85. Wiedersehen

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Aris saß neben Sonya und Harriet, die ihn beide ansahen, als hätte er höchst persönlich den Mond vom Himmel zur Erde runter geholt. Ich musste leicht grinsen. Äußerst interessant.
Langsam ließ ich meinen Blick über die drei gleiten. Harriet ging es anscheinend gut. Sie wurde aber auch , glaube ich, nicht geschnappt. Sonya sah müde und erschöpft aus aber blaue Flecken konnte ich keine finden.

Aris...

„Du siehst Scheiße aus."
Das tat er wirklich, zu meiner Verteidigung. Aris Kopf schnellte hoch, während ich meine Krücke kurz los lies, um auf mein Auge zu deuten.
„So ein blaues Auge steht dir einfach nicht. Sorry."
Grinsend sprang Aris auf und stürmte mich fast um, als er mich in die Arme schloss.
„Y/N! Ich dachte du wärst Tod!"
Zu meiner Überraschung drückte er mir einen Kuss auf meinen Hinterkopf. Er war aber ganz klar eher brüderlich gemeint.

Newt schien davon wohl eher nicht überzeugt zu sein, da er Aris kurz entschlossen wieder von mir weg schob.
„Pass auf, sonst fällt sie noch um."
Das war jetzt doch ein klein wenig übertrieben.
Behutsam schlang er seinen Arm um meine Hüfte und half mir in Richtung der Sitzmöglichkeiten.
Aris schien Newt's Unterbrechung nichts auszumachen.
„Da hat Newt recht. Zu mir sagen ich sehe Scheiße aus aber dann mit Krücken auftauchen?"
Ich zuckte mit den Schultern.
„Ich sehe Badass aus."
Newt hatte sich breitbeinig hingesetzt und als ich gerade geplant hatte, mich neben ihn zu setzen, zog er mich auf den Platz zwischen seine Beine. Seine Arme schlang er vorsichtig, ohne auf meine Wunden zu drücken, um meinen Bauch. Normalerweise wäre mir das peinlich, doch ich lies mich einfach zurückfallen gegen ihn. Es tat so, so gut ihn bei mir zu haben. Nicht alleine zu sein.
Harriet reichte mir eine Tasse. Aris bekam auch eine.
„Hier trinkt das. Es wird euch gut tuen."

Eine warme Hand legte sich auf meine Schulter und ich drehte mich kurz um. Brenda lächelte mich an. Ihr ging es gut ? Ich lies einen erleichterten Laut von mir.
„Kein Crank. Ich verspreche es."

Aris warf einen Blick zu Thomas, der sich jetzt zu uns gesellt hatte.
„Ihr habt euch ganz schön Zeit gelassen und zu retten."
Ich grinste und nickte dann zustimmend.
„Freut mich auch dich zu sehen... was ist passiert?"
Aris zuckte mit den Schultern und er und Sonya erklärten kurz wie sie sich gewährt hatten. Es war für mich immer noch unvorstellbar, dass sie wirklich die ganze Zeit bei mir gewesen sein sollten. Vielleicht nur ein paar Flure weg, von dem Zimmer, in dem ich die letzten Monate verbracht hatte.

„Habt ihr eine Ahnung, wo sie hinwollten?"
Ich schüttelte leicht den Kopf auf Newt's Frage.
„Als sie mit mir das erste Mal gesprochen haben, haben sie sich nur sehr darüber gefreut, dass ich wegkomme. Also gehe ich mal davon aus, dass es jetzt nicht zu einem 5 Sterne Urlaub für mich hätte gehen sollen."
„Also ich weiß nur das sie die ganze Zeit von einer Stadt geredet haben."
Ich konnte spüren wie Newts Kopf sich leicht zu Thomas drehte, welcher schon zu uns sah.
„Ich dachte es gibt keine Städte mehr."
„Ja weil es so ist. Außer Ruinen meine ich."
„Okay, was ist mit Minho? Warum war er nicht in dem Zug?"
Es war kurz Still.
„Es tut mir leid Thomas.... Er war drin. Er wurde warum auch immer in ein anderes Abteil gebracht."
Ich keuchte leise und Tränen schossen mir in die Augen.
„Das ist alles meine Schuld."
Murmelte ich leise vor mich hin. Newt strich mir nur kurz über die Haare und presste einen Kuss auf meinen Hinterkopf.
Thomas schüttelte den Kopf und drückte einmal kurz mein Knie, was er aber nach einem schmerzhaften Zischen von mir wieder los lies.
„Das ist nicht deine Schuld. Sie wussten, dass wir dich und ihn holen wollten. Kein Wunder, dass er nochmal wo anders war als die anderen."

