SIEBENUNDZWANZIG

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***

'Who's that shadow holding me hostage?

I've been here for days
Who's this whisper telling me that I'm never gonna get away?

I know they'll be coming to find me soon
But I feel I'm getting used to
Being held by you

Oh, baby, look what you've done to me
Oh, baby, look what you've done now
Oh, baby, I'll never leave if you keep holding me this way, oh o-oh
Oh, baby, look what you've done to me
Oh, baby, you've got me tied down
Oh, baby, I'll never leave if you keep holding me this way, oh o-oh'

Die ganze Arena sang jedes Wort von 'Stockholm Syndrome'. Diesen Song aus der One Direction Zeit, den Harry damals schrieb. Ich verfiel diesem Text gerade, er passte so sehr zu meinen Gefühlen, die Achterbahn fuhren. Was machte Harry mit mir, was machte ich mit ihm?

Ich musste eine Entscheidung treffen, es war der letzte Abend auf Tour, die letzte Zeit zusammen. Fliege ich morgen nach Hause oder würde ich noch weiter mit auf Tour gehen. Ich war wirklich hin und her gerissen. Wenn ich mich für die Tour entschied, dann entschied ich mich für ihn. Seinem Job, das gemeinsame Leben und alles was dazu gehörte. Fliege ich zurück, dann entschied ich mich für das alte Leben, die Einsamkeit und das ewige warten. Welche Art von Beziehung möchte ich führen?

Ich hatte auf dieser Reise so viel erlebt, war Harry immer näher gekommen. Habe mit meinem Blog Interviews bei bbc1 Radio gegeben, eine tolle Zeit mit Harrys Familie verbracht und jede Sekunde auf dieser Tour genossen. Doch es war immer noch etwas in mir, was mich zurück auf den Boden holte. Die Entscheidung über den weiteren Verlauf unserer Beziehung.

Ich spürte die Anspannung in meinem Körper und das traurige Gefühl in meinem Herzen. War ich überhaupt bereit mich für etwas zu entscheiden? War Harry bereit sich der Öffentlichkeit zu stellen und alles unter einem Hut zu bringen? Wieso fraßen mich diese Fragen nur innerlich auf, wieso zerrissen sie mich so sehr? Ich war 21 Jahre alt und müsste mich nicht für sowas entscheiden müssen. Sondern einfach das Leben genießen können und in den Tag hineinleben.

Vielleicht machte ich es mir aber auch selber schwer. Ich könnte auch einfach weiter mit auf Tour gehen, oder nach Hause fliegen und dann zurückkommen. Ich würde mit Harry offen darüber sprechen, vielleicht könnte er auch für uns beide entscheiden und ich müsste diesmal keine Entscheidung treffen.

Jetzt konzentrierte ich mich einfach auf das hier und jetzt, seinem Konzert, dem Getränk in meiner Hand uns seinem wundervollem Anblick. Er sah einfach so verdammt gut aus und ich verliebte mich immer wieder neu in diesen Anblick. Harry war einfach der Wahnsinn und ich konnte mir nicht erklären, warum ich dann doch immer wieder Zweifel hatte und nachdenken musste.

Ich schaute so gedankenversunken vom Bühnenrand zu Harry, als sich unsere Blicke trafen und er mich kurz angrinste. Dieses kurze schiefe grinsen und das leuchten in seinen Augen ließen mein Herz springen, mein Bauch kribbeln und jeden Zweifel verfliegen. Ich durfte nicht mehr so ein skeptischer und ängstlicher Mensch sein. Ich liebte diesen Menschen so sehr, da musste ich doch endlich mal einen Schritt nach vorne gehen können.

***

Der letzte Handkuss, dass letzte Danke und er rannte von der Bühne, nahm meine Hand und zog mich mit nach Hinten zum Dressingroom.

"Wie war ich" fragte er überschwänglich, während er die Arme ausbreitete und verschwitzt lächelte. "Wie immer perfekt Styles" grinste ich ihm als Antwort entgegen und fiel ihm in die Arme. Egal wie verschwitzt mein Freund war, ich brauchte jetzt seine Nähe und genoss jede Sekunde in seinen Armen.

encounters (H.S)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt