Das Wochenende neigt sich dem Ende zu und ich ziehe jeden Abend diese dämliche Pro und Contra Liste aus der Schublade, als würde irgendwann eine Antwort für mich darauf stehen.
Vielleicht kann ich auch einfach nicht glauben, dass Lando sich weiterhin für mich interessiert.
Im Gegensatz zu meinem Leben, hat seines Plan und Struktur. Seine Familie ist intakt und er kann jederzeit auf die Unterstützung von ihnen bauen. Meins hingegen ist seid der Erfahrung der Adoption, massiv Berg ab gegangen. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass nach mein Leben nach all dem Berg ab, endlich wieder Berg auf ging. Wieder gehe ich gedanklich die Situation durch und denke an meine Eltern.. wie es ihnen wohl geht? Kurzerhand beschließe ich, sie nach meinem work und Travel besuchen zu fahren. Vielleicht sollte ich mich vorher anmelden, aber das wird auf der Heimreise wohl noch früh genug sein, oder?
Leah nimmt mich aus den Gedanken. „Ähm was machst du?" Ich antworte ihr mit einem fragenden Blick. „Habe ich dir nicht erzählt, dass wir heute ausgehen?" mein Blick wird noch fragender.
„Na du ich und.. Han." sie grinst.
„Rebeccas Han?" frage ich nach und lege den Kopf zur Seite.
„Vielleicht" Leah zieht das Wort in die Länge und dreht sich schnell um. Ich springe auf und schlage ruckartig die Bettdecke weg. Eigentlich bin ich bereits bereit zum schlafen gehen, aber Leah so aufgeregt zu sehen, ist es mir wert meinen Rhythmus nach hinten zu schieben.
Ich quietsche und laufe Hände klatschend auf der Stelle. „hahaaa! Ich wusste es!" sage ich siegessicher und nehme Leah in den Arm. Sie will es nicht und windet sich lachend. „Mit Geduld, Mona, wir treffen uns nur!" versucht Leah abzuwinken. Ich spiele mit und lasse sie schlagartig los. Spielerisch räuspere ich mich, verändere meine Stimme „Natürlich.. ihr trefft euch nur.."
Jetzt müssen wir beide lachen!
„Okay was zieh ich an?" Leah legt die Hände an den Kopf und ich stelle fest, dass sie echt aufgeregt sein muss.
„Wohin gehen wir überhaupt?"
„In son Schickimicki Ding, etwas essen und anschließend in einen Club." ihre Hände wühlen im Koffer herum.
Ich habe eigentlich keine Lust mehr raus zu gehen, aber Leah ist so motiviert, dass ich ihr niemals absagen könnte. „Wie wäre es hiermit?" Ich zeige ihr eine Anzughose von mir. „Sie ist dir vermutlich zu groß aber mit einem engen Oberteil könnte es ein guter Hingucker werden?"
Die schwarze Hose steht ihr ausgezeichnet und ist ,wie erwartet, beinahe schon oversize an Leah. Meine Beine sind einfach muskulöser und füllen die Hose mehr aus als Leah's schlanken Beine. Vor dem Spiegel sieht sich Leah selbst mit fragenden Augen an. Ihr Oberteil ist figurbetont und steht ihr ausgezeichnet. „Wow! Du siehst hervorragend aus!" sage ich ihr ehrlich.
„Wenn ich so rausgehe, musst du auch so gehen." sie zeigt mir einen Finger auf sich und kramt wieder in ihrem Koffer. Kurze Zeit später zieht sie ein knöchellanges schwarzes Kleid aus ihrem Koffer. „Meine mum hat mir das mal gekauft und zwingt mich es immer mitzunehmen. Probier mal!"
Ich halte das dünne Stoffkleid hoch und puste ein Lachen aus. „Da soll ich reinpassen?" frage ich rhetorisch. Leah verdreht die Augen. „Los mach!"
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Da Leah nicht locker gelassen hat, sitze ich jetzt mit diesem engen Fummel im Taxi und zupfe ständig an meinem Ausschnitt herrum. Ich fühle mich nicht besonders wohl und strahle dies vermutlich auch aus. Leah versichert mir mindestens alle fünf Minuten, dass ich das Kleid mit meiner Figur mehr als tragen kann. Nach dem siebten Mal war ich so genervt von ihr, dass ich beschlossen habe, einfach für einen Abend so zu tun, als wäre ich in diesem Fummel selbstbewusst.
Das Restaurant übertrifft jegliche Vorstellung von Leah's „Schickimicki" Aussage. Die großen Torbögen ragen über den Fenstern und durch die rosenfarbenen Blumen, sieht es aus, wie ein Schloss.
Durch die Fenster des Taxis bestaune ich das Gebäude. „Oh Fuck.", Entfällt mir und anhand Leah's Steifheit, weis ich, dass sie es genau so wahrgenommen hat.
Sie lässt ein ungläubiges stoßartiges Lachen hervorgehen. „So hab ich das nicht erwartet." sagt sie leise. Ein Portier öffnet uns die Tür und wir haben keine Möglichkeit mehr zu überlegen, ob wir wirklich aussteigen wollen. Han steht noch mit dem Rücken zu uns, aber als sie sich umdreht strahlt sie Leah an. Ich zwinge mich mein Unwohlsein zu unterdrücken und diesen Abend für Leah über mich ergehen zu lassen.
Ich nicke dem Portier dankend zu, nachdem er mir seine Hand zum Aussteigen angeboten hatte. Zu diesem engen Kleid konnte ich unmöglich flache Sandalen anziehen, also habe ich mich für schwarze heels entschieden. Ich merke seinen Blick auf meinem Körper, aber das Anwesen zieht mich wieder in den Bann. Aus dem Auto konnte ich die Schönheit des aufgesetzten Stucks nicht richtig erkennen. Es führen einige Treppenstufen hoch und oberhalb tummeln sich bereits einige Menschen. Ein Hauch Erleichterung macht sich in mir bemerkbar, denn alle sind in Abend Garderobe gekleidet. Ein Kleid ist schöner als das andere und ich bin schon fast dankbar für das Kleid von Leah. Die Treppe zum Gebäude hoch ist ausgelegt mit einem Marineblauen Teppich und ich fühle mich wie in einem Film.
„Hey Mona!" begrüßt mich Hannah.. Han, und erinnert mich an die Realität. „Oh, hi!" Ich gehe auf sie zu und gebe ihr eine Umarmung. „Seit ihr bereit?" fragt sie und nickt mit dem Kopf Richtung Treppe. Han hat einen schwarzen Anzug an und sieht darin umwerfend aus. Leah und ich nicken und wir gehen mit einer weiteren Kleingruppe Richtung Eingang.
Durch das enge Kleid ist es ungewohnt die Treppen zu steigen. Leah und Han geben mir unbewusst Sichtschutz indem sie vor mir laufen.
„Entschuldige, darf ich ihnen behilflich sein?" ein junger Mann, aus der kleinen Gruppe, die mit uns die Treppe hoch geht, bietet mir seine Hand geöffnet an. Ich vermute, dass dies eine Familie ist. Der vermutliche Vater geht mit der Mutter vor und die beiden Jungs hinterher. Naja zumindest einer von ihnen, denn der andere steht neben mir und wartet auf meine Antwort.
Ich überlege kurz und schalte schnell. „Das währe wunderbar." Ich wechsle meine Handtasche in die andere Hand und greife mit links in seinen angewinkelten Arm. Diese Unterstützung ermöglicht mir es etwas schneller zu gehen. „Vielen Dank." Ich lächle ihn kurz an, schaue aber dann wieder auf die Treppen um mein Gleichgewicht nicht zu verlieren. „Oh, Miss dafür doch nicht!" sagt er überschwänglich, als wäre das das normalste der Welt. Er ist ziemlich jung, vielleicht jünger als ich.. älter auf keinen fall..
Bevor wir oben ankommen zögert er kurz, fragt aber dann doch nach meinem Namen. „Ich bin Mona, und Sie?" „Leo"
„Freut mich Sie kennenzulernen, Leo."
„Ganz meinerseits," seine Familie ruft ihn und er geht ein paar Schritte rückwärts in ihre Richtung, „es war mir eine Ehre, Mona!" er zwinkert mir kurz zu, als er sich umdreht und Han stupst mich an.
„Du wurdest grade von der mächtigsten Familie angeflirtet!" ihr Mund steht etwas offen, als ich mich zu ihnen umdrehte.
„Nein, von Leo." verbessere ich sie.
„Du weißt schon, dass das die Königsfamilie von Monaco ist, oder?"
Meine Augen weiten sich. Oh Gott. Leah muss lachen, „lass uns reingehen, bitte!" sagt sie mit Nachdruck und ich kann ihr nur zustimmen.
Nichts wie weg hier. Ich komme genau zwei Schritte weit, als ich an meinem Handgelenk festhalten werde und unsanft in die verursachte Person gezogen werde.
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Meilenweit entfernt (Teil2)
Fiksi Penggemar-Der härteste Kampf ist zwischen dem, was du in deinem Kopf weißt, und dem, was du in deinem Herzen fühlst.-
