hielt bei ihrer Station an. Ein unangenehmer eisiger Wind zischte durch den Bahnhof. An den letzten Winter konnte Catelin sich kaum erinnern. Es war so als hätte sie diese Jahreszeit übersprungen und hätte direkt mit dem Frühling weiter gemacht.
"Hi Catelin. Wie war die Arbeit?" Im Wohnzimmer saß gerade ihr bester Freund mit einer Tasse Tee und korrigierte einige Arbeiten. "Nichts besonderes. Hauptsächlich Papierkram. Richard kam mich besuchen um mir die Fäden zu ziehen. Das wars im Grunde." Seit sie heute morgen aufgewacht war fühlte sich die Polizistin ganz seltsam. Als würde ein schweres Tuch über ihren Nerven liegen. Alles fühlte sich dumpf und sehr weit weg an. "Kitty ist alles ok?" "Bin mir nicht sicher." In dem Moment als Catelin seinem Mitbewohner das Herz ausschütten wollte tappste ein verwirrter Fremder in den großen Raum. "Ehm...hi. Joey wo sind meine Klamotten?" Bis auf die Unterhose hatte der Arme Tropf nichts weiter an. "Sind gerade im Trockner. Halbe Stunde musst du dich noch gedulden." "Joey würdest du mir deine neue Bekanntschaft nicht Mal vorstellen?" Die neue Liebelei stellte sich als Jack heraus. Kennengelernt hatten sich die beiden Jungs während der Lehrer mit seiner Klasse auf einem Wandertag war. "Gut, dann lass ich euch Turteltäubchen Mal alleine. Ich muss dringend baden." "Wird Zeit, du riechst ziemlich nach Alkohol." Ihrem besten Freund streckte sie darauf hin nur die Zunge raus. Sie wusste selbst das sie nicht gerade zum Anbeißen aussah. Ein ordentliches Bad würde da schon einiges richten.

Obwohl es so furchtbar kalt und windig war entschloss Catelin noch Mal ihre Sichere Wohnung zu verlassen. Das sie sich am Mittag an Antony erinnert hat war kein Zufall. Sein Todestag war nun 1 Jahr und 5 Wochen her. Genau heute um diese Zeit erwachte Caty aus ihrem Koma und musste erfahren das ihr Partner wirklich nicht mehr da war. Und heute wäre es erst das zweite Mal das sie sein Grab besucht. Zu diesem Anlass hatte sie auch ihre Gitarre dabei. Er hatte es geliebt ihr beim Singen zu zu sehen. "Hi Tony." Sein Grabstein war dunkel gehalten mit goldener Schrift. Im Frühling musste sie unbedingt wieder kommen und neue Hortensien Pflanzen. Das unerbittliche Vibrieren ihres Handys lenkte sie von ihrem ersten Lied ab. "Hallo Connor. Ist gut, ich komme. Schick mir die Adresse. Nein, müsst ihr nicht, ach scheiß drauf. Jaja, Orte einfach mein Handy." Trotz dessen das sie es nicht wollte bestand Connor darauf sie ab zu holen. Gehorsam wartete sie also darauf am Eingang abgeholt zu werden. Catelin fiel es sehr schwer die Augen auf zu behalten. Die ganze Weiße Umgebung blendete ihre vor Trauer getrübten Augen. War die Welt immer schon so hell?

Only one Second - Detroit Become Human FfWo Geschichten leben. Entdecke jetzt