Teil sieben - Verurteilt

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"Das Hohe Gericht!"

Die Menschen in den Bänken erhoben sich. Alle Blicke richteten sich auf den Mann in der schwarzen Robe. Er stand hinter einem erhöhten Pult am Kopfende des Saales. Seine Augen blickten streng über die Menge, eine imposante Gestalt. Er nickte dem Herold zu, dessen Worte die Menge beruhigt hatten.

In seiner Hand hielt er einen kleinen Hammer, mit dem er jetzt einmal kräftig auf den Tisch klopfte. Das Geräusch hallte wie Donner durch den totenstillen Saal.

"Ihre Majestät, der König."

Francis schluckte. Die großen Flügeltüren am anderen Ende des Saales öffneten sich. Zwei Pagen traten daraus hervor und postierten sich rechts und links neben der Tür. Dann trat, umringt von Höflingen, der König in den Gerichtssaal. An seiner Seite Isabella, die jetzt ebenso pompös angekündigt wurde.

Jesse wurde schlecht. Zusammen mit Drake stand er stellvertretend für die ganze Mannschaft in der Anklagebank. Man hatte sie sich nur notdürftig säubern lassen, zumindest Francis hatte ein sauberes Hemd bekommen, aber sie wirkten neben dieser Zurschaustellung des königlichen Reichtums wie dreckigen Straßenköter.

Das königliche Paar nahm auf den reichverzierten Eichenstühlen neben dem Richterpult Platz. Der König machte eine Handbewegung zum Richter hin, das Zeichen zum Beginn der Verhandlung. Dieser erhob die Stimme und trug die Anklagepunkte vor.

"Francis Drake, ihr seid angeklagt des Diebstahls von königlichen und öffentlichen Eigentums, Verletzung der französischen Hoheitsrechte im Atlantik und Mittelmeer, schwere Körperverletzung und Mord, Schmuggel, Verkauf von Diebesgut und Kommandieren eines Schiffes, obwohl ihnen die Kapitänslizenz entzogen wurde. Die Beweise sind bereits erbracht, geprüft und bestätigt worden. Haben sie vor der Urteilsverkündung noch etwas zu sagen?"

Francis hatte dem Ganzen ruhig und nicht ohne Stolz zugehört. Jetzt schnappte er nach Luft.

"Wie bitte, das Urteil steht schon fest?!"

Auch Jesse war fassungslos. Gab man ihnen denn nicht einmal die Möglichkeit, sich zu verteidigen? Das widersprach allen Regeln der Rechtsprechung. Innerlich tobte er. Das können sie nicht mit uns machen! Ein Seitenblick auf seinen Kapitän verriet ihm, dass dieser sich bereits wieder gefasst hatte.

Er blickte Isabella in die Augen.

"Ja, Majestät, ich habe noch etwas zu sagen."

Die Königin nickte. "Sprecht ganz frei heraus, Käpitän Drake."

Francis atmete noch einmal tief durch und trat dann aus der Anklagebank. Ein Raunen ging durch die Menge, aber er ließ sich davon nicht irritieren.

"Eure Majestät."

Francis verschränkte die Arme hinter dem Rücken und versuchte die richtigen Worte zu finden.

"Ich habe die Anklagepunkte gehört und verstanden. Im Großen und Ganzen entsprechen sie auch der Wahrheit. Ich hoffe, ihr erwartet nicht, dass ich jetzt um Gnade flehe. Ich bereue nichts von dem, was ich getan habe, besonders die Plünderung französischer Schiffe hat mir immer Spaß gemacht, außer", er lächelte leicht, "vielleicht das letzte. Der Befehl, euer getarntes Soldatenschiff zu kapern, ist das Einzige, was ich bereue. Diesesmal habe ich leider das Spiel verloren."

Er blickte dem König offen ins Gesicht.

"Majestät, denken sie bei der Wahl ihres Urteils bitte daran, wer diese Männer dort hinten sind. Es sind ehemalige Matrosen und Soldaten. Alles, was sie verbrochen haben, ist ihrem Kapitän zu gehorchen. Es waren meine Befehle, nicht ihre Entscheidungen. Verurteilen sie diese Männer nicht wegen etwas, das sie nicht getan haben. Es sind auch noch Kinder darunter."

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