Angst, Stress und so viel mehr

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Diesmal habe ich leider keinen poetischen Titel für euch, das bringe ich heute einfach nicht zustande. Mein Kopf ist zu beschäftigt mit tausend Dingen, tausend Gedanken. Alles dreht sich im Kreis, wenn ich lese, wie ich früher geschrieben habe "höher, schneller, weiter", aber jetzt ist es "zu hoch, zu schnell, zu weit". Höher, schneller, weiter, aber ich komme nicht mehr mit. Schritt für Schritt tue ich, was ich kann, aber es ist nur ein Bruchteil von dem, was ich muss. Ich fliege und falle zugleich. Irgendwie als würde ich Seiltanzen, was bei meinem Gleichgewichtssinn vermutlich ähnlich aussehen würde. Als würde ich links und rechts herunterfallen. Und wer ist da? Diesmal fängt mich niemand auf. Niemand halt mich davon ab, mich selbst zu verlieren und aufrecht zu stehen, immer Kopf hoch, wenn du zerbrichst und vergiss nie, nur dann schwach zu sein, wenn niemand zusieht. Es tut fast schon weh. Sie haben ja mein Vertrauen verdient, aber trotzdem kann ich es ihnen nicht geben. Und auf einmal habe ich keinen Boden mehr unter den Füßen. Ich falle, drehe mich um mich selbst und alle Fortschritte sind zu nichts mehr gut. Und da ist niemand, der mich noch hält. Von allen Seiten kommt nur noch mehr Schmerz und Angst und die nächste Last. Etwa zu tun, etwas zu sagen oder einfach nur etwas, dass mir Sorgen macht. Und dann höre ich mich wieder sagen, dass ich stark bin, als wäre nichts gewesen, während das Messer in meinem Regal liegt und dort um jeden Preis liegen bleiben muss und während das "warum?" langsam zu einem "warum nicht?" wird und ich Angst vor dem Tag habe, an dem man es nicht mehr sehen würde und während das Verlangen Tag für Tag größer wird und ich vor dem leuchtenden Kratzer und der Narbe mehr Angst habe als ich jemals vor dem Schmerz haben werde, aber ich bin ja stark. Und blind auf jeden Fall. Und dann träume ich nachts davon, dass ich etwas nicht erledigt habe, wenn ich denn überhaupt so viel Schlafe, und fast jede Nacht weine ich in mein Kissen. Und irgendwann merke ich, dass ich meine Angst nicht überwinde, indem ich so schwach bin, dass es offensichtlich ist, sondern indem ich stark bin. Wäre ich das nur. Denke ich, aber ich schweige, denn die Angst hat mich im Griff. Wie so oft passe ich mich an, die Gefühle verschwinden tief in mir und werden nicht mehr herausgeholt. Es ist dieselbe Angst, die mir auch jetzt sagt, dass ich das alles wieder löschen soll. Meine Gedanken löschen, schon hineinpassen und wehe du machst einen Mucks. Wie immer also.

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