Ns Pov:
Meine Füße trugen mich über die bewässerte Landschaft von Route 6, als plötzlich dichter Nebel aufzog. Mit den Händen in den Hosentaschen blieb ich stehen und sah mich kurz um. Ich kniff meine Augen etwas zusammen, aber man konnte nicht einmal die Hände vor den Augen sehen. Zugegeben- meine Hände waren ja auch in der Hosentasche. „Minna! Elfriede! Wo seid ihr?", rief ich deshalb, als ich meine Schwestern im Nebel trotz allem nicht fand. Guardevoirs Augen leuchteten auf und ich folgte ihnen. Endlich lüftete sich der Nebel und ich stand im Wald, wo sich auch unser Geheimversteck befand. Vor mir stand Minna, Elfriede, Guardevoir und Morbitesse. „Hallo N!", begrüßten sie mich zur selben Zeit. „Hallo!", grüßte ich lächelnd zurück.
Gemeinsam gingen wir den schmalen Waldpfad entlang, der von tief hängenden Ästen etwas abgeschirmt wurde, bis wir an unserem kleinem Haus standen. Eigentlich war es ja eher eine alte Villa, die mit Ranken und einigen Pflanzen verwachsen war. Die grauen Mauern stellten einen schönen Kontrast zu den dunkelgrünen Pflanzen dar. Von Innen konnte man aber wirklich nicht meckern, meine Schwestern und ich haben das Haus auf Vordermann gebracht. Minna, Elfriede und ich haben es gefunden, als wir vor Team Plasma und den sieben Weisen geflüchtet sind. Ich erinnerte mich nur ungern an diese Zeit, sie war einfach furchtbar für mich und meine Schwestern gewesen.
Wir betraten unser Haus und gingen direkt ins Behandlungszimmer, wo sich ein verletzte Picochilla befand. Sie hatte Verbände am Oberarm und Bauch. „Wir haben sie gestern auf einer Mülldeponie gefunden. Sie wurde ausgesetzt und anscheinend geschlagen und getreten. Außerdem hatte sie eine Brandwunde an ihrem Körper.", erklärte Minna traurig und streichelte Picochilla kurz, das auf den Tisch saß. In ihren Augen schimmerte Angst, aber auch Trauer. „Ab jetzt wirst du ein besseres Leben haben.", flüsterte ich und streckte eine Hand langsam aus. Das Picochilla zuckte erschrocken zurück, doch ich ließ meine Hand dort wo sie war. Vorsichtig schnupperte sie doch daran und schmiegte sich langsam dagegen. Sofort strömte die ganze Geschichte dieses kleinen Pokemon durch meinen Körper und ich wurde schlagartig traurig. „Das ist ja grauenhaft.", flüsterte ich.
In diesem Haus hier lebten nicht nur Elfriede, Minna und ich. Es war auch das zu Hause zahlreicher Pokemon, die von Menschen misshandelt oder ausgesetzt wurden. Elfriede spazierte gerade mit einem Tablett, auf dem Tee und Tassen standen, an der Tür vorbei. Ich verließ den Raum, nahm ihr das Tablett grinsend ab und trug es für sie in das Wohnzimmer. Wir setzte und auf die dunkelgraue Couch und Minna schenkte den Tee ein. „Hast du jetzt schon herausgefunden, wer die Träume von Reshiram erhält?", fragte Elfriede, nachdem sie einen kleinen Schluck trank und die Tasse wieder abstellte. Ich nickte zaghaft. „Emily." „Das Mädchen, das die Stimmen der Pokemon versteht?", forschte Minna lächelnd weiter. „Ja.", antwortete ich und lächelte ebenfalls. „Und? Weiß sie, das sie den Lichtstein suchen muss?" Ich schüttelte meinen Kopf. „Warum sagst du es ihr denn nicht?" „Weil es mir Zekrom ausdrücklich verboten hat. Reshiram prüft sie. Emily muss das alles alleine schaffen.", erklärte ich und trank meine Tasse leer. Meine Schwestern nickten verständnisvoll. Ich lächelte: „Ich gehe mich um die Pokemon kümmern."
Emilys Pov:
Glücklich drehte ich den Seismo-Orden in meiner Hand. Das gestrige Training mit meinen Pokemon hatte sich wirklich ausbezahlt. Der Kampf verlief gut, aber Turner zu überzeugen, dass er gegen mich antritt, war die größerer Herausforderung.
