"Aufstehen! Die Sonne lacht!" Wenn der Tag mit einem halben Herzinfarkt anfängt konnte man nur schlechte Laune haben. "Joey ich erwürg dich gleich." "Das kannst du heut Abend versuchen. Du musst zur Arbeit. Hopp Hopp." Das Catelin in ihrem eigenem Bett aufgewacht ist verbuchte sie mit Erleichterung. Etwas schwerfällig erhob sich die junge Frau. An den vorherigen Abend erinnerte sie sich nur Bruchstückhaft aber immer noch genug das sie sich schämen konnte. Ihre erste Mahlzeit des Tages bestand aus einer Aspirin und einem Glas Wasser. Zumindest ein wenig Flüssigkeit musste sie zu sich nehmen. Catelins Handy gab ein kurzes Ping von sich. Wie als wenn ein Fahrstuhl gerade an kam. Das war ihr Ton dafür das eine SMS angekommen ist. "C30.10 Warten unten." Den Code kannte sie gut. Eine Entführung. Eilig schlüpfte die Polizistin in ihre Schuhe. Jetzt zählte jede Sekunde.
Das Auto kam gerade an als sie durch die Haustür des Mehrfamiliehauses gestürmt kam. "Wissen wir schon was über die Geisel?" Keine Begrüßung, keine netten Worte. Es zählte nur noch die Arbeit. "Noah Marsch, männlich, 17 Jahre alt. Seine Begleitung ist ein Haushaltsandroid. Er blieb freiwillig bei der Familie und sollte heute einige Besorgungen erledigen. Sein Name lautet Mikka." Damit hatte Catelin zumindest eine gute Arbeitsgrundlage. An dem Einkaufszentrum angekommen wurde das Trio sofort durch die Mitarbeitergänge in den 2. Stock gebracht. Einige Sicherheitsleute und Polizisten hatten sich bereits dort versammelt. "Lasst mich das machen." Sie wartete gar nicht erst darauf das Hank versuchte sie auf zu halten. Flink und geschickt verschwand sie zwischen den Kollegen. Der Jugendliche und der Android standen ziemlich nahe am Geländer. Catelin musste sich gut überlegen was sie jetzt sagte. Langsam ging sie einen Schritt nach dem anderen an das Pärchen ran. "Hallo Noah, hallo Mikka." "Stehen bleiben! Sonst lass ich ihn fallen!" Der Junge weinte ganz verzweifelt. Sie würde wahrscheinlich ähnlich reagieren. "Mikka, du hast den Noah doch sehr gern, oder? Würdest du ihm wirklich weh tun wollen?" Einen Moment schaute der Android zu der Person in seinen Armen. Der Schmerz stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. "Ich weiß wie du dich fühlst Mikka." "Woher wollen sie das bitte wissen?!" Auf Catelins Gesicht zeichnete sich ein sanftes Lächeln ab. Etwas Gutes hatte ihr Kummer. "Ich bin auch in jemanden verliebt Mikka, aber ich muss der Tatsache ins Auge sehen das aus ihm und mir nichts wird. Natürlich bin ich wütend und traurig darüber aber ich werde es überleben. Und du wirst das auch Mikka." Es trennten nur noch wenige Schritte das Paar von der jungen Polizistin. "Tauschen wir Mikka, du lässt Noah frei und ich werde dir dafür helfen über den Liebeskummer hin weg zu kommen. Ist das in Ordnung?" Zögerlich nur lockerte sich der Arm welcher den armen Jungen fest hielt. Im selben Moment wie Catelin nach Noah griff streckte Mikka seine Hände nach Caty aus. Ein fliegender Wechsel sozusagen. Mit so viel Schwung wie sie aufbringen konnte schubste sie so Noah in die Richtung ihrer Kollegen. Fest aber dennoch behutsam drückte Mikka das Mädchen an sich. "Dankeschön." Nur ein zartes Flüstern. Das plätschern des Brunnens unter ihnen und Geplapper aus einiger Entfernung war zu vernehmen. Dann ließ Mikka sich fallen. Er war um einiges Schwerer als Catelin geahnt hatte und kräftiger. Sie konnte sich nicht aus seinem Griff befreien. Sie sah genau wie das Glas des Geländers zersprang. Der Brunnen unter ihnen war nicht sehr tief. Beide kommen da nicht unbeschadet davon. Das Wasser war kälter als Catelin erwartet hat. Während des Aufpralls wurde ihr die Luft regelrecht aus der Lunge gedrückt. Das Wasser verfärbte sich in wenigen Sekunden dunkel blau. Mehrere Hände zogen die Körper aus dem Wasser. Bei dem Androiden war der Schaden zu groß. Bei ihm war es vorbei. Die Polizistin röchelte eine ganze Ladung an Wasser aus. Ihr schoss für einen Moment der Gedanke durch den Kopf ob Thirium giftig für den Menschen ist. Jeder Atemzug tat der Frau unfassbar weh. "Gebrochene Rippen, Extremitäten scheinen auf den ersten Blick unversehrt zu sein. Miss Martens, verstehen sie mich?" Sie musste die typischen Fragen beantworten bei denen getestet wird ob ihr Gedächtnis funktioniert. Die anwesenden Sanitäter entschieden sie vorerst ins Krankenhaus zu bringen. Nach dem Röntgen und weiteren Test durfte Catelin das Krankenhaus am selben Tag noch verlassen. Am Eingang warteten zwei ganz bekannte Gesichter auf sie. "Ihr hättet nicht extra warten müssen." "Was haben die Ärzte gesagt?" Der kleine Wink mit dem Zaunsfahl wurde doch prompt ignoriert. Da sie aber nicht unhöflich sein wollte beantwortete sie lieber Hanks Frage. "Gehirnerschütterung, reichlich Prellungen, 3 gebrochene Rippen und einige angeknakste Knochen. Ich hatte Glück im Unglück das es nur das ist. Ich soll für heute nach Hause und mich hinlegen. Außerdem soll ich schnellstmöglich zu meinem Therapeuten. Lasst uns erst was essen. Ich habe nichts gefrühstückt." Beide Männer stockten einen Moment in ihren Bewegungen. Sie hatten anscheinend mit wütenden Worten gerechnet oder damit das Catelin nichts weiter sagen wollte. "Was schaut ihr so doof? Ich hab Hunger." "Naja..." Warnend hob Caty einen Finger. "Ich will kein Wort zu gestern hören. Es war fies von dir aber richtig. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen. Jetzt bewegt euch. Ich zahle auch." Vor erstaunten Blicken humpelte das Mädchen den Männern davon.
Connor hatte seit dem Vorfall im Einkaufszentrum ein schlechtes Gewissen. Er hätte es gewesen sein müssen der den Androiden aufhalten sollte, aber er hatte Hemmungen gehabt. Ihm war nicht klar wie er mit Catelin umgehen sollte. Auch jetzt war er sich unsicher. Catelins Mitbewohner Joey hatte sie an diesem Morgen zur Arbeit gebracht. Ihr Gesicht sah ziemlich abgekämpft aus. Wahrscheinlich hatte sie diese Nacht kaum geschlafen. "Guten Morgen Connor." Ihr Lächeln dagegen hatte etwas strahlendes. "Schau Mal was gestern für dich angekommen ist. Ich hab sie gesehen und musste sofort an dich denken." Zittrig aber mit einem stolzen grinsen hielt Catelin ihrem Partner eine dunkelblaue Jacke entgegen. "Los anziehen. Ich muss wissen ob sie passt." Ein wenig perplex kam der Android ihrer Bitte nach. Dieser Mensch da vor ihm überraschte ihn jedes Mal aufs neue. "Connor alles ok?" "Das würde ich lieber von dir wissen." Konzentriert knöpfte Catelin die Jacke zu, erst dann lächelte sie erneut und nickte. "Alles bestens. Du machst dir zu viele Gedanken. Es ist gut so wie es jetzt ist." Um ihre Aussage zu unterstreichen nahm sie ihn fest in die Arme. Er konnte ganz genau ihren Herzschlag wahrnehmen. Sie war komplett entspannt in Gegensatz zu ihm. "Beruhige dich Connor." Die Sache mit den Gefühlen war gar nicht so einfach.
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Only one Second - Detroit Become Human Ff
RomantikFolgende Geschichte ereignet sich knapp nach dem Geschehen im Spiel. Marcus ist das Friedenssymbol zwischen Mensch und Android. Kara, Alice und Luther leben ihr erhofftes Leben in Kanada und Hank und Connor sind immer noch Partner. Das Wetter ist ei...