Es war kurz Still, doch dann stand Thomas auf.
„Wir müssen mit Vince reden."

Wir verabschiedeten uns von den Anderen, da Aris und Sonya sich erstmal hinlegen wollten und machten unseren Weg zu Vince. Die Krücken regten mich jetzt schon auf.

„Da, das ist es."
Ich sah zu wie Thomas eine Karte ausbreitete, auf der er eben kurz etwas markiert hatte. Ich saß auf dem Tisch, neben dem Newt stand. Er hatte mir auch gerade erst hoch gehoben. Seine Hand lag auf meinem Oberschenkel. Ich musste leicht lächeln. Das mit dem nicht los lassen, hatte er sehr einst gemeint. Ich auch.
Ohne Newt fühlte ich mich so verloren hier. Er und Thomas waren kurz weg gewesen, um die Karte zu holen und ich hatte auf sie gewartet, damit ich nicht weit gehen musste.
Die Stille hatte mich fast umgebracht.
Noch schlimmer wurde es dann, als Vince schon kam und anfing mit mir zu reden. Es hatte mich überfordert und gestresst, als hätte ich alle meinen sozialen Kenntnisse vergessen.

Doch dann, dann war etwas hervorragendes passiert. Thomas und Newt und kamen nicht alleine wieder. Ich hatte gegen den Tisch gelehnt , um nicht mein ganzes Gewicht auf meine Beine stützen zu müssen als hinter ihnen erst Brenda folgt und dann -
„Fry!"
Ich stürzte fast weil ich vergessen hatte meine Krücken zu holen, doch bis zu dem Jungen, der mir entgegen gestürzt kam, packte ich es noch.
„Verdammt, Du Strunk!"
Fry hatte mich fest umarmt und auch wenn es weh tat, tat es verdammt gut.
Er lehnte sich leicht zurück und musterte mich von oben nach unten. Ich hatte mit einem du siehst Scheiße aus gerechnet aber
„Es tut so gut dich zu sehen, Y/N."
Er lächelte mich erleichtert an.

„Das sind ein paar 100 Meilen. Der Verlauf der Eisenbahnlinien, alles was Aris erzählt hat, deutet auf diesen Ort hin."
Sein Blick huschte kurz zu mir.
„Dahin bringen sie Minho. Wir nehmen jeden mit der kämpfen kann, wenn möglich benutzen wir die Straßen. In einer Woche könnten wir zurück sein."
„Eine Woche?"

Ich wünschte ich könnte mich richtig auf das Gespräch konzentrieren, doch mein Kopf drehte sich langsam zu Newt. Verdammt sah er gut aus. Das tat er zwar sonst auch aber - er sah einfach gut aus. In dem Licht.
Ich könnte ihn jetzt zu mir ziehen und ihn küssen.
Seine Augen sehen auch so schön aus - oh die gucken ja zu mir.
Verlegen stellte ich fest, dass Newt angefangen hatte zu grinsen. Er hatte anscheinend festgestellt, dass ich ihn anstarrte.
Seine Augen wanderten langsam über meinem ganzen Körper.
Ich konnte spüren, wie meine Wangen rot wurden und drehte mich schnell wieder zu Thomas.
Ich sollte mich wohl besser konzentrieren.

You're mine ~NewtGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt