Freundschaft stirbt niemals!

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[Kapitel wurde am 21.11.25 überarbeitet]

Jahr 2016

Askaban

„Ich verstehe das nicht wirklich. Tut mir leid."

Lily hatte eine Pause in Ginnys Erzählung genutzt um eine Frage zu stellen, die ihr seit einer Weile nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte.
„Was?"
Ginnys unwirsche Antwort ließ die Potter zusammenzucken „Ehm...", stotterte sie und suchte nach Worten. >>Verdammt. Ich kenne doch ihre ruppige Art. Warum überrascht sie mich jedes Mal damit... <<
„Ich warte?" Ginny klang genervt. „Entschuldige", sprach Lily hastig und setzte sich rasch ein wenig aufrechter hin. Dabei glitt ihr die dünne Decke beinahe von den Schultern und ein kühler Windstoß durch das Fenster hindurch ließ die Potter einen Moment erschaudern.
Sie hatte ganz vergessen, wie kalt es eigentlich hier drin war. Rasch zog sie die Decke etwas fester um sich herum. 
„Ehm... ich wollte fragen... Du hast erzählt, dass das Tagebuch dich ... kontrolliert hat.", Lily unterbrach sich kurz, während Ginny in den Schatten ihrer Zelle leise hustete.
„Ich bin mir nicht ganz sicher... also... wie funktioniert sowas?", fügte Lily noch hinzu. „Das muss doch ein sehr mächtiger Zauber sein... oder?" Zweifelnd starrte sie hinüber in das Dunkel der Zelle gegenüber, beobachtete Ginnys Umrisse und ihr halb in den Schatten verborgenes Gesicht.
Die Rothaarige Hexe schob sich gerade ihre verfilzten Haare aus dem Gesicht und nickte dann stumm. 

„Ist es.", bestätigte sie knapp. „Naja... das heißt. Nicht direkt. Ein Zauber ja, ein Zauberspruch definitiv nicht. Es ist eher ein sehr kompliziertes, schwarzmagisches Ritual."
Statt endlich Antworten zu finden, verwirrte diese Erklärung die Potter aber nur noch mehr. „Ein Ritual?", wiederholte sie unsicher, „Was denn für ein Ritual?"
In der Dunkelheit sah sie, wie Ginny die Backen aufblies. „Hm", grummelte die Weasley. „Hast du schoneinmal von dem Begriff >>Horkrux<< gehört?"
Die Potter überlegte. „Nein", antwortete sie dann. „Noch nie. Ist das der Name dieses Rituals?"
„Es ist sehr komplex.", bemerkte die Weasley statt die Frage zu beantworten.
Lily sah, wie die Stirn der Rothaarigen sich in Falten legte, sie schien angestrengt nachzudenken. Dann, nach einem Moment der Stille, sprach Ginny endlich weiter.

„Es gibt einen Zauber, mit dem man dem Tod entkommen kann. Man spaltet durch einen Zauber seine Seele in zwei Teile und speichert einen davon in einem Gegenstand. Dieser Gegenstand. Der heißt Horkrux." Die Weasley hielt kurz inne. „Pure schwarze Magie, die einen sehr hohen Preis fordert." Fügte sie noch hinzu.

Lily verzog verwirrt das Gesicht. Was ein Horkrux war, das hatte sie verstanden. Aber wie konnte man mit einem Zauber die eigene Seele spalten? Und was hatte das mit dem Tagebuch zu tun? 

Ginny schien ihre Verwirrung und ihre Unsicherheit zu spüren.
„Sagte ich doch. Kompliziert.", brummte sie und starrte gegen die Decke.
„Nein, nein. Ich habe verstanden was ein Horkrux ist.", beeile sich die Potter zu sagen, bevor sie dann mit unsicherer Stimme weitersprach, „Aber... was hat das mit dem Tagebuch zu tun?"
„Das Tagebuch von Tom Riddle war ein solcher Horkrux. Und seine magische Kraft kam einerseits von dem Bruchstück der Seele darin andererseits auch von bestimmten, schwarzmagischen Zaubern. Das alles machte das Tagebuch einzigartig. Zu einer einzigartigen und sehr gefährlichen Waffe."

Ginny unterbrach ihre Erzählung, während Lily anfing zu verstehen, wie das alles möglich gewesen war. 

„Dann konnte das Tagebuch das alles... dich kontrollieren... weil es den Teil einer Seele enthalten hat. Den Seelenteil von diesem Tom Riddle, oder?", hakte sie nach und mühte sich ihre Fassung zu behalten. Das war alles nicht zu glauben! Angestrengt starrte sie in die Dunkelheit und sah, wie die Weasley langsam nickte.
„Stimmt", erwiderte Ginny anschließend mit düsterer Stimme, „Mit der Ausnahme, dass das Tagebuch mich nicht nur kontrolliert hat. Es hat Stück für Stück, mit jedem Buchstaben, den ich hineingemalt habe, meine Lebenskraft ausgesaugt. Ich wurde immer schwächer. Und Tom immer stärker."
Lily sog erschrocken Luft ein. „Bitte was?", entfuhr es ihr und sie riss schockiert die Augen auf. >>Hab ich mich da gerade verhört? Der Seelenteil von Tom Riddle hat Ginnys Lebenskraft aufgesaugt? Einfach, weil sie in sein Tagebuch geschrieben hat? Wie ist sowas überhaupt möglich?<<

„Jep. Sehr unangenehm.", bestätigte Ginny ihre Vermutung.
Die Potter dagegen war erst einmal sprachlos, Überraschung und Schock ließen sie zwar den Mund öffnen, aber kein Ton kaum zwischen ihre Lippen hervor. Ungläubig schüttelte sie den Kopf.
„Aber...", stotterte sie dann endlich, nachdem sie sich ein wenig gefasst hatte, „Wie bist du...?"
„Wie ich noch am Leben bin?" Ginny schien erahnt zu haben, welche Frage Lily als nächstes auf der Zunge gelegen hatte, „Ja...", gab die Potter ertappt zu, „Das. Und noch etwas." Sie unterbrach sich kurz, während sie Ginnys Blick spürte, der sich auf sie richtete. „Wieso hat es keiner bemerkt? Ist dieser Horkrux so.... mächtig?"

Ginny zögerte einen Moment. Doch dann schüttelte die Weasley den Kopf. „Ein machtvolles Instrument ist es ohne Zweifel.", bestätigte die Weasley, „Aber so mächtig dann doch nicht. Es ist jemandem aufgefallen. Wofür sonst sind Freunde da."
In der Zelle neben Lily raschelte es. „Ich fühle mich geehrt.", brummte Kira Zalazar leise.
Lily dagegen blickte überrascht in die Richtung von Kiras Zelle. Sie konnte die Weißblonde zwar nicht sehen, doch sie spitzte ihre Ohren dafür um so besser. Kira hatte also bemerkt, dass Ginny kontrolliert worden war. Doch wie?
Die Frage lag ihr schon auf der Zunge, aber Ginnys Freundin war schneller.
„Soll ichs ihr erzählen Gin?", fragte Kira. Ginny zuckte mit den Schultern.

„Mach. Sie wird eh nicht aufhören Fragen zu stellen.", seufzte die Weasley und zog sich in ihre Zelle zurück, während Lily die Ohren spitzte. Gespannt, was nun als nächstes kommen würde.

Was hatte Kira wohl zu erzählen?



Jahr 1993 

Das ist der WegGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt