Kapitel 16

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Mein Freund schaut unsicher zu mir, während ich dem Arzt, der anscheinend Mr Johnson heißt,  bestätigend zunicke. Er gibt uns ein Zeichen, dass wir ihm folgen sollen, was wir auch sofort machen. Wir gehen über die langen Flure des  Krankenhauses, bis wir vor einer Tür stehen bleiben. Mr Johnson geht rein und wir folgen ihm. Dann setzen wir uns auf die Stühle vor dem großen Schreibtisch und schauen Mr Johnson erwartungsvoll an.

,,Also, wir haben Miss Jefferson nun operiert. Sie hat eine sehr tiefe Stichwunde am und auch der Knochen wurde teilweise zerstört, aber der wird von alleine wieder verheilen", sagt er zu uns.

,,Und was ist dann die schlechte Nachricht", fragt mein bester Freund und starrt den Arzt durchdringend an.

,,Miss Jefferson hat sehr viel Blut durch die Stichwunde verloren. Ihr Zustand ist zurzeit stabil, aber sie hat so viel Blut verloren, dass wir bei ihr eine Bluttransfusion machen müssen. Mit dieser Methode wäre sie sehr schnell wieder gesund", meint der Arzt zuversichtlich.

,,Wieso schauen Sie dann so besorgt", frage ich nun. ,,Ich meine sie wird doch bald wieder gesund sein."

,,Ich will, dass Sie mir meine Frage ehrlich beantworten", sagt er zu uns, woraufhin wir beide nicken. ,,Wissen Sie, wer ihr das angetan hat? Wären sie nicht mit ihr hierher gekommen hätte sie 10 Minuten später bereits tot sein können. Wer auch immer Miss Jefferson das angetan hat, diese Person muss wegen versuchten Mordes angezeigt werden", sagt er mit einem sehr ernsten Gesichtsausdruck.

Allwissende P.O.V.:

Die beiden Freunde schauen sich gegenseitig unsicher an und versuchen eine Lösung zu finden. Versprechen sie sich jetzt, dann wären sie aufgeflogen und der Arzt würde sofort die Polizei informieren.

,,Wir haben Sarah zufällig gefunden. Sie müssen wissen, dass sie eine gute Freundin von uns ist, weswegen wir uns auch Sorgen um sie gemacht haben. Wie haben sie dann gesucht und haben sie so in einer kleinen Gasse gefunden. Als wir das ganze Blut gesehen haben, sind wir sofort mit ihr hierher ins Krankenhaus gefahren", sagt der eine und setzt einen gespielt traurigen Gesichtsausdruck auf.

Mr Johnson glaubt dem Mann nicht ganz, aber gibt sich mit dieser Antwort zufrieden, da ihm die Männer zugegebenermaßen ein bisschen Angst machen. Vielleicht sollte er doch lieber die Polizei anrufen, wie er es eigentlich geplant hatte, lässt es aber, da die Polizei ihn wahrscheinlich für verrückt erklären würde, wenn er sagt, dass ihm zwei Männer unheimlich vorkommen, die einem schwer verletzten Mädchen das Leben gerettet haben, indem sie sie hierher gebracht haben.

Während die zwei Männer noch die restlichen Sachen mit dem Arzt abklären, liegt Alexa völlig regungslos in einem der typischen Krankenhausbetten. Zusätzlich ist sie noch mit unzähligen Kabeln verbunden. Ihre Augen, die sonst immer Freude ausstrahlen, sind fest geschlossen und wenn man nicht die ganzen Kabel sehen würde, könnte man denken, dass sie schläft und jeden Moment ihre Augen aufschlagen würde.

Im nächsten Moment geht die Tür zur Intensivstation auf. Die zwei Männer kommen, gefolgt von Mr Johnson, herein und gehen in das Zimmer, wo Alexa liegt. Mit ihr ist noch ein 14-jähriges Mädchen in dem Zimmer, aber ihr Zustand ist besser, als der von Alexa und sie würde schon bald wieder die Intensivstation verlassen, da sie auch bereits aufgewacht war. Einer von den Männern geht zu Alexa und nimmt vorsichtig ihre Hand, da er Angst hat, dass er ihr wehtun würde. Währenddessen steht der andere Mann an der Tür und beobachtet die Situation kalt. Scheinbar ist es ihm egal, ob Alexa tot oder lebendig wäre. Mr Johnson sieht nervös zwischen den beiden Männern her und mustert sie.

Als er fertig damit ist, entscheidet er sich, sich mit dem Mädchen zu unterhalten, welches das Geschehen interessiert, aber auch gleichzeitig verwirrt mustert. Als der Arzt sich neben sie stellt, wendet sie ihre gesamte Aufmerksamkeit auf ihn. Er lächelt sie freundlich an und fragt sie, wie es ihr geht und ob sie noch Schmerzen habe. Sie antwortet ihm höflich und wendet danach ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Männer. Irgendwie kommen sie ihr bekannt vor, aber sie kann sich nicht erinnern woher. Der eine hat sich mittlerweile anstatt an der Tür, an einer Wand angelehnt und der andere sitzt auf Alexa's Bett und gibt leise Schluchzer von sich. Für einige Minuten ist der Raum mit Schweigen erfüllt und man hört nur das regelmäßige Piepsen des Herzmonitors. Dann entscheidet sich Mr Johnson, wieder zu Alexa zu gehen.
Neben dem Mann bleibt er dann schlussendlich stehen und überlegt, was er zu den Männern sagen soll. Er kommt zu dem Schluss, dass er einfach sagt, dass sie gehen müssen, damit sich die Patientin ausreichend erholen kann. Zufrieden mit seiner Entscheidung, setzt er sie in die Tat um.

,,Entschuldigen Sie. Ich muss sie leider bitten zu gehen, da unsere Patienten ihre Ruhe brauchen", sagt er höflich und hofft darauf, dass die Männer ohne Wiederrede gehen.

Der Mann an der Tür, hebt eine seiner Augenbrauen und durchlöchert den Arzt mit seinen Blicken, um herauszufinden ob er lügt. Auf der Stirn vom Arzt bilden sich kleine Schweißperlen, da er Angst vor den Männern hat. Aber bevor der eine Mann auf den Arzt losgehen kann, zieht sein bester Freund ihn aus dem Zimmer heraus.

Gezielt laufen die zwei Männer nebeneinander zu einem Auto, wo sie auch augenblicklich einsteigen. Während sie zu einer großen Lagerhalle fahren, steht Mr Johnson immer noch geschockt in dem Zimmer. Wollte der eine Mann gerade auf ihn losgehen? Hat er gemerkt, dass es nur eine Ausrede gewesen ist, um sie loszuwerden? Mr Johnson ist ganz in seinen Gedanken versunken, als das junge Mädchen ihn anspricht und fragt, ob alles ihn Ordnung wäre. Er ignoriert sie allerdings und verlässt zielstrebig das Zimmer.

Mittlerweile sind die zwei Männer an ihrem Ziel angekommen. Beide steigen aus und laufen gezielt auf eine Türe zu. Beide haben einen kalten Gesichtsausdruck, nur dass man bei dem einen sehen kann, dass er vor kurzem geweint hat. Sie stoßen die Tür auf und treten in den kleinen Raum. An der Wand ist Mr Smith angelehnt und schläft. Er hat tiefe Augenringe und leicht geschwollene Augen, was die beiden Männer aber anscheinend nicht interessiert. Beide ziehen ein großes, spitzes Messer hervor und schauen Mr Smith herablassend an. Sie nicken sich noch einmal gegenseitig zu und dann packt der eine Mann Mr Smith am Arm und zieht ihn hoch. Mr Smith versucht sich aus dem starken Griff des Mannes zu befreien, aber schafft es nicht. Der Mann schleudert ihn auch noch gegen die Wand. Mr Smith hat eine Platzwunde am Kopf, die aber nicht so schlimm ist, wie dass was ihm bevorsteht.

Mr Smith P.O.V.:

Ich schaue nun in die kalten Gesichter der Männer. Sie sind, glaube ich, nur ein Jahr älter als Alexa oder sogar gleich alt. Ich schaue sie flehend an, doch dies ignorieren sie gekonnt und ziehen mich jemals an einem Arm mit sich runter in den Raum, wo auch die anderen Menschen sind. Da Alexa nicht hier ist, denke ich mal einfach, dass sie sich noch richtig entschieden haben und sie ins Krankenhaus gebracht haben. Als wir nach etlichen Abzweigungen und Gängen vor einer Tür stehen bleiben, öffnen sie sie und stoßen mich unsanft rein, sodass ich falle, was sie nur zum Lachen bringt. Innerlich hoffe ich, dass sie jetzt weggehen würden, aber natürlich wurde dieser Wunsch mir nicht erfüllt. Unter den schockierten Blicken der anderen Leute binden sie mich, nachdem sie mich grob hochgezogen haben, an eine Stange in der Mitte des Raumes. Na toll! Jetzt bin ich auch noch gefesselt und kann mich kein Stück bewegen. Alexa's Vater fragt derweil den einen Mann, was mit seiner Tochter sei, doch sie halten es nicht für nötig ihm zu antworten. Nachdem sie mir einige Minuten gegeben haben, um zu versuchen mich selbst wieder zu befreien, was unmöglich gewesen ist, kommt nun der eine auf mich zu und flüstert mir etwas ins Ohr, dass eine Gänsehaut auf meinem ganzen Körper auslöst.

Wir haben Ihnen doch gesagt, dass es qualvoll wird und dass ist erst der Anfang!

Hiii!

Vielen Dank für 619 Reads, ich habe mich mega gefreut! 
Hoffe euch gefällt das Kapitel.

VermisstWo Geschichten leben. Entdecke jetzt