Am nächsten Morgen wurde ich von einem klirren geweckt. Erschrocken fuhr ich hoch und strampelte schnell die Bettdecke an das Bettende zurück. Ich verfolgte das klirrende Geräusch und das leise Fluchen, bis ich schließlich im Bad stand. N kniete am Boden vor den Scherben und sammelte diese eifrig auf. Ich lehnte mich gegen den Türrahmen und beobachtete N. Als er mich immer noch nicht bemerkte, klopfte ich mit meinen Zeigefingerrücken gegen die Tür. N sah auf und lächelte, als er mich entdeckte. „Morgen.", lächelte ich. „Morgen, Emily.", antwortete er. „Soll ich helfen?", fragte ich und nickte auf die Scherben. „Nein, schon gut. Nicht dass du dich schneidest.", meinte er. Mein Blick viel zu Ns Hand, aus der Blut tröpfelte. „So wie du?", fragte ich und deutete besorgt auf seine rechte Hand. Verwundert starrte er diese an.
Schnell fischte ich mir meinen Rucksack vom Bett und kramte nach meinen Verbandskasten. „Wo ist denn das... ah!" Ich eilte wieder zu N ins Bad und zog ihn aus den Scherben. „Hand auf.", meinte ich und weiteres Blut tropfte auf den Boden. Schnell legte ich einen viereckigen, weißen Stoff auf die Handfläche und umwickelte diesen mit einen Verband. „So, fertig.", sagte ich und räumte das Verbandszeug wieder in meinen Rucksack. „Danke.", meinte N und sah mich an. „Schon gut. Geh etwas frische Luft schnappen, du bist kreidebleich.", meinte ich immer noch etwas besorgt. „Aber die..", widersprach er. „Um die Scherben kümmere ich mich.", antwortete ich und schob ihn auf die Terrasse, bevor ich im Bad verschwand. Pikachu sprang in den Raum und fragte: „Pika-ka?" „Nein danke. Könntest du dich bitte während ich die Splitter aufsammle etwas um N kümmern? Wenn er umkippen soll oder deren gleichen, dann sage es mir.", bat ich mein kleines Pokemon. Pikachu hopste gut gelaunt davon. Schnell waren die Glassplitter aufgesammelt und die Blutflecken am Fliesenboden aufgewischt. Als die Glassplitter im Abfall gelandet waren, gesellte ich mich zu N auf die Terrasse. Ich stellte mich dicht neben ihn und lehnte mich an das Terrassengeländer. Ich sah kurz zu N und wandte mich dann wieder dem regen Treiben der Kleinstadt zu. „Geht's dir wieder besser?", fragte ich. „Ja, danke.", meinte N. „Gut, jetzt hast auch wieder etwas Farbe im Gesicht. Vorher hättest du der Bruder vom Tod sein können.", schmunzelte ich. N grinste, wurde trotzdem etwas rot. Ich schubste ihn leicht mit meiner Hüfte und meinte: „Das war doch nur ein Witz." Ein grinsen konnte ich mir dennoch nicht verkneifen. „Gehen wir frühstücken?", fragte ich. „Klar.", lächelte N schwach.
Das Frühstück war schnell verputzt und nun standen wir vor dem Pokemoncenter. „Weißt du zufällig, ob es hier eine Bibliothek gibt?", fragte ich N. Ich war jetzt nicht wirklich eine Leseratte, aber ich wollte mehr über die Legende herausfinden. „In Panaero City gibt es keine Bibliothek.", antwortete er und musterte mich kurz. Wahrscheinlich wollte er wissen, ob ich ihn auf den Arm nahm, aber eigentlich war dies mein purer ernst. „Schade.", seufzte ich. Plötzlich läutete mein Visocaster und ich zuckte durch den schrillen Ton kurz zusammen. N lachte sich schlapp und ich warf ihm einen gespielt vernichtenden Blick zu. Während ich nach dem piepsenden Gerät in meinen Rucksack suchte, grinste ich trotzdem. „Hallo?", nahm ich ab und wartete bis jemand antwortete. Schon tauchte Frau Professor Esche am anderen Ende der Leitung auf. „Hallo Emily, schön das ich dich erreichen konnte.", sprach sie und lächelte. „Hast du eventuell gerade etwas Zeit für mich und meinen Vater?", fragte sie. „Ja, klar.", antwortete ich. Sie sagte mir die Adresse an und legte dann auf. Schnell verstaute ich meinen Visocaster wieder im Rucksack und sah dann zu N. Er hatte seine Hände in der Hosentasche vergraben und seinen Blick den Boden zu gewandt. Irgendwie sah er traurig aus. „Möchtest du mit mir mitkommen? Vielleicht können wir hinterher noch etwas unternehmen.", schlug ich vor. Seine Miene hellte sich auf und er nickte zustimmend. „Also dann!"
Nach wenigen Minuten standen wir vor einem Haus, zu dem uns die Adresse führte. Ich drückte auf die Haustürklingel und kurzerhand später, öffnete uns ein älterer Herr die Tür. Er hatte ockerfarbenes Haar und an seinem Kinn hing ein buschiger Bart. Das war wahrscheinlich der Vater von Frau Professor Esche. „Ähm, guten Tag! Ich heiße Emily. Ist Frau Professor Esche zu Hause?", stellte ich mich vor. Der Herr kniff seine Augen zusammen. „Ja, das ist meine Tochter.", sprach er. „Ich heiße Professor Esche.", stellte nun er sich vor. Auch ein Professor? Nicht schlecht. Herr Professor Esche wandte sich nun an N. „Und wer ist denn diese junge Dame hier? Mit den langen, grünen Haaren?", fragte er weiter und kniff seine Augen noch weiter zusammen. „Ich bin N... warten Sie. Dame?", fragte N und lachte los. Nur gut, dass Harmonia eine Portion Humor in sich trug. Ansonsten wäre er wahrscheinlich nur wieder beleidigt. „Das ist ja ein Junge!", rief der Professor entsetzt, als er die sanfte Stimme von N hörte und sah peinlich berührt zu Boden. „Vater!", sagte eine weibliche Stimme entsetzt. Frau Professor Esche tauchte in der Tür auf und schob ihren Vater beiseite. „Sieh zu dass du deine Kontaktlinsen findest und komm dann wieder zu uns.", meinte sie lächelnd und ihr Vater verschwand. „Entschuldigt meinen Vater... kommt doch rein.", meinte sie freundlich einladend mit einer Handbewegung. Ich schüttelte grinsend den Kopf.
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Pokemon- Freunde fürs Leben
Hayran KurguDie 15 Jährige Emily wartet schon sehnsüchtig auf den Tag, an dem ihre Reise beginnt. Nach einem chaotischen Morgen, hetzt sie in das Labor der Professorin. Doch der letzte Starter ist weg! Sie macht sich auf die Suche nach dem Pokemon und lernt den...
