Türchen 6

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Kapitel 6

„Frieda? Willst du uns nicht sagen, was los ist in letzter Zeit?", begann Elladan das Gespräch. Frieda schüttelte mit dem Kopf. „Wir machen uns Sorgen, Frieda", betonte Elrohir. „Ich hab Angst", sagte sie leise. „Wovor hast du denn Angst? Doch nicht etwa vor Elrohirs Grimassen?", scherzte Elladan, um die Stimmung etwas aufzuheitern und gleichzeitig zu entspannen. Alle außer Elrohir kicherten. „Haha, sehr witzig. Im Ernst Frieda. Egal vor was du Angst hast, wir können dich beschützen. Aber du musst uns schon sagen wovor du Angst hast", sagte Elrohir ihr. „Ich hab Angst, dass ihr mich zurückschickt", „Meinst du nach Hause ins Auenland?", hakte Elladan nach und Frieda nickte. „Warum hast du denn so Angst vor deinem Zuhause?", klinkte sich nun auch Arwen ins Gespräch mit ein. Darauf antwortete Frieda nicht. Arwen zog sie auf ihren Schoß und legte ihre Arme um sie. „Weißt du, wir können dir nicht helfen", sprach sie, „wenn du nicht mit uns sprichst. Und wenn man, wie du jetzt, Angst oder Sorgen hat, hilft es, wenn man darüber spricht". Daraufhin sagte niemand etwas. Arwen wollte schon das Thema wechseln, traurig darüber, dass sich das kleine Mädchen ihnen nicht anvertrauen wollte, als Frieda doch noch anfing zu reden: „Ich bin weggelaufen". Die Aussage überraschte die Geschwister nicht wirklich, dennoch ließen sie sich nichts anmerken. „Warum bist du denn weggelaufen? Fang am besten von vorne an", sagte Arwen sanft. Und so erzählte Frieda wie sie ständig Streit mit dem Nachbarsjungen hatte (was ihre Eltern nie gut fanden), dass sie beschuldigt wurde ein Fenster eingeworfen und ein Feuer gelegt zu haben, es aber nicht war. Von dem Kaninchen, wegen dem sie nicht Heim gekommen war und von dem Streit zwischen ihren Eltern und ihr selbst. Dass ihre Eltern ihr nicht glaubten und später darüber redeten, dass ihre Adoption, von der sie bis zu diesem Tag nichts wusste, zumindest in den Augen ihres Vaters, ein Fehler war. Auch erzählte sie von ihren Gefühlen, eine Last für ihre Eltern zu sein und sie vollkommen enttäuscht zu haben. Am Ende dieser Erzählung schluchzte Frieda und Tränen rannen über ihre Wangen. Arwen umarmte sie fest und die Zwillinge umarmten sowohl ihre Schwester als auch Frieda.

Nach dem Gespräch hatte Arwen mit ihrem Vater Elrond geredet und erreicht, dass Frieda in Imladris bleiben durfte, solange sie wollte. Seitdem hatte sich einiges geändert. Elrond hatte Frieda, was ihre Bildung anging, unter seine Fittiche genommen, seit er gehört hatte, dass sie nicht lesen und nicht schreiben konnte. Frieda freute sich über den Unterricht und übte fleißig. So lernte sie nicht nur lesen und schreiben, sondern auch die Sprache der Elben und viel über Kräuter und Heilung. Schließlich war Elrond selbst ihr Lehrer, der ein Meister der Heilkunst war.

