Türchen 19

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Kapitel 19

Es vergingen einige Tage, dann war Weihnachten da. Am Abend des 24. Dezember war die Vorfreude groß. Letzte Vorbereitungen wurden getroffen: Der letzte Schmuck wurde aufgehängt, Frieda half Molly beim Backen der letzten Ladung Plätzchen. Nach der letzten Tasse Heiße Schokolade, Frieda hatte drei, wurden alle ins Bett gescheucht.
Geweckt wurde Frieda von den Zwillingen, die wie wild an ihr rüttelten. Verwirrt sah sie die beiden verschlafen an. Sie hätte sie nicht für Frühaufsteher gehalten, aber wer weiß, vielleicht stellten Feiertage wie diese eine Ausnahme dar. Aufgeregt zogen sie Frieda auf die Beine. Noch im Nachthemd rannten die drei die Treppe hinunter. Ron und Ginny kamen ebenfalls aus dem Zimmer gestürmt. Lautes Poltern schallte durch das Haus, welches auch die restlichen Weasley-Kinder aus den Betten jagte. Molly und Arthur Weasley waren schon auf den Beinen und bereiteten das Frühstück vor. Aber statt zum Frühstück zu gehen, gingen fast alle zum Baum und bestaunten die Geschenke. „Ah, ah, ah! Erst Frühstück", rief Mrs. Weasley lächelnd. Murrend, di einen mehr als die anderen, gingen die Kinder zum Tisch. 

Das Essen war köstlich. Wie immer, aber dieses Mal hatte Frieda das Gefühl, dass es an diesem Morgen noch besser schmeckte. Fred, George und Ron aßen aber nicht im normalen Tempo wie die anderen, nein, sie schienen alles in sich hineinzuschlingen, um so schnell wie möglich ihre Päckchen auspacken zu können. Allerdings brachte ihnen das in erster Linie nur strenge Blicke on ihren Eltern und Percy ein. Wobei letzterer auch angewidert das Gesicht verzog. Dann endlich, durften sie aufstehen. Die Jüngeren stürmten zum Baum, die älteren ließen sich etwas mehr Zeit. Anfangs sah Frieda ihren Freunden nur zu, wie sie ihre Geschenke auspackten. Sehr zu ihrer Überraschung warf Fred ihr dann ein Päckchen in grünem Geschenkpapier zu. „Das ist deins", sagte er. Mit großen Augen sah sie es an. Tatsächlich, da stand ihr Name drauf. Sie hatte nicht mit Geschenken gerechnet. Neugierig öffnete sie das Päckchen, nicht merkend, dass Molly sich neben sie setzte. In dem Geschenkpapier befand sich ein gelber Strickpullover, vorne war ein großes, schwarzes 'F' gestickt. F für Frieda.
Strahlend hielt sie den Pully vor sich. Es war ihre Größe. Doch mit einem Mal wurde Frieda traurig. „Was ist los, Liebes? Gefällt dir der Pully nicht?", fragte Mrs. Weasley. Erschrocken sah Frieda sie an, fing sich aber gleich wieder. „Nein, der Pullover ist toll, wirklich! Aber ich hab keine Geschenke für euch", sagte sie und schaute beschämt zu Boden. „Das macht doch nichts, Liebes. Das hier ist dein erstes Weihnachten. Fred und George haben mir schon erzählt, dass es bei dir zuhause sowas nicht gibt". Ihr aufmunterndes Lächeln steckte das Hobbitmädchen an. Aber es erreichte nicht ihre Augen. 

Zuhause. Wo war ihr Zuhause eigentlich? „Stimmt etwas nicht?", „Es ist nur...", Frieda zögerte. Melancholisch sah sie zu der Weasley-Familie, die zusammen redete, lachte und einfach nur Spaß hatte. Ein Anflug von Heimweh überkam sie und gleichzeitig fühlte sie sich in der Zeit zurück versetzt. Das Bild vor ihrem inneren Augen zeigte sie selbst, mit ihren Eltern an ihrem 8. Geburtstag. Alles war gut. „Ich...ich bin von zuhause weggelaufen", rückte sie dann mit der Sprache heraus. „Wieso das denn?", fragte Mrs. Weasley erschüttert und legte ihr einen Arm um sie. Mit Tränen in den Augen erzählte Frieda ihr die ganze Geschichte. Die ganze Zeit hörte die siebenfache Mutter zu und hielt sie fest im Arm. Die restliche Familie bekam es nicht mit. Fred und George bemerkten es am Rande, beschlossen aber nicht dazwischen zu funken. Sie wussten ja wie Frieda auf das Thema, welches sie anhand einiger Wortfetzen erkannt haben, reagierte. Als Frieda fertig war unterdrückte sie ein Schluchzen und wischte die Tränen weg, die ihren Augen entkommen waren.
Dann ergriff Molly das Wort: „Weißt du, manchmal sagen Eltern, wenn sie wütend sind, Dinge, die sie so eigentlich gar nicht meinen. Und glaub mir, wenn ich dir sage, dass ich Fred und George schon oft verflucht habe, wenn sie es mal wieder zu weit getrieben haben. Aber nie und nimmer würde ich sie für irgendetwas auf der Welt verlieren wollen. Es sind meine Kinder und sie können so viel Ärger machen wie sie wollen, ich werde nie aufhören sie zu lieben. Und ich denke, dass es deinen Eltern auch so geht. Sie sind vielleicht nicht deine leiblichen Eltern, aber sowas spielt keine Rolle. Den Blut macht nicht die Familie, sondern Liebe. Ich wette dein Vater war in diesem Moment einfach nur wütend, als er das gesagt hat und hat es hinterher gleich wieder bereut, an solche Worte überhaupt gedacht zu haben", „Glaubst du das wirklich?", fragte Frieda hoffnungsvoll. „Natürlich. Ich bin selbst Mutter. Unteranderem von gewissen Unruhestiftern", Mrs. Weasley lachte leise, „Ich weiß also wovon ich spreche. Und ich schlage vor, sobald du das Schuljahr zu Ende ist, und du wieder nach Mittelerde gehst, greifst du die erste Gelegenheit, die sich dir bietet beim Schopf und gehst nach Hause". Lächelnd nickte Frieda. 

Molly hatte recht. Sie war lange genug vor den Problemen davongelaufen. Und noch viel länger war sie ihrem zu Hause fern geblieben.

Hobbit in Hogwarts (Hobbit/Harry Potter Crossover)-AdventskalenderGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt