Kapitel 11

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Lexa P.O.V.:
Der Mann stand immer noch direkt vor mir und hatte ein Grinsen im Gesicht, da ich das Messer entdeckt hatte. Ich zitterte am ganzen Körper und meine Atmung ging viel schneller als sonst. Nun packte der Mann mich am Arm und zog mich hoch auf meine Beine. Er nahm seine Hand von meinem Arm und legte sie unter mein Kinn, sodass ich ihm in die Augen sehen musste. Ich schaute in die dunkelbraunen Augen, die mich wütend anfunkelten. Meine Augen füllten sich mit Tränen, da er mich immer fester an die Wand drückte. Auf den Schmerz an meinem Kopf achtete ich nicht besonders, da ich mehr Angst vor dem Messer in seiner Hand hatte. Er legte nun das Messer an meinen Hals, wodurch ich letztendlich in Tränen ausbrach. ,,Das ist dafür, dass du uns verfolgt hast."

Auf einmal rammte er mir das Messer tief in meinem Arm, mit dem ich mich an der Wand abgestützt hat. Ich schrie auf vor Schmerzen, während der Mann nur vor mir stand und mich herablassend anschaute. Meine Knie wurden weich und gaben unter meinem Gewicht nach. Ich flog hart mit meinem Kopf auf den Boden und ein höllischer Schmerz durchzog meinen ganzen Körper und hinterließ eine Gänsehaut. Dann wurde ich bewusstlos.

Luke P.O.V:
Meine Mum hielt mich immer noch fest in ihren Armen und streichelte beruhigend mit einer Hand über meinen Rücken. So verharrten wir bis es an der Haustür klingelte. Mum ließ mich augenblicklich los und ging mit schnellen Schritten zur Haustüre.

Nach 5 Minuten kam meine Mum mit 2 Polizisten an ihrer Seite wieder ins Wohnzimmer. Mum setzte sich wieder neben mich und die Polizisten machten es sich auf zwei Stühlen bequem.

,,Also erzählen Sie uns doch bitte, was genau passiert ist", meinte der etwas kleinere Polizist. Er hatte hellblonde Haare, die ihm wirr auf dem Kopf lagen und dazu grünbraune Augen, die einen mitfühlend ansahen.

,,Vor zwei Tagen hat man Alexa auf das Präsidium geschickt und dort hat man ihr erzählt, dass man aufhört nach ihren Eltern zu suchen. Sie müssen wissen, dass ihre Eltern mitten in der Nacht verschwunden sind und danach hat sie nie wieder etwas von ihnen gehört. Mrs Fling hat mir am Telefon erzählt, dass sie weinend weggelaufen ist. Ich wollte dann schauen ob sie vielleicht in ihrem Zimmer ist. Ich sah in ihren Kleiderschrank nach und stellte fest, dass ein paar Klamotten von ihr fehlten. Dann ging ich wieder raus aus dem Zimmer und rief sofort Chloe und Simon an. Sie waren auch schon nach wenigen Minuten da und als wir noch mal in ihr Zimmer gingen, fanden wir einen Zettel, der von Alexa war", fing Claire an zu erzählen, wobei sie wieder Tränen in den Augen hatte.

,,Können wir vielleicht den Zettel sehen", fragte nun der größere Polizist, der braune Haare hatte und dazu blaue Augen.

Simon reichte ihm den Zettel und die Polizisten lasen sich diesen sehr aufmerksam durch.

,,Und danach haben Sie sie nicht mehr gesehen", meinte der kleinere Polizist.

,,Also meine Frau, meine Tochter und ich nicht, aber Mrs White hat sie in der Wohnung, die ihren Eltern gehört, gesehen und sie zum Frühstück eingeladen", meinte Simon.

Nun blickten die Polizisten mich und meine Mum gespannt an. Ich wollte gerade sprechen, da hatte Mum schon angefangen zu erzählen. Sie erzählte alles, auch das ich nachher noch alleine mit mir geredet hat und mir alles erzählt hat, dass sie weggelaufen ist und wieso.

,,Wieso haben Sie es niemandem gesagt?", fragten mich beide Polizisten gleichzeitig, was mich kurz zum Schmunzeln brachte, dass allerdings in der nächsten Sekunde verschwunden war. Ich merkte wie meine Sicht leicht verschwommen war und eine einzelne Träne über meine Wange lief, die ich aber schnell mit einer Hand wegwischte.

,,Sie hat mich gebeten es niemanden zu sagen und ich dachte, dass sie von selbst zurückgehen würde."

,,Wissen Sie wo Alexa hinwollte?", fragte mich der kleinere Polizist.

,,Nein weiß ich nicht. Eigentlich wollte ich sie noch fragen, aber habe es gelassen, da sie mir es sowieso nicht erzählt hätte. Ich kenne sie schon sehr lange und ich merke es wenn sie über etwas nicht reden will."

