Ich fühlte mich aufgelöst, fertig und einfach nur niedergeschlagen. Wir hatten Team Plasma besiegt und dennoch zierte kein lächeln mein Gesicht. Es war seltsam, die ganze Situation war wie in einem schlechten Actionfilm. Der Wind zerzauste meine Haare und es fühlte sich an, als ob ich schwerelos wäre und mich selbst von weitem sehen könnte. Und dennoch bekam ich jedes weitere Detail mit. Ohrdochs wanderten in die Schlucht, formatierten sich in einem Kreis und setzten eine heilende Attacke ein. Als sich Zwottronin und Fukano regten, verschwanden sie wieder. Ungefähr so schnell, wie eine Seifenblase zerplatzte oder sich die Wolken lichteten.
Reshiram erhob sich langsam und suchte nach mir. „Emily!", rief er nach mir. „Emily! Emily, hörst du mich?" Das mächtige Pokemon stand direkt vor mir und ich nickte langsam. Erleichtert atmete Reshiram aus. „Ihr habt es geschafft! Emily, ihr seit..." „Reshiram, ich weiß nicht wo N ist.", fuhr ich ihm panisch durchs Wort. „Alles ist okay, ihm geht es bestimmt gut.", beruhigte mich Reshiram.
Schon starteten wir gemeinsam einen Suchtrupp. Meine Pokemon, einschließlich Zekrom und Reshiram, blickten sich genauer bei den Ruinen um und ich suchte die Felswände entlang. Immer wieder rief ich nach N, doch es war nur das Hallen meiner Stimme zu hören.
Plötzlich erblickte ich eine grüne Haarpracht an der Felswand. „N!", entfuhr es mir. Sofort war ich zur Stelle, kniete mich vor ihn hin sah ihn besorgt an. Ns Gesicht war blutverschmiert. Der Grünhaarige reagierte nicht auf meine Stimme. Meine Pokemon waren auf die Rufe aufmerksam geworden und kamen zu mir. „Reshiram, er wacht nicht auf!" Ich packte sanft seine Schultern und rüttelte an ihm, sprach ihn immer wieder etwas zu, aber jeder Versuch war zwecklos. Ich versuchte Puls und Atmung zu überprüfen, bekam aber nichts zu spüren.
Ns Bein war zwischen den Felsen eingeklemmt und gemeinsam schafften wir sie von ihm herunter. Ich zog meine schwarze Weste aus und verband damit seinen Fuß. „Emily!", hörte ich Zekroms Stimme in meinem Nacken. Hastig drehte ich mich um. Mein Gesichtsausdruck glich ungefähr wie der, wenn Bambi alleine im Wald unterwegs war. „N ist doch nicht... ich meine er kann doch nicht...", stotterte ich vor mich her.
Reshiram senkte traurig den Kopf und schloss seine Augen, sowie der Rest meines Pokemonteams. Ich machte den Mund auf, um etwas zu sagen, doch die Situation schnürte mir die Kehle zu. „Nein.", krächzte ich und eine einzige Träne lief über meine Wange, auf den Weg zum trockenen Boden. Nach einer Weile des Schweigens, stöhnte Zekrom verwirrt auf. Auch ich blickte mich überrascht um und entdeckte, warum das Pokemon so verstört wirkte. Um uns war Nebel aufgezogen - nichts als purer Nebel. Der Wind, der mit sich kam, säuselte uns unverständliche Dinge zu und ich konzentrierte mich nur darauf. „Emily, sei unbesorgt!", wisperte eine Stimme. „Noch besteht Hoffnung um N!", kam eine zweite hinzu. Was um Kyurems Willen war hier los?
Langsam löste sich der Nebel um uns auf und ich befand mich knietief in einem - Teich? Seerosen schwammen um uns und am Rand war ein schmaler Schilfgürtel zu sehen. Das ganze Spektakel fand in einem Wald statt. Ich erhaschte einen Blick zum Rand des Teiches und sah dort zwei Frauen stehen. Eine hatte blondes Haar, die andere rosa Haar. Neben den beiden Damen standen ein Morbitesse und ein Guardevoir. Hinter den Vieren stand mein Team, samt Reshiram und Zekrom. „Leg Ns Kopf in das Wasser." „Huh?", fragte ich verwundert. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich den Kopf des grünhaarigen Freaks über Wasser hielt. Vorsichtig platzierte ich seinen Kopf auf die Wasseroberfläche und kletterte an den Rand. „Was passiert hier?", flüsterte ich. „Morbitesse!", befahl mir das schwarze, große Pokemon und funkelte mich finster an. Ich wich einen Schritt zurück und murmelte ein „Entschuldigung, bin ja schon ruhig".
Traurig blickte ich zu N. Ich hatte keine Ahnung, was hier geschah, aber es sah so aus, als wollten sie N helfen. Was mein Gewissen etwas beruhigt. Als einige Minuten schweigend vergingen und einer nach den anderen enttäuscht die Schultern sinken ließ, wusste ich, das jede Hilfe zu spät kam. „Ist er tot?", fragte ich mit zitternder Stimme. Doch die Antwort war klar. Man musste sich nur diese Szene ansehen.
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Pokemon- Freunde fürs Leben
FanfictionDie 15 Jährige Emily wartet schon sehnsüchtig auf den Tag, an dem ihre Reise beginnt. Nach einem chaotischen Morgen, hetzt sie in das Labor der Professorin. Doch der letzte Starter ist weg! Sie macht sich auf die Suche nach dem Pokemon und lernt den...
