27. Kapitel

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"Bang Christopher Chan! Mach diese scheiß, beschissene, dämlicher, Gott verdammte Tür auf!", ruft Jeongin und hämmert gegen die Tür, wird auch erst aufhören, wenn Chan ihn herein lässt.
Er hat genug von all dem und er hat seine Geduld wirklich ausgeübt, aber am Ende ist er doch zu ungeduldig und nun steht er hier um den älteren zu sehen.
Er muss Chan einfach sehen und vor allem mit ihm reden.
Wütend hämmert er weiter gegen die Tür, bis sie endlich geöffnet wird.
"Ich will nicht mit dir reden."
"Ich aber. Und jetzt zieh den Stock aus deinem Arsch und benimm dich wieder wie fast neunzehn. Shit, du hast in zwei Tagen Geburtstag... naja egal. Darf ich rein?"
Chan seufzt nur, lässt den Jungen rein.
"Und ich dachte ich müsste draußen eine Szene machen."
"Du *hast* eine Szene gemacht, Jeongin."
Chan setzt sich im Wohnzimmer auf seine Couch, sieht ihn an.
"Also was machst du hier?"
"Hör Gott verdammt nochmal auf damit mich zu ignorieren, kapiert? Ich weiß, dass es dich verletzt hat, dass Beomgyu mich geküsst hat. Doch kann ich doch nichts dafür! Außerdem sind wir nicht einmal zusammen. Ich kann tun und lassen was ich will und.."
"Du hast Recht. Wir sind nicht zusammen. Du kannst tun und lassen was du möchtest. Ich hätte nicht so reagieren dürfen. Es tut mir leid."
Jeongin schaut ihn sprachlos an.
"Gott verdammt Christopher! Hör auf das zu sagen! Hör auf damit. Meine Fresse...Du fuckst mich manchmal so ab, weißt du das eigentlich? Sag mir was du fühlst und was du denkst, kapiert? Sag es doch einfach ein einziges Mal! Hör auf diese ständig herunter zu schlucken!"
Jeongin sieht ihn frustriert an, rauft sich die Haare.
"Warum bist du so, Hyung? Wieso kannst du mir nicht einfach sagen was du denkst und fühlst? Hör auf das zu sagen, was ich hören will...Ich..."
"Ich bin wütend, Jeongin. Ich bin wütend auf dich, auf mich und erst Recht auf dem Jungen der dich geküsst hat, okay? Ich bin wütend auf dich, weil du eine Gott verdammte Nervensäge bist und ich dich nicht aus meinem Kopf bekomme. Ich bin wütend auf mich, weil ich dich liebe und dich trotzdem nicht haben kann, wegen deinen Eltern. Ich bin wütend darauf, dass ich deine Nähe nicht mehr ertrage. Ich will dich küssen, dich meins nennen und dich sogar einfach vögeln, Jeongin. Doch bist du erst vierzehn und ich gleich neunzehn. Wir können das jetzt einfach noch nicht und alles. Ich bin so wütend und...argh! Ich muss einfach weg von dir, Jeongin. Kapiert?!"
"Wieso? Wieso nicht? Gott verdammt!"
"Du bist vierzehn!"
"Ja und? Meine fresse. Andere haben größeren Altersunterschied!", schreit Jeongin ihn frustriert an, setzt sich auf den Sessel.
"Es ist nicht richtig, Jeongin."
"Nicht richtig? Unsere Gefühle sind nicht richtig? Was gedenkst du dir bitte, mhm? Das ich aufhöre dich zu lieben?!"
"Ja!"
Chan steht auf, fährt sich durch die Haare, läuft durch das kleine Wohnzimmer.
"Ich soll also aufhören zu hoffen, dass wir irgendwann zusammen kommen?", fragt Jeongin sieht zu ihm hoch.
"Sag mir Christopher...wolltest du überhaupt jemals mit mir zusammen kommen?"
"Ich will doch gar nichts anderes!", fährt Chan ihn an, weshalb Jeongin heftig zusammen zuckt.
"Anscheinend ja schon, Hyung. Du willst jemanden in deinem Alter und das bin nicht ich. In deinen Augen bin ich nur ein kleines Kind, aber darf ich dir etwas sagen? In so vielen Momenten bin ich so viel reifer als du. Vielleicht hast du Recht. Vielleicht sollte das zwischen uns nicht sein. Ich gebe auf. Ich gebe jetzt, in diesem Augenblick, die Hoffnung auf. Ich werde auch irgendwann aufhören dich zu lieben.. Keine Sorge. Ich werde dich jetzt in Ruhe lassen. Ich wünsche dir einen Menschen, der dich genauso liebt, wie ich dich liebe.", flüstert Jeongin, lässt die Tränen laufen.
Er steht auf, geht zur Tür..
Eine leise Hoffnung hatte er noch, dass Chan ihm folgt, doch passiert das nicht.
Schnell verlässt er die Wohnung und lässt die Tränen laufen.
Er rennt aus dem Hausflur und fällt draußen erst einmal auf dem Boden, direkt in eine Pfütze.
Weinend setzt er sich auf, schreit auf.
Dieser Tag kann doch nicht noch beschissener werden, richtig?
Wieso tut es nur so weh?
Es soll aufhören so weh zu tun!
Er zieht die Beine an sich, weint bitterlich, während die Menschen an ihm vorbei gehen, ihn kein Blick würdigen.
Und das ist das Problem der Menschheit.
Es interessiert keinen was mit dem anderen ist.
Sie sind alle nur Ich-bezogen.
Außer die Menschen mit einem Helfersyndrom. Die sind aber auch scheiße.
Obwohl...
Er hat selbst das Helfersyndrom...
Er ist also auch scheiße..aber damit kann er leben.
Zitternd greift er nach seinem Handy, ruft Seungmin an, welcher seit ein paar Tagen nun in Sydney ist.
"Innie?"
"Es tut so weh.", schluchzt Jeongin, weshalb der ältere sofort hellhörig ist.
"Innie.."
"Es tut so weh. Liebe tut so weh. Ich will ihn nicht mehr lieben, Hyung. Es soll aufhören! Er will mich eh niemals. Wozu also noch Hoffnung haben? Ich wollte mit ihm reden, aber anscheinend will er mich nicht...Kein bisschen...Ich bin nur ein nerviges Kind.", schluchzt Jeongin.
"Er liebt dich, Baby. Er liebt dich.", haucht Seungmin, würde am liebsten in das nächste Flugzeug zu seinem besten Freund steigen.
"N-Nein..."
Jeongin weint immer mehr, bekommt davon schon Kopfschmerzen, aber es ist ihm egal.
Alles ist ihm egal.
Er möchte nur, dass dieser Schmerz aufhört.
"Baby...", haucht Seungmin, als der jüngere hektisch atmet, keine Luft bekommt.
"Baby, lausch meiner Atmung...Du musst tief ein und aus atmen.", sagt er und atmet tief durch.
Jeongin atmet, zusammen mit Seungmin, tief ein und aus, beruhigt sich langsam.
"Geht's? Schaffst du es nach Hause, Innie?"
"Ich wünschte du wärst hier.", schnieft der jüngere.
"Glaub mir Baby. Das wünschte ich mir auch. Dann hätte ich Chan schon ein Messer in die Brust gerammt oder ihm vorher den Schwanz abgehackt."
Jeongin lacht etwas, wischt sich die Tränen weg.
"So gefällst du mir schon besser. Geh nach Hause, Baby. Ja?"
Jeongin brummt, legt dann auf und steht auf.
Er wäre wieder fast in die Pfütze gelandet, wenn ihn nicht jemand fest gehalten hätte.
"Pass auf.."
Jeongin sieht Chan mit großen Augen an, weiß nicht was er denken oder fühlen soll.
"Ich wollte gerade zu dir, aber du bist hier und..."
"Ich habe aufgegeben, bin jedenfalls dabei.", flüstert Jeongin.
"Ich liebe dich, Yang Jeongin. Ich liebe dich, okay?", sagt Chan, lässt eine Träne über seine Wange laufen.
"Ich liebe dich. Ich liebe dich und bei Gott es ist mir egal. Es ist mir alles egal. Nur kann ich kein Leben ohne dich führen, Jeongin. Ich bin vielleicht älter als du, aber ich bin nicht zum Leben zu gebrauchen. Ich habe mir immer wieder eingeredet, dass es das beste für dich wäre, dabei war es nur mein egoistisches Denken. Ich habe Angst dir weh zu tun und das habe ich perfekt geschafft mit allem was ich getan habe und..und oh Gott, Ich liebe dich...Gib mich...Gib uns nicht auf...ich flehe dich an, Jeongin...bitte geh nicht. Ich meine, ich würde es verstehen und dich auch gehen lassen, aber...Ich...ich bin doch nur ein Dummer Typ, welcher absolut verliebt in den Jungen vor sich ist und einfach nicht weiß was er tun soll. Was soll er tun, Jeongin?"
Jeongin lacht leise, wischt Chan sanft die Träne weg.
"Er könnte ihn küssen.", flüstert er dann.
Das lässt sich der ältere nicht zweimal sagen, zieht Jeongin an sich und küsst ihn.
Küsst ihn mit all seiner Liebe zu ihm.
Jeongin erwidert den Kuss, schlingt die Arme um den älteren.
Beide genießen diesen Kuss, auch wenn er ziemlich verzweifelt ist. Doch stecken auch all ihre Gefühle da drinnen.
Und dieser Kuss scheint auch ein Versprechen von den beiden zu sein.
Ein Versprechen, dass sie es zusammen schaffen.
Egal wie schwer es werden wird.
Chan löst sich sanft von ihm, wischt Jeongin die ganzen Tränen weg.
"Du hast mit Seungmin telefoniert, oder?"
"Ja, wieso?", fragt Jeongin.
"Weil meine Hose unaufhörlich vibriert durch mein Handy."
Jeongin lacht leise, nimmt Chan sein Handy und sieht drauf.
"Sehr schlimm?"
"Nur einige Morddrohungen und Foltermethoden die er an dir ausprobieren möchte.", kichert er, sieht zu Chan hoch.
"Ich liebe dich auch, Hyung."
Chan lächelt etwas mehr, zieht ihn wieder an sich und küsst ihn.
Jeongin erwidert, steckt das Handy zurück in Chan seine Hosentasche.
Das mit Seungmin würde er später klären.
Der ältere lässt von ihm ab, deutet zum Haus.
"Wieder rein? Du solltest duschen und dir etwas neues anziehen.", sagt er, weshalb Jeongin sich wieder daran erinnert, dass seine Sachen nass sind.
"Klingt nach einer guten Idee.", nuschelt Jeongin, folgt dem älteren rein, zurück in seine Wohnung.
"Was hat deine Meinung geändert?"
"Ich habe Minho das alles geschrieben gehabt, dann hat Jisung mich angerufen und mich angeschrien wie dumm ich doch sei und das ich bloß meinen Schwanz Mal wieder anziehen sollte um wieder ein Mann zu sein.."
Jeongin lacht lauthals los, während Chan ihm frische Kleidung aus dem Schlafzimmer holt.
"Erinnere mich daran, Jisung zu danken.", sagt er, als er wieder vor dem jüngeren steht.
"Dito.", haucht Jeongin, bekommt ein Kuss auf die Nasenspitze.
"Jetzt geh duschen. Ich mache uns etwas zum Essen."
"Ist okay."

"Hay Cutie. Wie war die Dusche?"
"Heiß.", kichert Jeongin, setzt sich zu Chan an den Tisch und sieht auf das Essen.
"Was sind wir jetzt?", fragt Jeongin schüchtern, kann das alles immer noch nicht ganz glauben was alles passiert ist.
"Was möchtest du denn was wir sind?"
"Das weißt du ganz genau, Hyung."
Chan lächelt etwas, verschränkt ihre Hände miteinander.
"Ich wäre gerne mit dir zusammen, Hyung. Das weißt du.."
Darauf ist es kurze Zeit ruhig zwischen den beiden.
"Will you be my Boyfriend, Yang Jeongin?"
"Ist es nicht dumm mich etwas auf Englisch zu fragen, wenn ich kein Wort Englisch verstehe?",
Chan lacht leise.
"Möchtest du mein fester Freund sein, Yang Jeongin?"
"Sehr gerne.", haucht der jüngere, bekommt rote Wangen.
Der ältere lächelt, haucht ein Kuss auf den Handrücken von Jeongin.
"Oh Shit, Seungmin."
Jeongin nimmt sein Handy hervor und ruft Seungmin zurück.
"Baby was zum.."
"Ich bin mit Chan zusammen. Du brauchst ihn nicht mehr töten wollen. Ich liebe dich. Ich erkläre es dir später, Bye!" , sagt der jüngste schnell und legt dann genauso schnell auf.
Seungmin am anderen Ende der Leitung sieht perplex auf sein Handy.
"Was zum Fick war das gerade?"

Silence (Minsung) Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt