Ich erwachte in kompletter Dunkelheit. Eine mir bekannte Stimme flüsterte meinen Namen. „Wer bist du?", wagte ich es zu fragen. Meine Augen waren weit geöffnet und bereit, jeder denklichen Gefahr zu trotzen und dies meinem Gehirn zu melden, damit dieses richtig reagieren konnte. Langsam stand ich auf und sah mich vorsichtig um. Außer Dunkelheit war hier nichts. Meine Schritte hallten und es fühlte sich so an, als ob ich in einer Tropfsteinhöhle war. Hinter mir hörte ich ein Flügelschlagen und ich wirbelte herum. Es blickten mich wieder diese zwei Augen an. Diese Augen, die ich schon in meinem letzten Traum zu sehen bekam. Diesmal waren sie voller Kummer und Sorgen. „Was hast du?", fragte ich besorgt. Ich hatte schlagartig keine Angst mehr und alles was ich jetzt fühlte war pures Mitleid mit dem Fremden. „Es werden schlimme Zeiten eintreten, wenn du uns nicht hilfst.", sagte die sanfte Stimme traurig. „Wie kann ich dir helfen? Hat das alles mit Team Plasma zu tun?" Ich machte einen Schritt auf den Unbekannten zu. „Hör zu.", unterbrach mich die Stimme sanft und verleitete mich, stehen zu bleiben. „Zuerst musst du mich finden. Du weist wer ich bin." Die Stimme verhallte zum Ende hin. Es waren wieder Flügelschläge zu hören und ich verlor den Boden unter den Füßen.
Ich schlug meine Augen auf und setzte mich ruckartig auf. Pikachu fiel vor Schreck aus meinen Bett. „Pika.", beschwerte er sich und rieb sich seinen Kopf. „Entschuldigung, das wollte ich nicht!" Ich hatte schon ziemlich eigenartige Träume in den letzten Tagen. Immer wieder tauchten diese Augen auf und die Stimme wollte mir etwas Erzählen, aber es endete immer gleich.
Ich hob Pikachu zurück auf das Bett und strampelte die Bettdecke weg. Dann watschelte ich auf den Balkon. Die Sonne schien mir warm in mein Gesicht. Einige Vogelpokemon sangen ihre Lieder. Ich schloss meine Augen und genoss den Moment. Auf den Straßen herrschte schon reges treiben. Erwachsene bahnten sich einen Weg durch Menschengruppen, die ihnen im Weg standen. Meine Gedanken schweiften zu meinen Traum ab. Ich wurde traurig, als ich mich an die besorgten und kummervollen Augen zurück erinnerte. Ich überlegte, wer oder was der Unbekannte sein könnte. Auf jeden Fall konnte es kein Mensch sein, da der Unbekannte Flügeln besaß. Wie konnte ich den Unbekannten finden? Ich kannte ihn nicht. Oder zumindest glaubte ich das. Der Unbekannte meinte, das ich ihn schon einmal gesehen hatte. „Pikachu.", riss mich mein kleiner, gelber Partner aus den Gedanken. Er stupste mich am Bein an und sah zu mir hoch. Ich lächelte ihm zu und antwortete: „Ja, lass uns frühstücken gehen." Pikachu hüpfte vor Freude und sauste zur Tür voraus. Er sprang zur Türschnalle hoch und öffnete die Tür. Ich lachte kurz, schnappte mir meinen Rucksack und schloss dann die Tür hinter mir. Pikachu war mit einem Satz auf meiner Schulter und wir spazierten zum Frühstücksbuffet hinunter.
Ich klappte das Prospekt auf, das mir Schwester Joy gab. Im Prospekt waren alle Sehenswürdigkeiten von Rayono City aufgezeichnet. Das Musical, die Sporthallen, der Vergnügungspark und die Kampfmetro. Die Kampfmetro war eigentlich ein Zug und ich wunderte mich, warum es gerade Kampfmetro hieß. Einer dieser Züge fuhr nach Ferrula. „Mhm, interessant.", murmelte ich, als ich durch die Infos las. „Hey Pikachu, hast du Lust nach Ferrula zu fahren?", fragte ich meinen kleinen, gelben Freund, der neugierig von meiner Schulter in das Prospekt lugte. Er stimmte mit einen „Pikachu" zu und ich ging die Hauptstraße entlang, in der die Metro lag. Ich stand nun vor dem Gebäude und betrat das große Tor. Eine endlos lange Stiege führte zu den einzelnen Bahnsteigen. Auf der großen Anzeigetafel las ich die Fahrzeiten der Züge. Der Zug, der uns nach Ferrula brachte fuhr um Punkt 12 Uhr ab. Mein Blick schweifte auf die große Uhr, die mitten in der Eingangshalle angebracht war. Es war 11:59 Uhr. Warte, 11:59 Uhr?! „Mist!", rief ich und sprintete los. Ich hatte eine Minute Zeit, den Zug zu erwischen. Ich bahnte mir einen Weg durch die vielen Menschen, bis ich den Zug sah. Die Tür stand noch speerangelweit offen und ich sprang zusammen mit einem anderen Mädchen in den Waggon.
Wir lagen beide lachend am Boden. Ich war schneller auf den Beinen und ich streckte dem Mädchen meine Hand hin. Lächelnd nahm sie meine Hand und bedankte sich. Sie klopfte sich ihre Hose ab und hob ihre Tasche vom Boden auf. „Tut mir leid, ich habe dich nicht gesehen.", entschuldigten wir uns gleichzeitig. Ihre blauen Augen funkelten amüsiert. Ich kicherte kurz. Das Mädchen schien sehr sympathisch zu sein. „Ich heiße Emily und das auf meiner Schulter ist Pikachu.", stellte ich mich freundlich vor. „Hey, ich heiße Anna und das hier ist Zorua." Sie öffnete ihre Tasche und ein kleines, graue-rotes Pokemon steckte seinen Kopf aus der Tasche und gähnte ein herzhaftes „Zor". „Bist du süß.", entfuhr es mir leise und brachte Anna damit zum Lächeln. Sie setzte sich auf die Bank und kramte in ihrer Tasche herum. Ihre orangenen Haare fielen ihr in das Gesicht. Ich sah währenddessen auf den Boden. Mir fiel auf, dass am Boden ein Kampffeld aufgezeichnet war und der Waggon generell sehr großräumig war.
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Pokemon- Freunde fürs Leben
FanfictionDie 15 Jährige Emily wartet schon sehnsüchtig auf den Tag, an dem ihre Reise beginnt. Nach einem chaotischen Morgen, hetzt sie in das Labor der Professorin. Doch der letzte Starter ist weg! Sie macht sich auf die Suche nach dem Pokemon und lernt den...
