Der Erbe Slytherins

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[Kapitel wurde am 21.11.25 überarbeitet]

1993

Für Kira gab es keinerlei Halten mehr. Die Weißblonde ließ alle Vorsicht fallen, alle Angst und Nervosität waren auf einmal verschwunden. Innerhalb von Sekundenbruchteilen war sie zu Ginnys Körper gespurtet und neben ihrer Freundin auf die Knie gesunken. „Ginny!", rief sie verzweifelt. Ihre Brust zog sich zusammen und sie vergaß beinahe zu atmen, während eine tiefe Verzweiflung von ihr Besitz ergriff.

Ginny bewegte sich nicht.

Ihre Haut war aschfahl und als Kira ihre Wange berührte, war diese ebenso eiskalt, wie der geflieste Boden unter ihren Knien. Die Augen hatte die Weasley geschlossen und auch als Kira ihre beste Freundin schüttelte und weiter ihren Namen rief, reagierte sie nicht. Ein Schatten fiel auf die Weißblonde. Potter trat mit schnellen Schritten neben sie, die Augen voller Überraschung, Furcht und Verzweiflung geweitet ging er schnell neben ihr in die Hocke und ergriff Ginnys Hand. Dabei ließ er den Zauberstab los, der mit einem lauten Klappern davonrollte. Doch keiner der beiden achtete darauf, ihre Blicke lagen auf dem Körper der Weasley... 

Kira spürte, wie sich ein Kloß in ihrem Hals bildete und Bitterkeit von ihr Besitz ergriff. Sie zog einen grimmigen und gleichermaßen Enttäuschten Gesichtsausdruck. 

>> Wir waren zu langsam. Wir kommen zu spät. << begriff sie.

Potter wirkte ebenso fassungslos und verzweifelt wie sie selbst, er schüttelte Ginnys leblosen Körper ein wenig. „Wach auf Ginny, bitte wach auf.", flehte er. Doch die Weasley rührte sich weiterhin nicht, blieb einfach still liegen. Wie ein Leichnam.

>>Gin... es tut mir leid. << Eine einzelne Träne rollte Kiras Wange hinab, bahnte sich den Weg durch ihr verschmutztes Gesicht hindurch.„Sie wird nicht aufwachen." Die Weißblonde zuckte heftig zusammen, als auf einmal eine Stimme das Wort erhob. Erst dachte sie, es sei Potter gewesen, doch der Schwarzhaarige Zauberer war ebenfalls zusammengezuckt und sah sich nun nach dem Fremden um, der das Wort ergriffen hatte. Er hatte sich zuerst in den Schatten der Statue verborgen, doch nun kam er hervor in das düstere Licht der Kammer und musterte die beiden Schüler mit einem verächtlichen Funkeln in den Augen.

Er hatte dichtes, schwarzes Haar, war schlank und hochgewachsen. Die Arme hatte er verschränkt und lehnte in einer lässigen, gleichzeitig aber auch irgendwie herablassenden Körperhaltung an einer Säule neben der Statue.

Auch Potter hatte ihn gesehen, richtete sich auf und ließ Ginnys Hand los, die kraftlos zu Boden fiel. Die Weißblonde selbst achtete aber nicht auf den Gryffindor, der mit dem Fremden sprach, irgendwas zu ihm sagte. Der Fremde antwortete ihm. Doch die Worte der beiden schienen von weit weg zu kommen und in der Kammer zu verhallen. Kira hatte nur Augen für Ginnys reglosen Körper, den sie behutsam in den armen hielt. Ihr Herz wurde von Schuldgefühlen, Verzweiflung und Trauer beinahe zerrissen, während die Gedanken in ihrem Kopf tobten, wie ein Wirbelsturm.

>>Ich war zu spät. <<

>>Ich habe meine beste Freundin enttäuscht. <<

>>Es ist meine Schuld, dass ihr das passiert ist<<

>>Ich hätte sie retten müssen... und das habe ich nicht. Ich habe versagt... <<

Ein Stoß in ihre Seite holte Kira auf einmal zurück in die Realität. „Autsch.", beschwerte sie sich ruppig bei Potter, der sie mit dem Ellenbogen gestoßen hatte. Dabei versuchte sie ihre Stimme nicht vor Trauer zittern zu lassen, doch das gelang nur teilweise. „Wir müssen Ginny hier rausbringen." Sein Blick wanderte zu dem Jungen hinüber, „Da ist ein Basilisk. Ich weiß nicht, wo er steckt, aber er könnte jeden Augenblick hier auftauchen."

Das ist der WegGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt