VIERUNDDREISSIG

99 11 3
                                        

***

"Wie lange weißt du es schon?" kam es mit zittriger und gebrochener Stimme von ihm. "Ich denke schon länger darüber nach...aber wie ich es schon mehrfach gesagt habe, nicht weil ich dich nicht liebe...es ist das gesamte gerade. Ich möchte noch nicht zurückkommen...Ich möchte hier bleiben und erstmal einen Neuanfang machen" 

"Und das entscheidest du ohne mit mir zu sprechen? Du hast gesagt, dass du zurückkommst" "Harry ich weiß. Für mich ist es doch auch nicht einfach, aber ich kann gerade nicht zurückkommen. Ich muss erstmal wieder etwas für mich machen und Abstand von deinem Ruhm nehmen. Ich werde zurückkommen, aber die Zeit ist noch ungewiss." 

"Also bin ich jetzt Schuld an dem ganzen?" kam es mit ernster Stimme aus dem Handy. "Nein du bist an gar nichts schuld Styles...Ich möchte einfach mehr für dich da sein, dir mehr geben. Du hast es nicht verdient eine Freundin zu haben, die sich nicht wohl fühlt und dir nicht die Aufmerksamkeit schenkt, die du verdient hast. Du sollst nicht nur auf mich warten müssen, sondern dein Leben genießen und es leben." 

"Und das hast du jetzt so zu entscheiden? Du hast zu entscheiden, was für mich richtig oder falsch ist Aria?" an seiner Stimme konnte ich erkennen, dass er mit seinen Tränen kämpfen musste. Ich war dabei Harrys Herz zu brechen. Ich musste ihm wehtun, damit es mir wieder besser ging. Auch wenn mein Herz schmerzen wird. Es war gerade die beste Lösung, dass es mir wieder besser ging.

"Es tut mir leid Harry. Ich Liebe dich...aber ich brauche einfach diese Auszeit für mich...es tut mir leid um das Haus und alles was wir noch erleben möchten...doch gerade kann ich das alles nicht mehr...Ich brauche diese Zeit für mich und ich muss unsere Herzen brechen, damit ich wieder glücklich sein kann...wer weiß was die Zukunft bringt, doch jetzt gehen wir erstmal getrennte Wege..." 

"Ich werde dich nicht anbetteln oder aufhalten Aria...Du bist hier jederzeit willkommen...das ist auch dein zuhause und ich werde erstmal hier bleiben...wenn du es dir anders überlegst, dann ruf mich an...doch ich werde deine Entscheidung nicht verstehen." mit diesen Worten beendete er unser Telefonat und ich spürte den Schmerz in meinem Herzen. 

Die Tränen liefen über meine Wange und ich spürte sofort leere und Trauer. Ich fing an hemmungslos zu weinen, doch wusste ich auch, dass es die richtige Entscheidung war diese Beziehung erstmal zu beenden. 

***

Die Tage zogen an mir vorbei, wie ein neues Leben. Ich war innerlich zerrissen. Mir ging es einerseits sehr gut mit meiner Entscheidung und auf der anderen Seite ging es mir sehr schlecht damit. Ich vermisste Harry wirklich sehr, doch ich spürte auch, dass es mir besser ging. Ich war wieder nur Aria und das gefiel mir sehr gut. Ich hatte hier neue Freunde gefunden und genoss die Zeit mit meinen Großeltern. 

Natürlich vermisste ich meine Geschwister und meine Eltern sehr, auch das tolle sonnige Wetter, doch würde ich zurückfliegen, dann würde ich natürlich zu erst zu ihm gehen. Ich hatte mir für England einen Pass besorgt, der mich solange hier ließ, bis ich den Job nachging. Ich konnte jederzeit zurück in die Staaten. Ich habe sozusagen einen Aufenthalt für zwei Wohnsitze. 

Harry hat sich seit der Trennung noch genau 2x gemeldet. Ich denke er war jedes mal betrunken, da es wirklich verzweifelte Nachrichten waren, die mir sehr weh taten. Ich würde gerne wissen wie es ihm ging und was er macht. Doch konnte ich es erahnen. Ein gebrochenes Herz benötigt Zeit zum heilen. 

Ich hoffte sehr, dass er sich mit der Musik und mit Freuden ablenken konnte. Er sollte wegen mir nicht so sehr leiden und ich hoffe, dass er meine Entscheidung eines Tages verstehen würde. Einige konnten meine Entscheidung nicht verstehen, da sie der Meinung waren, ich hätte einfach weghören sollen. Doch sie waren nicht in meiner Situation. Hatten nicht täglich über verschiedene Kanäle diese Hassparaden und Drohungen bekommen. Keiner der dieses durchgemacht hat, konnte wissen wie es mir ging. Bei sowas konnte auch jede Liebe so stark sein, doch einbrechen kann jeder und muss dann sich für eine eigene Entscheidung treffen.

Ich war sehr froh El, Lottie und nun auch Lou an meiner Seite zu haben. Sie waren die ganze Zeit für mich da und verstanden meine Entscheidung. Sie waren lange an der Seite von Harry und den anderen Jungs und sie wussten, was die Öffentlichkeit mit einem machen konnte. Sie hatten auch schon viele Storys über die Fanbase erzählt. Das ich nicht die erste Freundin war, die durch sowas flüchtete. Sie hofften, dass Harry und ich irgendwann wieder zueinander finden, doch sprachen sie dieses nicht mehr an. Sie gaben auch mir die Zeit abzuschalten und mich auf mich zu konzentrieren. 

Ich hatte auf encounters auch mit Veränderungen begonnen und mich dort auf andere Themen bezogen. Keine Liebe, keine Trennungen und kein Harry. Es waren zwar einige Follower verloren gegangen, doch hatte ich aber noch spaß daran und konnte weiterhin schreiben. Mir war es egal, ob es eine Person oder tausende sahen. Solange ich jemand mit meinem schreiben begeistern oder helfen konnte, dann war mir die Personenzahl egal. Auch wenn es nur mir dazu diente mir selber etwas von der Seele zu schreiben. 

***


Es ist mittlerweile Winter und ich schlenderte durch die Straßen, alles war kahl und kühl draußen. Hier in Birmingham musste ich eine dicke Jacke tragen, die Wollmütze auf meinen Kopf hatte ich schon lange nicht mehr an. 

In L.A benötigte man diese nicht so sehr wie hier. Ich genoss dieses kalte Wetter gerade sehr und konnte die Weihnachtszeit nicht abwarten. Ich liebe diese Zeit in England, es war für mich eine tolle Kindheitserinnerung, die mir jetzt gut tun wird. 

Ich hatte mich in der derzeitigen Heimat gut eingelebt und ich dachte fast gar nicht mehr an die bösen Dinge aus der Vergangenheit. Harry und ich hatten nicht mehr so viel Kontakt. Es war zwar noch keine Ewigkeit her, doch hatte auch er eingesehen, dass es besser geworden war. 

Er merkte, dass es mir besser ging und ich zurzeit einfach noch nicht bereit war für dieses ganze Zeug. Die Öffentlichkeit musste sich erst daran gewöhnen, dass Harry ein junger Mann war, der auch das recht für eine Beziehung hat. Er war ein Junger Mann, der im Februar 25 wird und wer weiß, man sah sich vielleicht nochmal im Leben. Begegnungen kann man nicht beeinflussen, genauso wenig ihre Auswirkungen und Erinnerungen daran.

Harry erzählte mir, dass er an seinem zweiten Album und neuen Projekten arbeitete und das er sich voll auf diese Dinge konzentrierte. Er sollte das machen, was ihm gut tat und nicht in der Vergangenheit rumhängen. Das hatte ich viel zu lange in meinem Leben gemacht. Ich schaute nach vorne und würde ein neues Leben beginnen und neue Begegnungen erleben und mich auf neue Dinge einlassen. 

Trennungen waren nicht immer etwas schlechtes, sie könnten auch ein Happy End zu sich selber sein. Für mich war es gerade ein Happy End zu mir selber. Denn ich fing wieder an, an mich zu denken, mich zu lieben und mich auf das richtige Leben zu konzentrieren. 

Mein Instagram Account habe ich deaktiviert, so konnte ich dort auch nichts mehr lesen oder auch nicht auf die Idee kommen etwas nachzulesen.

Die Vergangenheit mit Harry war schön, aber ich war für diese Zeit einfach noch nicht bereit und es war nicht der beste Zeitpunkt für uns. Diese Liebesgeschichte war noch nicht zu Ende geschrieben. Sie war einfach verschoben und wird irgendwann neu geschrieben. Ob mit Harry und mir, oder mit jemanden anderes an unserer Seite. 

encounters (H.S)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt