„Warte, da muss ich helfen."
Verwirrt sah ich zu, wie Newt sich aufrichtete und versuchte den Haken des Flugzeuges zu erreichen. Thomas versuchte es auch. Ich versuchte mich aufzurichten und keuchte vor Schmerz. Nein, alleine aufrichten wird nichts.
Also griff ich nach der Waffe, die entweder Thomas oder Newt neben mir hatte liegen lassen und zielte auf die Wachen, die auf uns zukamen.
Ich schrie auf als der Wagon sich vom Boden löste und vom Flugzeug in die Höhe gezogen wurde.
„Alles gut! Alles gut! Wir sind in Sicherheit."
Newt zog mich mit einem Ruck hoch und fest an sich. Ich vergrub mein Gesicht in seiner Jacke und spürte wie er einen Kuss auf die Seite meines Kopfes drückte.
„Alles gut, alles ist gut. Du bist in Sicherheit. Ich hab dich."
Leicht drückte er meinen Kopf von seiner Jacke weg und nahm mein Gesicht liebevoll in seine Hände.
Prüfend musterte es, während ich ihn schamlos anstarrte. Ich konnte nicht realisieren, dass das wirklich Newt war. Keine ausgedachte Version. Kein Hirngespenst. Newt.
Vorsichtig, sanft, kaum spürbar, drückte er seine Lippen gegen meine. Ich hatte die Geduld nicht und schlang meine Arme, um seinen Hals, zog in näher an mich.
„Y/N!"
Ich wurde von Newt weggerissen. Ein Stechen zog durch meinen Körper, doch ich ignorierte es, als mein Bruder mich in seine Arme schloss, jedoch kurz danach mich wieder wegstieß und mich von oben bis unten abcheckte.
„Du siehst Scheiße aus, Strunk."
Ich fing an zu lachen.
„Auch schön dich zu sehen , Thomas."
„Lasst sie sich hinsetzen, Jungs. Ich weiß ihr seid aufgeregt sie zu sehen, aber sie braucht Ruhe."
Ich lächelte den Mann an, während Newt mir half mich auf das Dach des Wagons zu setzen.
„Schön dich zu sehen Vince."
Ein Grinsen brach auf seinen Gesicht auf, als er mir meine Schulter tätschelte.
„Auch schön dich zu sehen. So verdammt schön."
Ich war in einer Art improvisierten Krankenhaus. Thomas und Newt hatten mich da gelassen und wollten jetzt Minho holen gehen, der in dem geklauten Wagon sein soll.
Sie hatten mir eine Ärztin bereitgestellt, die langsam über meinen Körper tastete, an manchen Stellen Verband anlag, an anderen Creme auftrug.
Ich fühlte mich leer. Alles schien zu viel und zu wenig. Ich wollte am liebsten bei Newt und Thomas sein. Aber nach so langer Zeit bei niemanden sein, schien menschlicher Kontakt so viel. So anstrengend.
„Hast du einen Freund?"
Mein Kopf schnellte zu der Ärztin, die gerade einen Verband über der alten Wunde ab meinem Bein anbrachte.
„Oder vielleicht eine enge Freundin? Geschwister? Jemand, bei dem du dich wohlfühlst ? Dir muss jemand mit den Verbänden, der Creme, den Medikamenten helfen und ich denke..."
Sie schaute mich kurz mitleidig an.
„Du solltest reden, über das was passiert ist."
Ich schwieg kurz. Darüber reden. Worüber reden? Die Stille? Die Schmerzen? Es war ja nicht so, als hätten die anderen es leicht gehabt.
„Hast du jemanden?"
Ich seufzte leicht, als ich mich wieder auf die Gegenwart konzentrierte.
„Ja, keine Sorge."
„Ich muss die Person einweisen. Wer ist es, dann hole ich sie oder ihn."
„Er kommt wieder. Newt... Newt ist mein Freund."
Sie lächelte.
„Dann bist du ja in guten Händen."
Es dauerte lange, bis die Jungs wieder kamen. Zu lange für meinen Geschmack. Ich hatte aus dem Fenster Bruchstücke von Vincent's Rede mitbekommen. Hatte mir die Maße an Menschen angesehen, die angeblich die ganze Zeit in meiner Nähe seien sollten.
Die Ärztin redete vor sich hin. Erzählte mir von ihrem Alltag und was ihre Hobbys waren.
Nach gefühlten Stunden ging die Tür auf.
„Dürfen wir rein kommen?"
Ich sprang auf und mein Bein gab nach. Bevor sich jemand Sorgen machen konnte, rappelte ich mich wieder auf.
„Wo ist Minho? Ist er in einem anderen Krankenzimmer? Ich muss sofort zu ihm."
Ich wollte mich an Newt und Thomas vorbeidrücken, um in den Flur zu gelangen, doch sie hielten mich fest.
„Was?"
„Setz dich."
Verwirrt setzte ich mich auf die Liege und sah zwischen den Beiden hin und her. Thomas kniete sich vor mich und holte meine Hände.
„Minho war nicht im Wagon."
„Was? Nein! Das kann nicht sein!"
Newt seufzte leise und setzte sich neben mich.
„War er vielleicht bei dir im Wagon? Vielleicht hast du ihn unter den Vielen nicht bemerkt."
Da musste sich natürlich die Ärztin, die mir am Anfang eine Menge Fragen gestellt hatte, einmischen.
„Sie wissen es noch nicht?"
Thomas drehte sich verwirrt von mir weg.
„Was wissen wir noch nicht?"
Sie nickte nur in meine Richtung und schon richteten sich alle Augenpaare auf mich.
Vorsichtig strich mir Newt meine Haare aus meinem Gesicht.
„Was wissen wir noch nicht?"
Ich schluckte und sah zur Seite.
„Ich- ich war alleine."
„Was meinst du mit du warst alleine?"
„Die letzten Monate."
Ich zog meine Hände von Thomas weg und umschloss damit meine Knie, die ich an meinen Bauch gezogen hatte.
„Ich war alleine. Keiner hat mit mir geredet, nichtmal die Wachen. Sonderbehandlung. Nur Schmerzen, nicht reden."
Es war Still im Raum. Sie waren sicher sauer, dass ich mich nicht um Minho gekümmert hatte.
„Aber heute Morgen hat eine Wache einen Fehler gemacht. Ich- ich hab Minho gesehen! Er wurde zu den anderen gebracht. Hätte ich gewusst, dass er nicht im Wagon ist, hätte ich ihn befreit! Ihr müsst mir glauben, es tut mir so leid!"
„Hey, hey, hey."
Thomas, zog meine Hände wieder zu sich.
„Das ist nicht deine Schuld. Nichts davon ist deine Schuld."
Newt drückte wieder einen Kuss gegen die Seite meines Kopfes.
„Können wir dir irgendwie helfen? Solange alleine sein kann nicht... gut für dich gewesen sein."
Da meldete sich wieder die Ärztin zu Wort.
„Genau darüber sollten wir jetzt reden."
„Aber Minho-."
Newt unterbrach mich.
„Um Minho kümmern wir uns nachher. Wir werden mit Aris reden-."
„Aris war im Wagon? Geht es ihm gut?"
„Ja, alles ist gut bei ihm. Jetzt lass uns dir helfen."
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You're mine ~Newt
Fiksi PenggemarEines der zwei einzigen Mädchen in Gruppe A zu sein ist schwierig . Das einzige Mädchen zu sein, dass während Phase Null bei ihnen in den Doppelbetten schläft und mit ihnen den Tag verbringt ist noch schwieriger. Dadurch verändert sich der Charakter...