Ich blickte wie gebannt meine Finger an um den Blicken der anderen auszuweichen.

,,Um halb zwei ungefähr rief mich Claire dann an und fragte, ob ich Alexa gesehen hätte", sagte meine Mutter noch zum Schluss.

,,Also ist Alexa verschwunden, ohne dass jemand weiß wo sie hin ist."

,,Ja", antworteten wir alle gleichzeitig.

Die Polizisten wechselten mehrere Blicke miteinander und sagten noch, dass sie Mrs Fling Bescheid geben würden und dass sie sich dann um den Fall kümmern würde. Meine Mum begleitete die Polizisten noch zur Haustüre und bedankte sich bei ihnen, bevor sie die Haustür schloss.

Lexa P.O.V.:
Langsam öffnete ich meine Augen, Stück für Stück. Ich lag mitten in einer Wiese, umhüllt vom süßem Duft der Blumen, der mir augenblicklich auffiel. Keine Schmerzen plagten mein Körper, obwohl ich mir sicher war, dass ich eine schmerzhafte Wunde am Arm haben müsste. Mein Blick glitt über mein Körper, der von einem luftigen weißem Kleid umgeben war, zu meinem Arm. Ein kurzer Schreck durchzog meinen Körper. Mein ganzer Arm war umgeben von Blut, getrocknetem Blut.

Nachdem ich den ersten Schock überstanden hatte, stand ich langsam auf. Meine Beine zitterten unter meinem Gewicht und ich hatte Angst sie würden jeden Moment nachgeben. Ich war gerade dabei zu fallen, als mich zwei starke Arme auffingen. Verwirrt drehte ich mich um und sah in die wunderschönen Eisblauen Augen von meinem Vater. Auf einmal kamen alte Erinnerungen hoch, wie Dad immer mit mir auf dem Spielplatz gespielt hat, der nur ein paar Straßen von unserer Wohnung entfernt war.

Erst als mich eine zweite Person in ihre Arme schloss, bemerkte ich, dass Mum die ganze Zeit hinter Dad gestanden ist. Wir standen nun, mitten auf einer Blumenwiese und umarmten uns. Das Gefühl, dass es meine Eltern waren, die mich umarmten. Ich wünschte mir, jemand würde die Zeit anhalten und ich müsste mich nie wieder aus den Armen lösen.

Nach einigen Minuten entfernte sich meine Mum von mir und sah mir mit ihren braunen Augen in meine. ,,Du bist so schön und mutig geworden. Ich bin unheimlich stolz auf dich", flüsterte sie mit weinerlichen Stimme zu mir. ,,Ich liebe euch so unglaublich." Sie lächelten mir beide, mit Tränen in den Augen zu, doch im nächsten Moment veränderten sich ihre Gesichtsausdrücke schlagartig.

Kurz darauf fingen meine Eltern an zu husten. Blut spritzte aus ihren Mündern und im nächsten Augenblick sackten sie in sich zusammen. Was ich hinter ihnen stehen sah, verbreitete mir eine Gänsehaut auf meinen gesamten Körper. Es war wieder dieser Mann und er hatte wieder das blutverschmierte Messer in seiner Hand. Ich schrie panisch auf in der Hoffnung jemand würde mich hören, aber natürlich hörte mich niemand. Der Mann kam mit schnellen Schritten auf mich zu und ich blieb einfach stehen, nicht fähig zu begreifen was gerade passiert war. Nun stand er schon vor mir und schnitt mir mit einer schnellen Bewegung die Kehle durch. Ich schrie vor Schmerz auf und sackte wie meine Eltern auf den Boden zusammen. Meine Augen schlossen sich und ließen das Bild von der Blumenwiese, die nun mit Blut bespritzt war, verschwinden.

Luke P.O.V.:
Mittlerweile saß ich wieder in meinem Zimmer und hatte ein Foto von Lexa und mir in der Hand. Es wurde letztes Jahr an einem See gemacht, wo wir mit meiner Mum und ihren Eltern hingefahren sind. Sie sah so glücklich aus in meinen Armen und ich fühlte wie sich mein Herz zusammenzog bei den Erinnerungen an sie. Nachdem ihre Eltern verschwunden war ist für sie ihre Welt zusammengebrochen und nur noch die Hoffnung, dass die Polizei sie finden würde, gaben ihr Mut. Ich konnte mir vorstellen wie schlimm es für sie gewesen sein muss, als ihre letzte Hoffnung starb. Eine Träne flieh aus meinem Auge und fiel auf das Foto. Eins ist klar. Wenn die Polizei aufgab oder nicht genug machte, würde ich nach ihr Suche und mein Leben für sie riskieren, denn sie hatte einen besonderen Platz in meinem Herzen eingenommen.

Hey! Ich hoffe euch gefällt das Kapitel. :)
Vielen lieben Dank an alle die für meine Geschichte Voten und so nette Kommentare schreiben!❤️

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