„Piep, Piep, Piep!", piepste der Wecker auf meinem Nachttisch. Ich drückte mein Gesicht in den Polster und suchte mit meiner linken Hand nach der Ausschalttaste, um den nervigen dröhnen ein Ende zu setzen. Nachdem ich diese Aufgabe mit Bravur gemeistert hatte, drehte ich mich zufrieden auf die andere Seite und versuchte weiterzuschlafen.
Plötzlich schossen meine Augen wieder auf. Ich war wieder zu Hause! Ich grinste breit, schlug die Bettdecke zur Seite und sprang aus dem Bett. Dabei vergaß ich, dass jemand auf der Matratze, die ich direkt an meinem Bett lagerte, schlief. Ich stolperte über diese Person und flog im hohen Bogen auf meine Nase. „Autsch!", entkam es uns beiden. Ich sah den Grünhaarigen verwirrt an und als er meinen verdutzten Blick erwiderte, begann ich zu Lachen. „Tut mir leid. Ich habe dich übersehen.", kicherte ich und rappelte mich hoch. Ich wandte mich meinen Fenster zu und öffnete den großen Flügel. Ich stützte mich am Fensterbrett ab und ließ mir die frische Luft von Avenitia um die Nase wehen. „Schön, ich bin wieder zu Hause.", wiederholte ich mich lauter und schloss genüsslich meine Augen. Ich wirbelte herum und rannte los, bemerkte aber nicht, dass N hinter mir stand und stieß mit ihm zusammen. N wankte leicht, bis er sein Gleichgewicht wiederfand und auch ich schwankte, konnte mich aber wieder ausbalancieren. „Aufgeregt wie ein kleines Kind.", meinte er schmunzelnd. Dafür boxte ich ihm in den Oberarm. „Nicht frech werden, Harmonia.", meinte ich empört und grinste. N verließ lachend das Zimmer und half meiner Mutter in der Küche, damit ich mich in Ruhe anziehen konnte. Wie immer wählte ich meine kurze Hose, mein weißes Top und darüber die schwarze Weste. Meine langen, braunen und lockigen Haare, band ich zu einem Pferdeschwanz zusammen.
Ich polterte die Treppen hinunter und landete bei meiner Mutter in der Küche, warf ihr ein gut gelauntes „Guten Morgen" zu und schnappte mit das Geschirr aus der Lade, damit ich den Tisch decken konnte. „Guten Morgen, Emily!", lachte sie. „So fröhlich habe ich dich schon lange nicht mehr gesehen." „Weißt du, es ist einfach schön, wieder in einem weichen Bett aufzuwachen, anstatt in seinem Schlafsack." „Und deine alte Mutter hast du nicht vermisst, oder wie?", schmunzelte sie. „Doch.", pflichtete ich bei und sie lächelte zufrieden. „Sogar Geronimatz.", lachte ich. Der Jungvogel funkelte mich wütend an, ehe er sein Gefieder aufplusterte und gurrte. Seine Mimik war heute Ausnahmsweise einmal nicht angestrengt und genervt. Ich und Geronimatz verstanden uns zwar gut miteinander, doch ihm ging es ziemlich auf die Nerven, wenn ich nicht aus den Federn kam. Unsere Beziehung zueinander konnte man nicht wirklich beschreiben, es war so eine Mischung aus Hass und Liebe. „Das habe ich ernst gemeint.", meinte ich zu dem Vogel, der mich misstrauisch anblickte. Sie kniff die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen. „Matz-matz.", gab sie von sich. „Ich glaube, dass sie dich vermisst hat.", pflichtete meine Mutter bei, stellte den Krug mit dem Orangensaft auf den Tisch und setzte sich. N stellte noch den Korb mit den Gebäck auf den Tisch und gesellte sich zu uns. „Seitdem du weg warst, war ihr ziemlich langweilig. Sie hatte niemanden mehr zum Aufwecken." Ich grinste über beide Ohren und schnitt eine Semmel in zwei Hälften. Die eine Seite belegte ich mit Wurst und nahm gleich einen kräftigen Bissen.
Meine Mutter sah mir eine Weile beim Essen zu. Ich hielt inne und sah sie fraglich an. „Was?" „Ach, du bist so schnell erwachsen geworden.", seufzte sie. „Jetzt bist du schon von deiner ersten Reise heimgekehrt. Dabei kommt es mir erst wie gestern vor, als du noch in die Windeln gesch..." „Mom!", unterbrach ich sie entsetzt. Meine Augen wurden groß und ich sah sie peinlich berührt an. N, der sich bis jetzt ruhig verhielt, begann lauthals zu lachen. „Du bist total peinlich!" „Entschuldigung! Du weißt doch, dass es mich bei diesen Thema immer mitreißt!", meinte sie und hob beide Hände. Super, da war man gerade Mal den ersten Morgen nach seiner Reise zu Hause und schon wurde man bis auf die Knochen blamiert.
Plötzlich flog die Haustür mit einem gewaltigen Schwung auf. Bell stand aufgeregt im Türrahmen. „Bist du völlig Irre geworden?", schoss es aus mir heraus. „Wir haben auch eine Klingel. So altbacken sind wir nicht." „Mitkommen!", befahl sie mir. „Ich frühstücke..." Sie ließ mich meinen Satz nicht zu Ende sprechen, nahm mich am Handgelenk und zog mich vor die Tür. Dort stand ich dann nur mit Socken im Vorgarten. Die Haustür flog wieder laut in die Angel zurück und ich zuckte zusammen. „Sonst ist alles in Ordnung mit dir?", schnauzte ich sie an und wartete mit verschränkten Armen auf eine Antwort. „Mir geht's gut. Danke der Nachfrage!", brabbelte Bell aufgeregt.
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Pokemon- Freunde fürs Leben
FanfictionDie 15 Jährige Emily wartet schon sehnsüchtig auf den Tag, an dem ihre Reise beginnt. Nach einem chaotischen Morgen, hetzt sie in das Labor der Professorin. Doch der letzte Starter ist weg! Sie macht sich auf die Suche nach dem Pokemon und lernt den...
