Mein Herz springt mir förmlich aus der Brust. Ich konnte Mona nicht einfach alleine durch Monaco laufen lassen, auch wenn ich Todes müde bin. Um ehrlich zu sein habe ich sie nicht in unserer Wohnung erwartet, aber die Schreie aus dem Wohnzimmer haben mich schneller geweckt als erwartet. Anscheinend hat sie schlecht geträumt.. Dazu muss ich sagen, dass meine Heimkehr auch sehr spontan war. Ich sollte erst in zwei Tagen fliegen, aber Kanada ist einfach langweilig und noch eine Party Nacht hätte ich nicht vertragen.
Als sie mich anfängt zu schubsen, bemerke ich Leute die stehen bleiben und dem Spiel zuschauen. Innerlich sehe ich die Nachrichten wieder und ziehe mir die Kapuze auf. Ihre Schläge sind stärker als ich zugeben würde, daher halte ich sie an den Handgelenken fest und ziehe sie mit mir in eine ruhige Ecke. Eine ohne Licht und ohne Kamera. Nur wir zwei.
Mein Puls rast, ich bin nicht vorbereitet auf das Gespräch.
„Fang endlich an!" mault sie vor mir und für einen kurzen Moment verliere ich mich wieder in ihre Augen. Sie hat allen Grund auf mich sauer zu sein, schließlich war ich ein Arsch. Nein, ich bin ein Arsch..
„Lass mich es dir erklären.." fange ich zögerlich an.
„Was gibt es da zu erzählen? Du hast mich vor dem halben paddock bloßgestellt, wegen der Presse?" ihre Aussage stellt sie etwas in Frage, als würde sie es nicht wahrhaben wollen.. als wüsste sie den wahren Grund.. weis sie den wahren Grund?
„Und warum? Tja wenn ich das nur wüsste," sie gestikuliert wild mit den Händen und geht wütend auf und ab, „statt mit mir zu reden werde ich zwei Wochen eiskalt ignoriert, vor allem nachdem ich dir von meinem Leben erzählt habe... Lando du bist das letzte.. ein egoistischer Arsch, der denkt er könnte mit jedem so umgehen wie es ihm grade passt.." sie hat sich zu mir gerichtet und zeigt mir ihrem Finger auf meine Brust.
Ich bin sprachlos. Ihre scharfen Worte brennen in meinem Hirn, aber ich kann ihr nicht widersprechen. Ich stehe wie angewurzelt und schaue sie an. Ich muss etwas sagen, nur irgendwas, aber ich kann es nicht.. Mona hat recht. Ich habe mich wie ein Riesen egoistisches Arschloch verhalten..
Sie grunzt und senkt den Finger, dann dreht sie sich von mir weg und fährt sich durch die Haare. „Weist Du Lando.. Ich habe echt gedacht du magst mich auch.."
Meine Tränen, die ich eben erfolgreich unterdrücken konnte, rollen mir jetzt über die Wange. „Ich mag dich auch, Mona!" sage ich so überzeugend wie möglich und gehe ein Schritt auf sie zu.
Ihre Augen vertiefen sich und sie schaut mich finster an. Nach einem tiefen Atemzug antwortet sie mir. „Ich glaube dir nicht was du sagst, wenn ich sehe was du tust." Dann dreht sie sich um und geht.
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„Ich glaube dir nicht was du sagst, wenn ich sehe was du tust."
Immer wieder hallen ihre Worte durch meine Gedanken und ich nehme noch einen Schluck von der Schnapsflasche. Ich sitze auf einer Bank am Hafen und schaue auf meine Füße. Ich hab's verkackt und kann Mona verstehen. Sie will nichts mehr mit mir zu tun haben. Ich kann nicht glauben, dass ich das sage, aber erst jetzt sehe ich es richtig ein, die falsche Entscheidung getroffen zu haben..
„Hey!" ruft eine bekannte Stimme, und ich sehe auf. „wusste ich doch das du es bist."
Carlos steht an der Reling und sieht mich an. Das fehlt mir jetzt noch..
„Komm hoch man, bevor dich jemand sieht." Seine Aussagen sind kühl trotzdem stehe ich auf, nehme noch ein Schluck aus der Flasche und die brennende Flüssigkeit liegt mir direkt schwer im Magen.
An den kleinen Tisch draußen, macht er eine Geste und ich gebe ihm die Flasche rüber während wir uns setzen. Ich beobachte ihn, wie er die Flasche ansetzt und ein paar mal schluckt. Er verzieht das Gesicht und mein Mundwinkel zuckt kurz amüsant. Im Hintergrund höre ich es rascheln und Rebecca, Carlos Freundin kommt mit zwei Gläsern und einer Flasche Brandy an den Tisch. „Trinkt wenigstens gesittet und nicht wie Schweine." Sie stellt die Gläser je vor mich und vor Carlos ab und den Brandy in die Mitte, danach verzieht sie sich wieder und ich bin froh, dass sie nicht mehr zuhören kann.
„Was zur Hölle ist los mit dir, lan?" Carlos beugt sich stöhnend vor und öffnet den Korken der Flasche. Er gießt erst mir ein, danach sich.
„Ich hab sie verloren" gebe ich zu und direkt Bilder sich ein dicker knoten in meinem Hals. Fuck, Ich bin so ein Weichei..
„Wieso?" will Carlos wissen und riecht erst am Glas um danach genüsslich ein Schluck zu trinken. Bevor ich ihm antworte und die letzte Dreiviertelstunde erklären muss, nehme ich mein Glas und leere es in einem Zug. Seit den letzten Tagen, in denen ich eigentlich nur besoffen war, hat sich ein Pegel aufgebaut. Ich merke richtig wie ich mehr trinken muss, um den gewünschten Effekt zu erzielen.
„Ich bin früher heim gekommen und anscheinend hat sie mit Henry, Clara und Leah gekocht und dann dort geschlafen. Ich hätte sie nochmal zur Kenntnis genommen, aber sie hat wohl schlecht geträumt und..."
„Stop" sagt Carlos leise und unterbricht mich. Ich schaue ihn verwundert an.
„Warum hast du sie verloren, wollte ich wissen. Die Sache mit der Presse?" fragt er nach. Henry hat ihm anscheinend, nach meinem Abgang, im Restaurant nicht alles erzählt.
Mit zwei Fingern fahre ich mir über den Nasenrücken. Wie erkläre ich meinem besten Freund, dass ich mich gegen die Liebe und für die Presse entschieden habe?
„Ich.. ich habe sie sitzen lassen, als sie mich am meisten gebraucht hätte. Sie hat mir über ihre Vergangenheit erzählt und.. und ich bin einfach.. gegangen.." Ich habe meine Augen geschlossen, weil ich Carlos Blick allein spüren kann. Er ist nicht nur sauer auf mein Verhalten, sondern mehr als enttäuscht. Als ich ihn doch ansehe, weil er nichts antwortet, bestätigt sich mein Gefühl. „Mein Manager hat darauf plädiert, für meine Zukunft einzustehen und mein Badboy-Image aufrecht zu erhalten. Die Presse hat sich an dem Tag schon über Mona das Maul zerrissen.. sie würde das nicht aushalten."
„Lando.." sagt er leise und schüttelt den Kopf, als würde er mir nicht zustimmen. Er weis nicht, was er sonst sagen soll. Sein Mund steht etwas auf und er leckt sich die Lippen als der sich durch die Haare fährt. „Was willst du jetzt machen?"
„Ich hab keine Ahnung. Irgendwie muss ich sie zurück bekommen, aber sie will mich grade nicht sehen." Ich muss Mona erst die Zeit geben, die sie braucht.
„Ach, und du meinst das funktioniert?" fragt er Fast sarkastisch.
„Hast du ne bessere Idee?" schieße ich zurück.
„Ja tatsächlich.. feuere deinen Manager so schnell wie möglich! Für diese Entscheidung sollte er eigentlich büßen.." er greift nochmal zum Brandy und kippt uns nach.
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Meilenweit entfernt (Teil2)
Fanfiction-Der härteste Kampf ist zwischen dem, was du in deinem Kopf weißt, und dem, was du in deinem Herzen fühlst.-