Eine Lieblingsbeschäftigung von Frieda wurde es auch, Elladan und Elrohir beim Training zuzusehen. Dabei wurde ihr klar, dass, wenn sie auch so kämpfen könnte, sie sich nie wieder vor einem Angriff fürchten müsse. Also ging sie zu ihnen. „Könnt ihr mir das auch beibringen?", fragte sie scheu. Die Zwillinge blickten überrascht zu ihr. Beide tauschten Blicke aus und nickten dann. „Also mit welcher Waffe möchtest du anfangen?", fragte Elladan. „Mit dem Schwert. Wie ihr beide", lächelte das Hobbitmädchen. So kam es, dass die Zwillinge ihr ein Holzschwert in die Hand drückten und ihr die einfachen Grundtechniken beibrachten. Später brachten sie ihr auch das Bogenschießen bei. Hierzu hatten sie Frieda eine kleine Version eines Langbogens anfertigen lassen. Die Zwillinge sprachen es nicht aus, aber es sah sehr süß aus, wie ein, für sie beinah winziges Kind, mit einem Bogen in passender Größe hantierte. In ihrer ersten Bogenschießstunde hatte sie direkt beim ersten Versuch die Zielscheibe, die in zehn Meter Entfernung stand, getroffen. Freudig hatte sie direkt zum nächsten Pfeil getroffen. Kurz um, der erste Pfeil hatte sich als Glückstreffer entpuppt. 'Anfängerglück', hatte Elrohir es genannt. Aber es hatte das kleine Mädchen nicht entmutigt, und nach einiger Trainingszeit waren ihre Treffer weniger durch Glück als durch Können gekrönt. Frieda war innerlich ziemlich stolz auf ihre ersten beiden Waffen. Auch wenn sie nicht echt waren. Elladan und Elrohir sahen ihr dies an. Anfangs war Elrond dagegen, aber im Verlauf des Trainings sah er die Auswirkungen dieses auf Frieda. Ihr Selbstvertrauen stieg und sie fühlte sich sicherer. Dazu kam, dass ihre Albträume etwas weniger wurden, was den Elben nicht verborgen blieb. Einmal hatte Elladan sie auf deswegen darauf angesprochen, und Frieda meinte zuversichtlich, jetzt müsse sie vor den Wargen nicht mehr so viel Angst haben, schließlich wusste sie nun, wie sie sich verteidigen konnte. Elladan hatte das ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Nicht zuletzt dadurch, dass ihre Chancen im Kampf mit ihrem jetzigen Können eher schlecht standen. Sie würde vielleicht ein paar Minuten durchhalten, aber nicht mehr. Das würde sich aber mit der Zeit noch ändern, da war er sich sicher. Gleichzeitig wurde ihm etwas schwer ums Herz, denn es erinnerte ihn daran, dass Frieda erst neun Jahre alt war. Kein Kind sollte in diesem Alter so etwas durch machen und kein Kind sollte sich über Selbstverteidigung in diesem Maße Gedanken machen müssen.

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„Frieda?", rief Arwen diese mit belegter Stimme zu sich. „Was ist los, Arwen?", fragte Frieda und ließ sich neben der Elbin, die ihren Arm um sie legte, auf der Bank nieder. „Es gibt da etwas was ich dir sagen muss", begann Arwen langsam. Frieda sah sie stumm an. „Ich war nur für eine kurze Weile hier in Bruchtal zu Besuch", „Was meinst du?", unterbrach sie das Hobbitmädchen. „Ich hatte mich dazu entschieden, für eine Weile bei der Sippe meiner Mutter in Lothlórien zu leben. Dort herrscht meine Großmutter, Lady Galadriel. Ich wollte nur für wenige Monate hierher zurück, da ich hörte, dass meine Brüder auch für eine Weile hier sein würden. Und die haben dich hier her gebracht. Frieda, du bist für mich und Elladan und Elrohir zu einer kleinen Schwester geworden. Aus diesem Grund habe ich meinen Aufenthalt hier verlängert. Aber nun ist es für mich an der Zeit, in das Reich Lóriens zurückzukehren", erklärte Arwen. Frieda standen inzwischen die Tränen in den Augen. „Ich will nicht, dass du gehst", flüsterte sie und schlang ihre kurzen Arme um Arwens Oberkörper. „Ich weiß. Aber ich werde nicht auf Ewig dort sein. Bald werde ich wiederkommen", versprach Arwen und erwiderte tröstend die Umarmung. Auch ihren Augen entfloh eine kleine Träne. Doch als Elronds Tochter dieses Versprechen gab, bedachte sie nicht, dass das Wort 'bald' zeitlich eine gänzlich andere Bedeutung für eine Elbin hatte als für einen kleinen Hobbit.

Der Tag des Abschieds kam viel zu schnell. Arwen verabschiedete sich von ihrem Vater, ihren Brüdern und von Frieda, die ihre Tränen kaum zurückhalten konnte, und stieg auf ihr weißes Ross. „Weine nicht, Frieda. Das hier ist kein Abschied für immer". Dies waren Arwens letzte Worte an sie, bevor sie, von weiteren Reitern flankiert, aus Bruchtal hinausritt. Nur die tröstenden Hände von Elladan und Elrohir auf ihren Schultern, hielt sie davon ab, Arwen nachzurennen, bis diese vollkommen außer Reichweite waren.

Hobbit in Hogwarts (Hobbit/Harry Potter Crossover)-AdventskalenderGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt