Kapitel 18

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Allwissende P.O.V.:

Es ist bereits ein paar Stunden her, wo Mr Smith an seinen Verletzungen gestorben ist. Mittlerweile haben die zwei Männer die Leiche von ihm fortgebracht, aber sie wussten nicht wo sie sie hinbringen sollten. Die Leiche von dem kleinen Mädchen hatten sie auch noch nicht weggebracht und sobald man den Raum betritt, wo die Leiche liegt, umgibt einen der Geruch vom verwesendem Fleisch. Als der eine Mann in den Raum tritt hält er sich den Mund zu, um nicht diesen Geruch zu riechen. Vorsichtig kniet er sich auf den Boden neben dem kleinen Mädchen und als wollte er sie nicht verletzen, streicht er ihr die Strähnen, die in ihr Gesicht gefallen sind, hinter ihr rechtes Ohr. Dann schließt er noch mit seiner rechten Hand ihre Augen, die davor noch so weit offen waren, dass man ihre leeren Blick sehen konnte. Hätte man jetzt nicht gewusst, dass sie tot ist, würde man denken, dass sie nur schlafen würde. Zumindest wenn man das Blut nicht beachtet, welches an ihrer Kleidung und auf dem Boden zu sehen ist.

Der Mann schaut das Mädchen an. In ihm kommen Schuldgefühle hoch, die er bis jetzt so gut es geht ignoriert hat. Leise formt er mit seinen Lippen, dass es ihm Leid tut, bevor er vorsichtig seinen Arm unter ihren Rücken tut. Den anderen tut er unter ihre Kniekehlen. Er steht auf mit dem kleinen Mädchen in seinen Armen und geht auf die Tür zu. Der Kopf von dem Mädchen hängt schlaff nach hinten gelegt und ihr Körper sackt bereits in sich zusammen, sodass der Mann Schwierigkeiten hat sie zu tragen. Mit einem vereisten Gesichtsausdruck, geht der Mann zurück in die große Lagerhalle des Lagerhauses und je näher er ihr kommt, desto schwerer werden seine Schritte.

Mitten in der Lagerhalle wartet bereits der andere Mann mit der Leiche von dem Arzt. Er hat einen großen Haufen von Holz in der Mitte von der Lagerhalle gesammelt und wartet jetzt nur noch auf seinen besten Freund, der das kleine Mädchen mit sich bringen soll. Als er ihn an der großen Metalltür zu Lagerhalle sieht, breitet sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus. Er kann es kaum erwarten, die Leichen zu zerstören. Für seinen besten Freund ist dies dagegen der schlimmste Tag seines Lebens. Am liebsten würde er jetzt nach Hause gehen und diesen Albtraum vergessen, aber dann müsste er seinen besten Freund im Stich lassen. Das kann er nicht machen, da er ihm versprochen hat immer für ihn da zu sein, als alle in der Schule ihn ausgelacht haben und auch die Ärzte bei denen er war, gesagt haben er sei ein Psychopath. Aber das Schlimmste war, als Alexa's Eltern es zu ihm gesagt haben und Alexa noch nicht mal ihren Eltern widersprochen hatte. Sie hat einfach nur still dagesessen und ihr Blick war auf den Boden gerichtet. Der Mann legt das kleine Mädchen sanft auf den Boden ab und stellt sich danach neben seinen besten Freund. Dieser wendet sich jedoch ab und geht zielstrebig zu dem großen Holzhaufen.

Ohne zu zögern packt er ein Feuerzeug aus seiner Jackentasche und macht es an. Bevor er aber den großen Holzhaufen anzündet, lässt er die Flamme noch ein wenig tanzen. Dabei beobachtet er sie ganz genau. Er hat Feuer schon immer geliebt. Es ist so gefährlich und stark, aber auch ziemlich unberechenbar. Als kleines Kind hat er sich immer die Hände verbrannt, als er mit den hell erleuchteten Kerzen gespielt hat. Seine Mutter hat ihm immer gesagt, dass er damit aufhören soll, aber die Flammen haben ihn immer wieder angezogen. Ihn hat es nicht interessiert, ob er sich die Hände verbrannt hat und es wehtat. Er hat diese Art von Schmerz geliebt, weil er ihn von dem eigentlichen Schmerz in seinem Herzen abgelenkt hat. Sein Vater hat sich von seiner Mutter scheiden lassen, als er 7 Jahre alt war. Am Anfang war er immer einmal in der Woche bei ihm, doch dann hat er eine Frau kennengelernt und sie sind sofort zusammengezogen. Sie mochte ihn nicht, deswegen hat sein Vater auch dann gesagt, dass er ihn nie wieder sehen will. Er hat ihn im Stich gelassen, genauso wie fast alle Menschen in seinem Leben, die ihm auch nur ein bisschen etwas bedeutet haben. Die einzigen die ihn noch nicht verlassen haben, waren sein bester Freund und seine Mom. Dann entzündet er das Holz.

Das Feuer brennt bereits lichterloh und die beiden Männer stehen daneben, während sie die Flammen schweigend betrachten. Der Mann, der den Holzhaufen angezündet hat, nahm die Leiche des Arztes und ohne auch nur zu blinzeln oder ein schlechtes Gewissen zu haben, schmeißt er die Leiche in den brennenden Holzhaufen. Jetzt sollte eigentlich der andere Mann die Leiche des Mädchens beseitigen, doch er hat im Vergleich zu seinem besten Freund Angst. Er will nicht die Leiche des Mädchens verbrennen. Sein Verstand sagt ihm, er solle sofort damit aufhören, aber da ist noch die Stimme, die ihm sagte, dass er es für seinen besten Freund tun sollte. Er hört nicht auf seinen Verstand und hebt das kleine Mädchen hoch. Mit zitternden Schritten geht er zu dem mittlerweile 2 Meter hohem Feuer. Kurz bevor er sie hineinwirft, formt er nochmal mit seinen Lippen die Worte, dass es ihm leid tut. Dann wirft er die Leiche ins Feuer und man sieht wie das kleine Mädchen in Flammen aufging.

Je länger die Männer auf das Feuer schauen, desto größer werden die Schuldgefühle bei dem einen Mann. Der andere Mann dagegen schaut emotionslos auf das große Feuer. Die Flammen schlagen gefährlich hoch und berühren fast die Decke. Der ganze Raum ist umgeben von Qualm und so langsam merken auch die zwei Männer, dass irgendwas nicht stimmt. Sie werden von einem plötzlichen Hustenanfall gerüttelt, weswegen sie sich schnell den Mund mit ihrem Arm zuhalten. Der Mann, der bis eben noch emotionslos daneben gestanden hat, rennt schnell aus der Lagerhalle raus und achtet nicht mehr auf seinen besten Freund, da er davon ausgeht, dass er ihm folgt. Doch als er draußen ist, sieht er seinen besten Freund immer noch nicht.

Während der Mann draußen sich Sorgen um seinen besten Freund macht, rennt dieser runter in den Keller, der auch schon von dem Qualm eingehüllt worden ist. Er rennt schnell zu dem Raum, wo die Leute gefangen sind, wobei er immer noch seinen Mund mit dem Arm verdeckt, um den giftigen Rauch nicht einzuatmen. An der Tür angekommen holt er schnell den passenden Schlüssel aus seiner Hosentasche und öffnet die Türe. Was er hinter dieser Tür sieht, verschlägt ihm die Sprache. Von den neun Personen im Raum, liegen bereits drei Tote auf dem Boden, da sie erstickt sind. Als der Mann sieht, dass Susan eine davon ist, bleibt er wie erstarrt mitten im Raum stehen. David sitzt neben ihr und hält sie in seinen Armen, während ihm Tränen übers Gesicht laufen.

Die übrigen fünf Leute sind bereits aus dem Raum gelaufen, um hoch an die frische Luft zu kommen, aber David nicht. Er umklammert fest Susan und bittet sie wieder zu ihm zu kommen. Der Anblick macht den Mann traurig. Er kennt Susan und David schon so lange und plötzlich ist Susan tot. Schweigend betrachtet er David, wie er vergeblich versucht sie wieder zu Beatmen. Man sieht David an, dass er am Boden zerstört ist und wenn der Mann daran denkt, wie traurig Alexa sein wird, wenn sie es erfährt, werden seine Schuldgefühle schlimmer. Alexa hat ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt nur um ihre Eltern zu finden und trotzdem ist ihre Mutter gestorben. Langsam erholt sich der Mann von seiner Schockstarre und als er wieder vollkommen da ist, packt er schnell David's Arm und zieht ihn hinter sich her. David versucht sich zu wehren und brüllt die ganze Zeit Susan's Namen, doch der Mann ist stärker und zieht ihn durch den langen Gang. Würde der Mann sich hier nicht auskennen, dann hätte er nicht gewusst wo er lang müsste, da man mittlerweile Dank des Qualmes nichts mehr sehen konnte. Die Kräfte des Mannes lassen aber auch so langsam nach und er bekommt einen schlimmen Hustenanfall. Der Rauch greift bereits seine Lunge an und wenn sie bald nicht rauskommen, dann werden sie beide ersticken. Der Mann kämpft sich durch die langen Flure und mit jedem Schritt kann er schlechter atmen. David der auch schon einen ziemlich starken Hustenanfall hat, ist dabei keine Hilfe, da er immer noch versucht sich zu wehren. Aber der Mann will David nicht loslassen, da er sich dies niemals verzeihen könnte. Sie haben es vor allem fast geschafft. Sie müssen nur noch einen Raum durchqueren, um nach draußen zu gelangen. Der Mann sammelt noch ein letztes Mal seine Kräfte und durchquert dann den letzten Raum. Sie gehen noch durch die große Metalltür ins Freie.

Sobald sie im Freien sind lässt sich der Mann erschöpft zu Boden fallen, bevor er nach seinem besten Freund schaut. Als es ihm wieder halbwegs gut geht, steht er ganz langsam auf und sieht zu ihm. Er steht neben ihm und hält währenddessen noch seine Waffe in der Hand. Die Geiseln stehen nur zwei Meter entfernt und erholen sich immer noch.

,,Wir sollten weggehen, wenn wir nicht erwischt werden wollen. Die Feuerwehr und die Polizei werden bald da sein", sagt der Mann zu seinem besten Freund und drückt ihm ebenfalls noch eine Waffe in die Hand.

Kurz darauf hört man schon die Sirenen, weswegen sich die Männer mit den Geiseln sofort in eine Seitenstraße begeben, wo die Polizei sie nicht findet.

Hey, hier ist das nächste Kapitel. Ich hoffe, dass ihr es mögt und ich würde mich über Kommentare und Votes freuen. Außerdem ein riesen Dankeschön an euch für 1k Reads. Ich freue mich mega darüber!❤️

LOVEuLEA❤️

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