Kapitel 12

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Luke P.O.V:
Müde schlage ich meine Augen auf. Vor mir sitzt mein bester Freund Jason mit einem Tablett auf seinem Schoß. Ich nehme den Tee und das Marmeladenbrötchen dankbar an und lächele ihn leicht an, was er erwidert.

,,Luke alles wird wieder gut werden", sagt er mit seiner tiefen, sanften Stimme, die mich jedes Mal beruhigt. Langsam setzte ich mich auf, aber sobald ich sitze, schmerzt mein Kopf höllisch. Anhand meines Gesichtsausdruckes sieht Jason, dass ich schmerzen habe, weswegen er mir eine Kopfschmerztablette holt. Ich bedanke mich bei ihm und schlucke die Tablette mit einem Glas Wasser runter.

,,Komm wir gehen jetzt in die Schule", sagt er zu mir.

,,Ja. Geh du schon mal in die Küche. Ich komme gleich."

Jason geht aus meinem Zimmer und ich stehe auf. Ich gehe schleppend zu meinem Kleiderschrank und hole mir eine Hose und ein lockeres Shirt raus. Dann gehe ich ins Bad und dusche mich kurz. Ich ziehe mich an, gehe nochmal mit den Fingern durch meine Haare und gehe in die Küche. Jason sitzt auf einem Stuhl und starrt auf sein Handy. Ich hole mir schnell ein Sandwich aus dem Kühlschrank und tue es in meinen Rucksack, der neben der Tür steht.

,,Wir können gleich gehen. Ich muss nur noch schnell Mum Bescheid geben."

,,Ok. Ich warte im Flur dann auf dich."

Schnell gehe ich noch in Mum's Schlafzimmer und was ich da sehr, zerbricht mir mein Herz. Meine Mum liegt weinend in ihrem Bett mit einem Foto in ihrer Hand. Ich setzte mich auf die Bettkante und ziehe sie in meine Arme. Auf dem Bild ist Alexa mit ihren Eltern abgebildet. Ich nehme es Mum aus der Hand und lege es auf eine kleine Kommode, die in der Ecke des Raumes steht. Dann gehe wieder zu ihr und streiche ihr beruhigend über den Rücken.

,,Wir sind schuld, wenn Alexa was passiert", unterbricht Mum die Stille.

,,Nein, wir sind nicht schuld. Sie hat sich selbst dazu entschieden Mum. Wir hätten es sowieso nicht geschafft sie von ihrem Willen abzubringen, also gib dir nicht die Schuld. Ok? Und wenn einer Schuld ist, dann bin ich es."

Sie nickt kaum merklich und wischt sich die Tränen mit ihrem Handrücken aus dem Gesicht.

,,Mum, ich muss jetzt in die Schule gehen. Soll ich dich noch bei der Arbeit krank melden."

Sie schüttelt ihren Kopf und ich gehe mit einem 'ok' aus ihrem Zimmer in den Flur. Jason steht schon vor der Haustür und wartet auf mich. Ich nehme mir noch schnell meinen Rucksack und gehe zu ihm. Wir laufen zur Schule, da sie nur 5 Minuten von meiner Wohnung entfernt ist.

,,Wie bist du heut morgen eigentlich in die Wohnung gekommen", frage ich die Frage, die mir seitdem wir losgelaufen sind in meinem Kopf ist.

,,Ich hab euren Ersatzschlüssel benutzt und ihr seid selber Schuld, wenn ihr ihn unter der Eingangsmatte versteckt", sagt er lachend.

Ich kann mir mein Lachen auch nicht verkneifen und lache los. Mum und ich sind echt nicht einfallsreich, wenn es um ein gutes Versteck geht. Kein Wunder, dass Jason den Schlüssel schnell gefunden hat.

Da wir heute spät dran sind, sprinten Jason und ich noch die letzten Meter zum Klassenzimmer. Normalerweise habe ich kein Problem damit zu spät zu kommen, aber ich habe heute keine Lust auf Nachsitzen. Ohne zu klopfen geht Jason ins Klassenzimmer und setzt sich in die letzten Reihe, während ich einen Moment zögere bevor ich ihm hinterher gehe.

,,Entschuldigung, dass wir zu spät sind", sage ich noch zum Lehrer, der uns ziemlich böse anschaut. Wieso müssen wir auch Mathe in der ersten Stunde haben?

VermisstWo Geschichten leben. Entdecke jetzt