38. Kapitel

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"Hay Ji..", flüstert Minho, als er sich neben seinem Freund gesetzt hat.
Jisung sieht zu ihm, weiß nicht was er tun soll, spielt nervös mit seinen Händen.
Während sein Bein auf und ab wippt.
"Wollen wir nach der Stunde reden?", flüstert Minho, weshalb Jisung leicht nickt.
Nicht weiß was er sagen soll.
Er ist verletzt und hat Angst irgendwas zu sagen.
Minho streicht sanft über sein Knie, beugt sich vor und haucht ihm ein Kuss auf die Wange.
"Es tut mir so leid, Hannie." flüstert er ihm ins Ohr.
"Mhm..."
Minho verschränkt ihre Hände miteinander. Weshalb Jisung diese drückt.
Minho damit etwas Last von den Schultern nimmt.
"Wo warst du?", fragt der jüngere, sieht endlich zu seinem Freund.
Minho sieht ihn besorgt an, mustert die Augenringe, sowie die geschwollenen Augen vom weinen.
Doch sieht er nicht besser aus.
Die ganze Nacht lag er wach und hat über alles nachgedacht.
Und trotz dem ganzen nachdenken kam er zu keinerlei Entschluss.
Nur zu einem einzigen.
Und zwar, dass er sich bei seinem Freund entschuldigt und alles dafür macht um es wieder gut zu machen.
"Ich war bei meinem Therapeuten oder wie man es nennen mag.", flüstert Minho, beantwortet somit endlich die Frage.
"Ich habe mir Sorgen gemacht.."
Minho drückt seine Hand fester. "Es tut mir so leid, Baby."
Beide sind unglaublich müde und erschöpft, dass sehen auch Soobin und Yeonjun, welche ihnen schräg gegenüber sitzen.
"Glaubst du es gab Streit?"
"Jap.", nuschelt Soobin, während er in den Armen von Yeonjun liegt.
Dabei einen scheiß auf den Unterricht gibt.
Und das kommt vom Schülersprecher.
Was macht Yeonjun nur mit ihm?
Er ist eindeutig kein guter Einfluss.
"Glaubst du, dass es zwischen den beiden halten wird?"
"Jede Beziehung ist schwer, Junnie. Auch unsere.  Vor allem am Anfang. Sie werden es schon hin bekommen. Sie lieben sich. Wahrscheinlich noch mehr, als du mich liebst."
"Das geht gar nicht.", schmollt Yeonjun, haucht ihm ein Kuss auf dem Kopf.
Mr. Wang seufzt, klatscht in die Hände.
"Ihr könnt Zuhause gerne weiter machen, aber ich würde gerne dieses Thema fertig bekommen. Ich weiß es ist absolut langweilig und ich hasse es auch, aber da müssen wir alle durch, sonst werden wir nie fertig. Ich will auch lieber zu meinem Verlobten und ihn verwöhnen. Also bekomme ich jetzt eure Aufmerksamkeit? Vielen Dank. Es sind nur noch zehn Minuten..dann können wir alle diesen schrecklichen Raum verlassen...achja und am Montag schreiben wir eine Arbeit."
Sofort setzen sich alle ordentlich hin, hören ihrem Lehrer wieder zu.
"Das letzte war nur ein Scherz. Ich bin viel zu faul um eure Arbeiten zu kontrollieren."
Dann macht Mr. Wang weiter mit dem Unterricht, während Minho seinen Blick nicht von Jisung lösen kann.
Er fühlt sich einfach nur absolut schrecklich.
Jisung blickt zu ihm, nachdem es zum Unterrichtsende geklingelt hat, lächelt ihn sanft an.
"Sieh mich nicht so an, als würdest du jede Sekunde vor mir auf die Knie fallen und um Vergebung flehen. Du darfst nur vor mir auf die Knie gehen, wenn du mir einen blasen willst oder wenn du mich fragst ob ich dich heiraten möchte."
Minho lächelt sanft, streicht über seine Wange.
"Du bist manchmal so ein Idiot, Han Jisung."
"Und du ein ziemliches Arschloch. Das gestern tat ziemlich weh. Ich meine, du hast Recht und.."
"Ich habe absolut keinen Recht gehabt. Ich war wütend und habe überreagiert. Ich weiß, dass du Recht hast und weiß ich auch, dass ich mit ihr reden muss...Du hattest mit einfach allem Recht und ich bin so ausgerastet und habe dich an gefahren. Es tut mir so unendlich leid. Ich würde es so gerne rückgängig machen und...Gott, ich habe dir verbal weh getan. Das.."
