Zwei Tage in Spanien.
Zwei Tage, in denen ich geglaubt hatte, endlich Luft zu bekommen.
Zwei Tage, in denen ich versuchte, zu vergessen, wer ich war.
Die Sonne über Madrid brannte heiß auf die alten Dächer. Die Straßen rochen nach Kaffee und frischem Brot, und für einen Moment fühlte sich alles... normal an.
Ich mietete ein kleines Apartment am Stadtrand. Kein Luxus. Kein Sicherheitspersonal. Kein Domenico.
Nur ich.
Doch schon in der ersten Nacht hatte ich es gespürt.
Ein Schatten, der länger blieb, als er sollte.
Ein Blick im Spiegel, der nicht meiner war.
Und dieses Gefühl, dass jemand genau wusste, wer ich bin.
Ich ignorierte es. Sagte mir, dass es nur Paranoia war.
Aber am zweiten Abend, als ich die Tür aufschloss, lag ein Brief auf meinem Tisch.
Kein Absender. Nur ein Name.
„Signora Rossi."
Mein zukünftiger Name...
Ich erstarrte.
Niemand hier kannte meinen richtigen Namen.
Ich öffnete den Umschlag mit zitternden Fingern.
Ein einzelnes Foto fiel heraus.
Ich.
Aufgenommen am Vormittag, auf dem Markt.
Ich hatte ein Kleid getragen, das ich erst an diesem Tag gekauft hatte.
Das Foto war keine Stunde alt.
Mein Herz raste.
Ich griff nach meinem Handy, wollte Domenico anrufen – stoppte dann.
Er durfte nicht wissen, wo ich war.
Er durfte sich nicht in Gefahr bringen.
Doch als ich ausatmete, fiel mir etwas auf.
Ein zweiter Zettel, unter dem Foto.
Darauf, in grober, dunkler Schrift:
„Du kannst rennen, Bianca. Aber ich finde dich."
Ich ließ das Papier fallen.
Und in diesem Moment hörte ich es – ein Geräusch an der Tür.
Langsam. Metallisch.
Ein Schlüssel, der sich im Schloss drehte.
Dann wurde alles schwarz.
⸻
Palermo, zwei Tage später
„Sie meldet sich nicht mehr."
Die Worte von Bianca's Mutter hallten durch das Büro, und alles in mir zog sich zusammen.
„Wie meinst du das – sie meldet sich nicht?" fragte ich scharf.
Ihre Mutter sah mich mit verweinten Augen an.
„Seit zwei Tagen keine Nachricht. Kein Anruf. Kein Lebenszeichen. Wir dachten, sie bräuchte Zeit, aber... dann hat jemand vorhin angerufen. Eine fremde Stimme. Er sagte nur: ‚Sie gehört jetzt uns.'". Sie berichtete, dass Bianca nach Spanien flog.
Mir wurde eiskalt.
„Wer?" Fragte ich meine zukünftige Schwiegermutter, sie zitterte und schüttelte mit dem Kopf.
„Er hat keinen Namen genannt... nur gelacht." Erwiderte sie mir.
Ich sah Antonio an.
Sein Blick war düster. „Dom... das klingt nach—" Ich unterbrach ihn, da ich wusste dass wir den ein und selben Gedanken hatte.
„Gabriel." sprach ich für ihn zu Ende.
Der Name kam wie Gift über meine Lippen.
Gabriel Marquez. Der jüngere Bruder von Marco.
Der Mann, der schon einmal versucht hatte, uns zu zerstören.
Ich griff nach meinem Handy, wählte eine Nummer. Dario meldete sich sofort.
„Was ist passiert?" Ertönte seine Stimme im Hörer, ich spannte mich an und räusperte mich.
„Bianca wurde Entführt, Dario." sprach ich, und kaum hatte ich diesen Satz ausgesprochen, fragte mich mein Bruder, wo sie hingebracht wurde.
„Spanien." sprach ich verzweifelt. Ich machte mir Sorgen um Bianca, sie durfte nicht schon wieder von mir weg.
Sie durfte mich nicht erneut verlassen.
„Ich kümmere mich darum," sagte Dario ruhig. „Ich rufe unsere Kontakte in Madrid an. Kein offizieller Weg. Keine Polizei." Gab ich noch zu und legte auf.
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It Was Love That Brought Us Back
RomanceIn den dunklen Schatten der Unterwelt verwebt sich das Schicksal zweier mächtiger Mafiafamilien, die durch eine Jahrzehnte alte Freundschaft verbunden sind. Doch hinter der Fassade des Vertrauens lauert ein gut gehütetes Geheimnis, das Bianca ahnung...