Neben den Weg auf Route 6 plätscherte ein Fluss und schlängelte sich den ganzen Weg entlang, bis ich an eine Brücke ankam, die ich überquerte. Schließlich stand ich vor einem Höhleneingang. Davor war ein großes Schild platziert, worauf „Elektrolithhöhle" stand. Als ich die Höhle betrat, verschlug es mir den Atem. Die Höhle war mit Steinen versehen, die in der Luft schwebten und blau leuchteten. „Pika.", staunte mein kleiner Freund und hüpfte direkt von meiner Schulter auf einen Stein zu. Zuerst wurde in seinen Backen leichte, blaue Funken eingesaugt, weshalb Pikachu fröhlich und energiegeladen auf quiekte. Er gab den Schwebestein einen leichten Stups und dieser begann zu schwanken. Nach kurzer Zeit verfiel er wieder in seine alte Position zurück. Pikachu und ich staunten und er tippte ihn erneut an. „Komm Pikachu, weiter geht's.", sagte ich und winkte ihn zu mir. Die kleine Elektromaus folgte mir und überholte mich schließlich. Bei einer Weggabelung blieben wir stehen. Ich überlegte, welche Richtung ich jetzt wählen sollte, doch plötzlich wurde ich von einem lautem Brüllen und einem Beben aus meinen Gedanken gerissen. Pikachu, der vor mir stand, sah mich irritiert an und ich sah kurz hoch. Ein Felsbrocken löste sich und wollte mich und Pikachu zermatschen. Schnell schnappte ich mir meinen Freund und schlug den linken Weg ein. Ich lief solange, bis ich ein Licht am Ende des langen Tunnels sah. Das Gebrüll wurde immer lauter und die Stimme klang wütend und zugleich hörte es sich an, als ob jemand vor Schmerzen schrie. Als ich endlich aus der Höhle war, versteckte ich mich hinter einen großen Felsen und lugte hervor. Ein Maxax stand in der Mitte des Plateaus, schüttelte seinen Kopf und schoss unkontrolliert eine Attacke nach der anderen ab. Weiter links saß ein Typ, der wie ein Wissenschaftler aussah, auf einer Maschine und tippte irgendwelche Knöpfe. Vier Plasmarüpeln standen hinter ihm und beobachteten das ganze Geschehen. „Pikachu, Maxax hat fürchterliche Schmerzen und weiß nicht, was er tut. Glaubst du, das hängt mit der Maschine zusammen?", flüsterte ich Pikachu zu und dieser nickte zustimmend. Meine Augen fielen auf die Stirn des Drachenpokemons. Zwischen seinen beiden Augen war ein rotes, rundes, blinkendes Ding befestigt. „Ich glaube, ich habe die Ursache für die Schmerzen von Maxax gefunden.", meinte ich. „Ach ja?", fragte eine Stimme hinter mir zynisch. Ich machte eine 180 Grad Drehung und zwei der Plasmarüpeln standen vor mir. „Was macht denn dieses dumme Kind schon wieder hier?", grummelte der Linke und verschränkte die Arme. „Ah, du bist doch der Typ aus Stratos City, der ganz hoch in einem Baum geflogen ist, weil er mich nicht durch gelassen hatte. Ich kann mich an deine dumme Visage erinnern.", gab ich zurück. Normalerweise war ich ja nicht so gemein zu Menschen, aber bei diesen Organisationen platzte mir echt der Kragen. Dank meiner großen Klappe, schnappten sie mich und Pikachu. Gut- das hätten sie so oder so getan. Sie drückten meine Arme an meinen Rücken, was ziemlich Schmerzhaft war. Zu meinem Pech schnürten sie mir dann auch noch meine Hände mit einem Seil zusammen und brachten mich zu dem Wissenschaftler. Pikachu war schon längst in eine Kiste gesteckt worden. „Achromas, wir haben einen Eindringling!", schrie er laut neben meinen Ohr. „Was schreist du so, er ist nicht taub. Wenn du so weiter brüllst, werde ich es aber.", gab ich genervt von mich. Der andere Rüpel, der mich festhielt, drückte meine Schulter etwas nach vorne und ich biss mir auf die Unterlippe, um nicht aufzuschreien. „Einen frechen Eindringling.", fügte er grummelnd hinzu. „Frech?" Ich runzelte die Stirn und sah ihn herausfordernd an. Der Rüpel funkelte mich böse an, ehe er mir einen Hieb mit seinen Fuß in meine Flanken verpasste und ich am Boden landete. Pikachu hämmerte gegen das Glas und wollte heraus. Ich sah ihn beruhigend an. Meine Rippen schmerzten echt wie Hölle. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, um mein Mundwerk zu halten, sonst bekam ich noch einen Tritt verpasst. „Du bist also die berühmte Emily!", stellte der Wissenschaftler fest. Er hatte blondes, kurzes Haar. Links ging eine blaue Strähne weg, die einmal um seinen Kopf langte und ihm fast das rechte Auge ausstach. Ich warf ihn funkelnde Blicke zu. „Was habt ihr vor?", knurrte ich. „Wir entlocken lediglich den Pokemon die Kräfte, die sie in sich tragen.", erklärte er. Achromas verschränkte lächelnd die Hände hinter dem Rücken. Maxax brüllte und schoss einen Drachenpuls gegen einen Felsen. „Kleine Kostprobe?" Achromas nickte den Rüpel zu und dieser nahm Pikachu aus der Kiste. Ehe sich mein kleiner, gelber Partner wehren konnte, wurde nach ihm geschossen. Einer dieser roten Teile platzierte sich auf seine Stirn von ihm und Achromas betätigte erneut den Hebel seiner Maschine. Maxax grölte lauter und Pikachus Augen färbten sich in ein dunkles rot. Sein Schweif zuckte und er knurrte finster. „Pikachu.", stieß er wütend aus. Er schoss einen Donnerblitz aus und traf die Felswand. Die Attacke war doppelt so stark, als sie sonst immer war. Achromas lachte böse: „Jetzt kannst du zusehen, wie dich dein eigenes, kleines und niedliches Pokemon vernichtet. Los, Pikachu!" Achromas setzte zum Ende hin einen schärferen Ton an. Auf den Befehl von Achromas, schoss er Elektrobälle, Donnerblitze, Volttackles und Eisenschweifs ab, doch ich konnte jedes mal ausweichen. Pikachu stand mir schnaubend gegenüber. „Pikachu, beruhige dich.", sprach ich ruhig. „Konzentriere dich, du musst mir zuhören." Pikachu zuckte trotz dem nur mit seinen Schweif und schoss erneut einen Elektroball los und ich musste mich auf den Bauch rollen. Schon landete ein Eisenschweif auf meinen Rücken. Weiterer Schmerz breitete sich aus. Das einzige Positive war, dass ich somit von den Fesseln befreit war. Schnell stand ich auf. Pikachu war total erschöpft, stieß trotzdem eine Attacke nach der anderen aus. Ich hatte nur diese eine Chance. Ich lief auf Pikachu zu und nahm ihn hoch. Er ließ einen langen und starken Donnerblitz aus, während ich versuchte ihm das rot-blinkende Teil vom Kopf zu nehmen. Schließlich schaffte ich es und zerbröselte das Blinklicht in meiner Hand und ließ die Reste auf den Boden rieseln. Erschöpft vom Donnerblitz gingen Pikachu und ich zu Boden. Ich war zwar okay, aber Pikachu hatte einiges einstecken müssen. Ich legte ihn neben mir auf die Seite und ließ ihn schlafen. Maxax tobte immer noch. Er warf sich gegen die Felswand und versuchte so den Schmerz zu bändigen. Ich ging langsam auf ihn zu und versuchte ihn zu beruhigen, so wie ich es bei Pikachu ausprobiert hatte.
Mir war die Gefahr nicht bewusst und Maxax schoss einen Drachenpuls los, der sicherlich mein Ende gewesen wäre, wenn mich nicht jemand geschnappt hätte und mit mir auf die Seite gesprungen wäre. Der Schlag des Rüpels meldete sich beim Aufprall zurück und ich machte die Augen auf. N hatte sich schützend über mich gebeugt. „N!", flüsterte ich leicht erschrocken, und wunderte mich woher er so schnell aufgetaucht war. Er lächelte kurz und flüsterte zurück: „Ist schon gut." Dann stand er auf, steckte seine Finger in den Mund und stieß einen lauten Pfiff aus. Lauter Vegimaks kamen mit lautem Gebrüll aus dem Wald und verteilten sich um das kleine Bergareal. Sie hoben ihre Pfoten und sahen zur Sonne. Danach strömten sie ein Aroma aus und Maxax beruhigte sich langsam. Zoroark kam angesprungen und zerteilte das rote Licht auf seiner Stirn mit einer Zornklinge. Mit verschränkten Armen blieb er vor N stehen und sah zu, wie Maxax müde auf den Boden zusammenklappte. Erneut stießen die Vegimaks ein Aroma aus, das Maxax und Pikachus Wunden heilten. Nachdem sie ihre Arbeit erledigt hatten, verschwanden sie wieder im Wald. N rief ihnen ein „Danke" hinterher.
Plötzlich zog starker Wind auf und ein Hubschrauber war zu hören. Über unseren Köpfen flog ein Flieger von Team Plasma hinweg. Maxax versuchte sie vergebens mit einem Drachenpuls zu stoppen. „Das war klar, dass die verschwinden.", knurrte ich mit einem Hauch Enttäuschung in der Stimme. N wandte sich an mich, während ich mich in den Schneidersitz aufsetzte. Sofort eilte er zu mir und half mir dabei. „Alles okay bei dir?", fragte er und musterte mich besorgt. „Ja, alles in Ordnung.", antwortete ich und lächelte gequält. Pikachu war nun bei mir und umarmte mich fest. „Pika.", sagte er traurig. „Du kannst doch nichts dafür.", meinte ich. „Das war diese Maschine." Er nickte traurig und sprang von meinem Schoß. Maxax trottete, nachdem er sich bedankt und verabschiedet hatte, in die Schlucht zurück.
„Wir sollten auch gehen.", meinte er und ich stand auf. Vorsichtshalber stützte N mich. „Ist schon gut, ich schaff das schon.", sagte ich und grinste. „Ich stütze dich. Darauf bestehe ich." N sah mich eindringlich und besorgt an. Ich atmete aus und wir gingen gemeinsam los. Wir mussten jetzt über den Berg gehen, da der Weg im inneren ja versperrt war. So dauerte es Stunden, bis war am anderen Ende des Berges waren.
Es war bereits dunkel, als wir in der Ferne die Lichter von Panaero City sahen. Sie strahlten Wärme und Geborgenheit aus. Ich ließ mich erschöpft auf einen größeren Stein fallen. Die Verletzung an meiner Rippe, die mir der Rüpel eingebrockt hatte, setzte mir doch ganz schön zu. „Was war das denn für eine Maschine?", fragte ich N, der sich direkt neben mich setzte. „Eine Pokemon-Kontrollmaschine. Seit zwei Jahren arbeitet Achromas schon daran. Anscheinend hat er sie jetzt in Gang gebracht.", seufzte er schwer. „Glaubst du, dass G-Cis vorhat, Kyurem damit unter Kontrolle zu bekommen?", fragte ich weiter. N nickte. „Er hat dies nicht nur vor, er wird es auch tun. Wenn er das schafft, dann friert er ganz Einall ein. Menschen wie Pokemon.", erklärte er und sah mich an. „Das können wir nicht zulassen. Menschen und Pokemon gehören doch zusammen.", flüsterte ich traurig. „Soweit lassen wir ihn nicht kommen.", schwor N und munterte mich mit einem Lächeln auf.
Der Mond bewegte seinen feinen Hintern schon in die Mitte des sternenklaren Nachthimmels, als N und ich uns im Pokemoncenter ein Zimmer nahmen. Er beschloss bei mir zu bleiben, falls ich Schmerzen hatte. Ich versuchte N irgendwie abzuwimmeln, aber vergebens. Er wollte sofort zur Stelle sein, wenn mir etwas weh tat.
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Pokemon- Freunde fürs Leben
FanfictionDie 15 Jährige Emily wartet schon sehnsüchtig auf den Tag, an dem ihre Reise beginnt. Nach einem chaotischen Morgen, hetzt sie in das Labor der Professorin. Doch der letzte Starter ist weg! Sie macht sich auf die Suche nach dem Pokemon und lernt den...
