Kapitel 2
Seit ein paar Tagen wanderte Frieda gen Osten. Ihr Tagesablauf bestand aus Laufen, Rasten, Laufen, etwas essen und nochmal Laufen. So lange, bis der Tag sich dem Ende neigte und das schwindende Licht der Sonne die Nacht ankündigte. Dann suchte sie sich entweder einen sichere Unterschlupf zum Schlafen, der sich entweder durch Wurzelhöhlen oder kleinen Nischen in Felsen anbot oder sie baute sich eine kleine Laubhütte aus Ästen und Laub, die gerade groß genug für Frieda war, um sich hineinzulegen. Ernähren tat sie sich von dem Essen, welches sie mitgenommen hatte, aber auch gelegentlich von Pflanzen, Beeren und Schnecken, wenn sie welche fand.
Am frühen Abend des dritten Tages sah in der Ferne ein kleines Dorf. Nur schwach erinnerte sich Frieda an diesen Ort. Es war das Dorf Bree. Vor wenigen Jahren war sie mit ihren Eltern hier. Damals hatten sie Verwandte besucht und waren im Gasthaus zum Tänzelnden Pony untergekommen. Also beschloss sie dort ihr Glück für eine Unterkunft zu versuchen, denn zu ihren mürrischen und einschüchternden Verwandten, die sie ja eigentlich nicht waren, wie sie nun wusste, wollte sie nicht.
Bei Einbruch der Dunkelheit kam sie endlich vor dem Gasthaus an. Über dem Torbogen hing eine Lampe und darunter ein Wirtshausschild mit einem dicken, weißen, sich aufbäumenden Pony. „ZUM TÄNZELDEN PONY", stand in weißen Lettern über der Tür. Gerade noch rechtzeitig. Denn es hatte unterwegs begonnen zu regnen und nun schüttete es wie aus Eimern. Ihr Kaninchen, welches sie auf den Namen Hoppel getaufte hatte, hatte sie deshalb in ihre Schürzentasche gesteckt. Vorsichtig drückte sie die, für sie schwere Tür auf und trat etwas unsicher und durchnässt ein. Sofort schlug ihr der Geruch nach Essen, Alkohol und Pfeifenrauch und das Lachen und Grölen der Gäste entgegen. Besonders einschüchternd, beinah angsteinflößend, fand Frieda aber die Menschen selbst. Unter ihnen fühlte sie sich noch winziger. Und die Lautstärke, der Streit zwischen einigen Männern im hinteren Teil der Schenke und das gedimmte Licht machten es nicht besser. Langsam wollte Frieda schon wieder zurück zur Tür gehen, als...
„Hey! Kleines Mädchen!", rief eine männliche Stimme. Erschrocken drehte sich die 9jährige in die Richtung, aus der die Stimme kam. Ein hagerer Mann mit roten Haaren und Rauschebart, der hinter den Tresen stand und sich etwas vorgebeugt hatte, starrte sie aus seinen blauen Augen an. Als er ihre Angst sah, wurden seine Gesichtszüge weicher. „Was machst du denn hier, Kleines?", fragte er freundlich. „Ich...ich...ich suche einen Platz zum Schlafen", stotterte sie. „Wo sind deine Eltern?". Auf diese Frage hin, zuckte sie nur die Schultern. Sie wollte ihm nicht sagen, dass sie weggelaufen war. „Bist allein hier, hm?", zögerlich nickte sie. „Hast du Verwandte hier in Bree, bei denen du unterkommen könntest?", Frieda schüttelte den Kopf. „Wie heißt du denn?", „Frieda. Und sie?", antwortete sie. „Ich bin Gustav. Gustav Butterblüm. Und du willst hier übernachten hast du gesagt?". „Ja...aber...aber ich hab leider kein Geld dabei", fiel ihr ein. Innerlich fluchte sie. Wieso hatte sie nicht daran gedacht etwas einzupacken? Der Wirt dachte kurz nach. Aber ein weiterer Blick auf das kleine Hobbit-Mädchen, welches durchnässt, hungrig, das verriet zumindest ihr knurrender Magen, und ohne Geld vor ihm in seinem Gasthaus stand, brachte ihn dazu, sich ein Herz zu fassen. „Warte bitte hier", sagte Gustav Butterblüm und ging schnell nach hinten Richtung Küche. Verwundert blickte Frieda dem Mann hinterher, aber viel sah sie nicht. Einige Minuten später kam er mit einem Korb und einer zusammengerollten Decke zurück. „Komm mal mit", sagte er und die beiden gingen durch einen hinteren Ausgang aus dem Haus, schnell durch den Regen in den warmen Stall. „Du kannst hier die Nacht über bleiben. Die Zimmer sind alle voll. Aber hier ist es besser als draußen bei dem Wetter. In dem Korb ist noch etwas zu Essen, denk bloß nicht, dass ich deinen knurrenden Magen nicht gehört habe", bei dieser Aussage wurde sie etwas rot und sie senkte den Blick. „Muss dir nicht unangenehm sein. Am besten ziehst du deine nassen Sachen aus, sonst wirst du noch krank. Die Decke hier hält dich schön warm", sagte er. „Danke", lächelte Frieda, „Ich schulde Euch was". „Nein. Ich könnte nicht schlafen, wenn ich wüsste, dass ein kleines Kind bei dem Wetter draußen alleine unterwegs ist. Und meine Frau würde mich auch nicht in Ruhe lassen. Also schlaf gut", sagte der Wirt und verließ den Stall. „Danke, Herr Butterblüm", rief Frieda ihm dankbar hinterher.
Seinen Anweisungen folgend, schlüpfte sie aus ihrem nassen Kleid und legte sich die warme Decke über die Schultern. Anschließend sah sie in den Korb und fand darin Brot, ein Stück Käse, Wurst, ein paar Karotten und ein paar Äpfel. Freudig nahm sie Hoppel aus ihrer Schürzentasche und fütterten ihn mit einer Karotte. Auch am Apfel ließ sie das Kaninchen nagen. Sie selbst aß von allem. Schnell war der Korb bis zur Hälfte gelehrt. Den Rest hob sie sich für morgen auf. Müde legte sie sich schlafen und streichelte Hoppel, bis sie schlussendlich einschlief. In dieser Nacht schlief Frieda gut.
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Hobbit in Hogwarts (Hobbit/Harry Potter Crossover)-Adventskalender
Fiksi PenggemarWas passiert, wenn ein junges Hobbitmädchen herausfindet, dass die Zauberkräfte in ihr nicht von dieser Welt stammen und sie zur Erde geht um dort auf die Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei geht? Das hier ist ein Adventskalender für Papa, der...
