Ich versteife, als ich seine Stimme, sein hauchen und vor allem seinen Geruch von der Nähe wahrnehme. Warum hat er so eine Wirkung auf meinen Körper? Seine warmen Hände brennen wie Feuer auf meiner Hüfte. Ich bin seinem Hals so nah, dass ich sein Herzschlag förmlich sehen kann. Er will ein Statement von mir.. Morgen schon.. zudem zwingt er uns ihm zu zu sehen. Leah wird diese Gelegenheit natürlich freudig annehmen, aber ich hatte mich ehrlich gesagt auf den Strand gefreut..
Vielleicht freue ich mich jetzt auf was anderes. Vielleicht freue ich mich wirklich auf Lando..
Er bewegt sich in Zeitlupe von mir und ich wünschte er würde noch einen Moment so nah an meinem Ohr bleiben. Zu meiner Überraschung drückt er mir einen flüchtigen Kuss auf die Stirn und mir bleibt der Mund leicht geöffnet stehen. Mein ganzer Körper kribbelt und ich würde ihn am liebsten zu einem richtigen Kuss zu mir ziehen. Reiß dich zusammen Mona..
Dann lächelt er verschmitzt, weil mein Gesichtsausdruck jegliche innere Emotion von mir verrät. Ich gebe ihm alles Preis, offenbare mich ohne Fassung. Sein Blick liegt schwer auf meinen Augen und nach einem Augenblick des intensiven Augenkontakt räuspert er sich.
„Lass uns reingehen." Fast flüstert er. Ich komme zu mir und schaue mich um. Wir sind so gut wie die einzigen auf der Veranda und als ich Lando wieder ansehe, steht er mit angewinkelten Arm etwas vor mir. Seine indirekte Aufforderung, mich bei ihm einzuhängen, nehme ich kichernd an.
„Er soll sehen, dass du meins bist." flüstert Lando so leise.
„Bitte?" frage ich schnell nach, obwohl mir auffällt, dass ich ihn verstanden habe.
„Du siehst umwerfend aus." sagt er und als ich zu ihm hoch sehe grinst er breit ohne mich anzusehen. Charmant gelöst, denke ich mir und Lando bringt mich an den Tisch mit Leah und Han, bevor er sich zu seinen Freunden verabschiedet.
Han beugt sich zu mir, als Lando geht. „Gott, wie der dich anhimmelt ist ja schon fast ekelhaft." sie pustet fast vor Lachen und ich steige mit ein. Nur Leah hat es nicht mitbekommen und sieht uns verwirrt an.
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Sonntag morgen. Durchatmen Mona. Diese Situation kommt mir so gefährlich bekannt vor.. mein letzter paddock Besuch, unabhängig vom arbeiten, ist mit einer Abfuhr geendet und ich kann dankend auf eine zweite derart verzichten. Mein verkorkstes Leben könnte das nicht vertragen..
Kaum stehe ich im Bad und denke an gestern Abend bekomme ich wieder dieses kribbeln im Bauch. Es ist eine Interessante Mischung aus Nervosität und Vorfreude und ich bin froh, das mein Körper sich nicht für eins entscheiden muss.
Leah hat die Nacht bei Han verbracht und mir geschrieben, dass sie am Büro unserer Arbeitsstelle auf mich wartet. Kurzerhand mache ich mich fertig. Ich beschließe eine kleine Tasche mit Makeup mitzunehmen, um mich dann frisch zu machen, sollte Lando seine Worte von gestern Abend wahr machen. Zugegebenermaßen hege ich ein paar Zweifel, aber ich glaube das ist berechtigt..
Ich bestelle mir einen Uber und als ich die Haustür zu unserem Hostel aufmache, merke ich wie kalt es geworden ist. Schnell schaue ich in den Himmel und werfe mir meine Tasche nochmal richtig über die Schulter. Der Himmel ist bedeckt mit dunklen schweren Wolken und es sieht aus als würde es jeden Augenblick regnen. Mein Uber fährt vor und als der alte Mann mich mit meinem McLaren Diensttshirt sieht, grinst er.
„Guten Tag die Dame, sie tragen das falsche Hemd." er zeigt auf seinen Duftbaum am Rückspiegel und ich muss lachen. Das Logo von Ferrari dreht sich leicht und er hält es fest, damit ich es besser sehen kann. Der Mann fragt mich wie ich zu einem McLaren Fan gekommen bin, wenn Ferrari auf der Strecke fährt und so kommen wir schnell ins Gespräch.
Ich erkläre ihm, dass ich nur dort arbeite und er sieht mich ein paar mal genauer an.
„Na das gibst doch nicht."
Ich schaue ihn nun auch an, aber verwirrt. Er öffnet das Handschuhfach und zieht ein kleines Klatschblatt heraus. „Das sind doch Sie, oder ich vertue mich gewaltig." er fährt etwas langsamer um die Spur halten zu können. Zögernd nehme ich die Zeitung hoch. Sie ist sehr Bund gestaltet, viele schnörkelige Details um das F1 Logo. Das Titelbild lässt mich stocken. Der Mann hat recht und ich blicke auf ein Bild von mir und Lando am Aussichtsturm und ein kleines Bild von gestern, als er mir auf die Schläfe geküsst hat. Diese eine Millisekunde wurde abfotografiert, als hätten diese Geier nur darauf gewartet. Statt unwohl sein, überkommt mich Wut und ich würde diesen Paparazzi gerne mal meine Meinung sagen.
„Kann ich die Zeitung haben? Wie viel bekommen sie dafür?" frage ich den Fahrer.
„Ach garnichts. Nehmen sie sie so mit." er zögert einen Moment, als hätte er meine Gedanken gelesen.. „Diese Paparazzi sind radikal und gemein, nh?" Der Mann schaut stur geradeaus und es fühlt sich an wie ein Vater Tochter Gespräch.
„Ja" sage ich leise und schaue nochmal auf das Bild. „Es ist unfair und übergreifend. Ich habe keine Handhabe über das was sie machen und zudem gebe ich ihnen keine Erlaubnis. Ich will ihn nur kennenlernen und nicht das die ganze Motorsport Welt mich kennenlernt.." gebe ich zu. Er wirkt so vertraut und ich interessiere mich für seine Meinung. Wieder nimmt er sich einen Moment.
„Meine Tochter schaut gerne F1 und ist sehr interessiert an den Frauen in dieser Gruppe.. unabhängig ob Ingenieurin oder Freundin eines Fahrers. Ich glaube, man hat als Frau in einer Männer dominierten Welt mehr Macht als man denkt." Seine Aussage lässt mich schmunzeln.
„Was ich damit meine ist ,dass man als Frau in diesem Feld ein dickes Fell haben muss. Ich stelle mir das nicht immer einfach vor." fügt er hinzu.
Wir fahren auf das F1 Gelände. „Sie haben recht, es ist nicht leicht in dieser Welt als Frau.." Ich schaue ihn an und lache kurz. „Vielen Dank für die Zeitung, ein schönen Tag ihnen!" Ich will die Tür schon zu machen, da ruft er mir noch nach.
„Der härteste Kampf ist zwischen dem, was du in deinen Kopf weist, und dem, was du in deinem Herzen fühlst."
Er fährt weiter und ich stehe einfach so da. Meine Tasche rutscht mir von den Schultern, als ich seinen Spruch innerlich immer wieder wiederhole. Es ist tatsächlich ein Kampf in meinem Kopf und meinem Herzen.. das war es schon immer. Bei den Adoptionspapieren, bei Luise, bei Patrick.. bei Lando..
Aber mir fällt auch auf, dass all diese Menschen, die mein Leben auf den Kopf gestellt haben, diesen Kampf auch führen. Jeder hat einen inneren Kampf zwischen Herz und Kopf.. eine bittersüße Erkenntnis.
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Meilenweit entfernt (Teil2)
Fanfiction-Der härteste Kampf ist zwischen dem, was du in deinem Kopf weißt, und dem, was du in deinem Herzen fühlst.-