"Atmen nicht vergessen.", nuschelt Jisung, beugt sich zu ihm vor und drückt ihm ein Kuss auf die Lippen.
"Tue es nie wieder."
"Ich kann es dir nicht versprechen, aber ich werde alles versuchen. Dich nie wieder zu verletzen."
"Und renn nicht wieder weg. Renn nicht weg, wenn es dir zu viel wird. Stoß mich nicht weg. Das..Das würde diese Beziehung zerstören.", flüstert Jisung müde, weshalb Minho nickt.
"Das verspreche ich dir. Ich werde nie wieder weg rennen."
Jisung lächelt sanft, haucht ihm wieder ein Kuss auf die Lippen.
"Na komm, ab in den nächsten Unterricht."

"Gott sei Dank. Zwischen euch beiden ist wieder alles gut.", sagt Felix, setzt sich an dem Tisch, wo Minsung schon sitzt und miteinander kuschelt.
"Ja, dass ist es.", lächelt Jisung. "Danke das ich bei dir schlafen durfte, Lix."
"Ja..danke, dass du auf ihm acht gegeben hast."
Felix nickt nur lächelnd, holt seine Lunchbox hervor.
"Wo sind eigentlich die anderen?"
"Changbin kommt gleich. Er holt sich nur etwas zum Essen. Wo Hyunjin ist, kann ich dir nicht sagen.. genauso wenig wo Jeongchan ist.", sagt Jisung, während er mit Minho seiner Hand spielt.
"Ihr seht müde aus."
"Sind wir auch.", nuschelt Minho, legt sein Kopf auf dem von Jisung.
"Hab dir einen Käsekuchen besorgt.", ertönt es von Changbin, weshalb Jisung glücklich auf quiekt.
"Ich liebe dich, Binnie!"
Minho räuspert sich, muss aber lächeln.
Dann sieht er zu Changbin hoch und bedankt sich stumm, weshalb der jüngere nur etwas nickt und sich setzt.
"Weißt du wo Chan und Jeongin sind?"
"Sie kommen gleich...waren gerade dabei etwas zu knutschen als ich sie gesehen habe."
Und wie auf Kommando, erscheinen plötzlich die beiden eben genannten, woraufhin alle sie verwirrt ansehen.
„Oh babys. Was ist denn mit euch passiert?“
Unser Sonnenschein steht sofort auf und mustert beide besorgt, wobei sein Blick an Chans ziemlich übel aussehendes Auge hängen bleibt.
„Bang Christopher Chan. Mit wem hast du dich geprügelt?“ fragt er misstrauisch, während Minho bereits ahnt dass etwas vollkommen anderes passiert ist.
„Du solltest wohl eher fragen, wer ihm das angetan hat, Lixie.“ sagt nun auch Changbin, woraufhin der Blondhaarige den älteren Australier sprachlos ansieht.
„Es ist alles gut, ihr braucht mich nicht so schockiert ansehen. Soll ich es ihnen erzählen, Innie? Ist das okay?“
Chan sieht seinen Freund liebevoll an, der daraufhin nur zaghaft nickt und müde seinen Kopf auf seine Schulter legt.
Er will am liebsten einfach für immer seine Augen schließen und so tun, als wäre das alles gestern Abend nicht passiert.
Und endlich schlafen können.
„Innies Bruder hat uns beim Knutschen erwischt, hat es seinen Eltern gepetzt. Sein Vater kam dann rein, hat mich aus dem Haus gezerrt und mir gedroht mich wegen Verführung minderjähriger an zu zeigen und hat mir dann eine reingehauen. Somit habe ich offiziell für immer Hausverbot laut ihm. Auch wenn mir das natürlich längst nicht davon abhält, Innie immer noch zu sehen... solange der Baum vor seinem Fenster steht."
Als Chan fertig war, war es kurz vollkommen still, da niemand so recht wusste was sie drauf erwidern sollten.
Doch durch einen gewissen braunhaarigen wird diese wieder unterbrochen.
"Okay ich habe genau drei Fragen..", fängt dieser an, nachdem er auch endlich zu den anderen gefunden hatte.
"Wieso genau ist dein Auge so unglaublich blau? Wieso sieht Jeongin so aus als würde er jede Sekunde einschlafen oder in Tränen ausbrechen und was zum Fick macht Seungmin bitte hier?"
Sofort sehen alle in die Richtung in die Hyunjin sieht.
Kaum hat Jeongin seinen besten Freund ausgemacht, steht er auf und rennt schnurstracks in dessen Arme.
"Oh Gott sei Dank. Dir geht's gut.", haucht Seungmin, drückt ihn fest an sich.
"Was machst du hier?"
"Was glaubst du denn? Du hast gestern einfach aufgelegt. Weißt du eigentlich das ich fast vor Sorge gestorben bin? Da scheiße ich auch auf Schule und allem anderen."
Seungmin drückt ihn sanft weg, sieht ihn besorgt an.
„Ich bin okay… Glaube ich jedenfalls.“ nuschelte Jeongin leise, was ihm sein bester Freund natürlich nicht für eine einzige millisekunde glaubte.
"Verarsch den Weihnachtsmann, aber nicht mich. Du siehst schrecklich aus, Innie."
"Chan sieht noch schlimmer aus als ich.", murmelt Jeongin, schlingt die Arme um sich.
Tatsächlich hatte Hyunjin Recht gehabt, damit das er jede Sekunde in Tränen ausbrechen würde.
Und das Seungmin extra wegen ihm her geflogen ist, macht ihn nur noch emotionaler.
Schluchzend schlingt er seine Arme wieder um Seungmin, drückt diesen fest.
"Oh Baby..."
Der zur Zeit rothaarige, drückt ihn fest an sich.
"Du solltest in diesem Zustand nicht in der Schule sein, aber auch nicht Zuhause..."
"I-Ich h-habe Haru geschrieben, a-aber er hat mich nur auf gelesen gelassen."
"Mein armes Baby..."
Seungmin sieht zu den anderen.
"Okay...was haltet ihr davon zu schwänzen? Wir sollten uns einen Plan überlegen wie es weiter geht."
"Du kommst für Jeongin sofort her, aber wenn jemand anderes dich angerufen hätte, hättest du es ignoriert.", schmollt Hyunjin.
"Stimmt nicht. Bei Binnie und Ji würde ich auch sofort alles stehen und liegen lassen..also?"

Zehn Minuten später sitzen alle acht in der Wohnung von Chan.
Jeongin und Minho spielen mit den drei Katzen, während Chan Seungmin erst einmal alles grob erzählt, immer mal wieder zu Jeongin sieht.
"Das tut ihm alles nicht gut..Er liebt seinen Dad.."
"Natürlich tut er das. Jeongin war schon immer ein Papa Kind.", murmelt Seungmin, lehnt sich an seinen Freund.
Changbin schlingt die Arme um ihn, kann kaum glauben, dass dieser wirklich in Seoul ist.
Zwar nicht für ihn, sondern für Jeongin, aber er ist hier.
"Was machen wir jetzt nur?",fragt Felix.
"Ich hoffe ja das Haru her kommt. Ich habe ihm auch geschrieben, aber ich weiß nicht ob er seinen Vater sehen gegenüber treten möchte."
"Wer ist Haru?", fragt Jisung verwirrt.
"Jeongin sein großer Bruder. Lange Geschichte, keinen Sinn:.Haru ist Pan und verlobt mit einem Mann, das hat ihrem Dad natürlich nicht gefallen und nach einem riesen Streit ist er abgehauen und nie wieder gekommen."
Jisung nickt, sieht zu Soonie, welche es sich auf seinem Schoß bequem macht, streicht Sanft durch ihr Fell.
Hyunjin sieht nachdenklich auf dem Tisch, spielt mit Felix seiner Hand.
Etwas was er immer unterbewusst macht, wenn er nachdenkt.
Felix beobachtet ihn lächelnd, ist einfach nur fasziniert von dieser natürlichen Schönheit.
Wie kann ein Mensch nur so wunderschön sein?
Als es klingelt zuckt Hyunjin jedoch zusammen, kommt zurück ins hier und jetzt.
Seungmin steht schnell auf, öffnet die Tür.
"Du bist gekommen."
"Natürlich. Es geht um einen meiner Brüder.", sagt Haru, drückt sich an Seungmin vorbei, läuft direkt ins Wohnzimmer.
Jeongin sieht auf, bekommt große Augen.
Kann es gar nicht glauben.
"Haru.."
"Hay Innie."
Jeongin springt auf und rennt in die Arme seines großen Bruders, lässt, Mal wieder, die Tränen laufen.
Haru drückt ihn fest an sich.
"Ich habe gehört was passiert ist und bin sofort los gefahren. Tut mir leid, dass ich jetzt erst hier bin.", flüstert Haru.
"Schon gut...Du bist ja jetzt da."
Haru drückt ihn an sich, sieht zu den anderen.
"Gut..Wir werden nach Hause fahren. Jeongin seine Sachen packen und dann kommt er mit zu mir oder er kommt mit zu dir, Chan. Dir vertraue ich ihm am meisten an. Nichts gegen dich, Seungmin."
"Schon gut. Bin eh nur zu Besuch. Lebe in Sydney."
Haru nickt nur, drückt Jeongin sanft von sich, wischt ihm die Tränen weg.
"Bist du halbwegs in der Lage nach Hause zu gehen und deine Sachen zu packen?", fragt er, weshalb der jüngste im Raum schwach nickt.
"Lasst uns los..", murmelt er nur.
Er möchte es nur noch hinter sich haben und dann endlich schlafen können.
Das alles setzt ihn stark zu.
Viel zu stark.
Es soll endlich vorbei sein.
Dabei ist es noch keinen vierundzwanzig Stunden her, dass dieses Drama begonnen hatte.
Doch ist er jetzt schon absolut am Ende.

"Wenn du jetzt mit ihm gehst, dann brauchst du nie wieder kommen, Yang Jeongin.", brüllt sein Vater, weshalb er nur zusammen zuckt, seinen Rucksack fester an sich drückt. Sich gleichzeitig mehr hinter Haru versteckt.
"Du solltest endlich lernen deine Kinder zu lieben, so wie sie sind und sie nicht raus zu werfen, wenn es dir nicht passt, dass sie glücklich sind." murrt Haru. "Kann ja niemand was dafür, dass du nie glücklich werden konntest."
Eh ihr Vater Haru schlagen konnte, hält Chan dessen Arm fest.
"Lassen Sie es. Meinetwegen können Sie mich schlagen, aber heben sie niemals die Hand gegenüber ihren Kindern. Sie haben sie schon so gut wie alle verloren. Vielleicht sollten Sie einmal nachdenken. Wir werden jetzt gehen."
"Wenn du gehst, brauchst du nicht wieder kommen, Jeongin."
"Dann ist es halt so..", flüstert der vierzehnjährige ängstlich.
"Hör endlich auf." sagt nun Eunha zu ihrem Ehemann, geht zu ihren Söhnen und drückt Jeongin an sich.
"Er ist vierzehn, Jongdae. Nur weil er einen anderen Jungen liebt? Na und. Wen interessiert es bitte? Es ist scheiß egal. Und wenn du es nicht einsiehst, dann hat unsere Ehe auch keinen Sinn mehr. Dann werde ich jetzt auch meine Sachen packen und gehen."
Sofort ist es im gesamten Haus ruhig, bis der jüngste der Yang Brüder in Tränen ausbricht, aus dem Haus rennt.
"Ich mache das schon." sagt Hyunjin, folgt dem zehnjährigen schnell.
Jeongin lässt stumm die Tränen laufen, will zu Chan gehen, doch traut er sich nicht.
"Ihr habt ganze zehn Minuten. Dann verlasst ihr mein Haus und kommt nie wieder."

"Baby..?"
Jeongin sieht zu Chan.
"Hay.", haucht er, spürt kurz darauf die Arme von Chan um sich herum, kuschelt sich an ihm.
"Meine Mom und Youngjae schlafen erst einmal bei Haru. Ich kann auch zu ihnen, wenn du mich nicht hier haben möchtest."
"Du bist immer willkommen in meiner Wohnung, Engel..Wie geht's dir, mhm?"
"Ich weiß es nicht...Es tut höllisch weh, dass mein Vater so ist wie er ist.."
Er dreht sich zu dem älteren um, streicht vorsichtig über das blaue Auge. "Es tut mir so leid, dass er dir das angetan hat."
"Für dich nehme ich auch noch mehr in Kauf. In ein paar Wochen ist es nicht mehr zu sehen.", flüstert Chan, zieht Jeongin enger an sich.
Der jüngere fühlt sich in den Armen seines Freundes wohler, sicherer und auch viel besser.
"Ich liebe dich, Yang Jeongin."
Verchafft dem jüngeren mit dem Satz ein sanftes lächeln und einen riesen Schwarm aus Schmetterlingen in seinem Bauch.
"Und ich liebe dich.", flüstert Jeongin, spürt kurz darauf die Lippen von Chan auf seinen eigenen.

Silence (Minsung) Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt