Conny wurde binnen weniger Minuten unverhofft von Lukas aus dem Raum gezerrt, was mir natürlich ein unwohles Gefühl bescherte. Nicht nur, weil sie mich mit diesem Schwein Stephan allein ließen, der prompt locker auf mich zukam, sondern die Überraschung, die sie sehen sollte, mit Sicherheit keine war. Zugleich wurde die Tür von inne verschlossen. Stephan befahl anbei seinen Männern die Klappe zu halten und niemanden durchzulassen. Egal wer es war. Automatisch bekam ich eine Gänsehaut. War es mir zu verübeln? Die Situation mit ihm allein zu sein, machte es außerdem nicht besser. Die Angst nagte sehr in mir. Was soll das nun werden? Was hat er vor? Wollte er mich erneut verprügeln?
Da irgendwie jeder zu wissen schien, dass man mich sowieso ständig quälte, kam erst recht niemand in den Raum. Jedem Anwesenden vor der Tür, schien es egal zu sein, dass ich überhaupt existierte. Traurig, dass ich so wenig wert war, dass man nicht einmal Mitleid für mich empfand. Nebenbei nahm ich schließlich das Klicken des Schlosses wahr. Verzweifelt leckte ich mir über die trockenen Lippen und hoffte, dass es nicht allzu sehr wehtat, denn noch mehr Schmerz hielt ich nicht aus. Zumindest glaubte ich das.
»So und jetzt zu dir«, hörte man ihn und nebenbei schaute er auf seine Armbanduhr. Was hätte ich dafür gegeben zu wissen wie spät es überhaupt war. Ich wusste nicht einmal welchen Tag wir hatten, weil ich Raum und Zeit verlor. »Eine Stunde ungefähr bleibt uns, dann muss ich wieder zu meiner Mutter.« Binnen weniger Sekunden stützte er sich auf dem Tisch in der Ecke und musterte mich eindringlich. »Schon Schade eigentlich, wie du jetzt aussiehst. Aber egal!« Im Anschluss begann er tatsächlich seine Hose aufzuknöpfen. Fuck. Meine Augen wurden sofort groß. Nein. Nein. Nein. Nein. Nein. Das kann einfach nicht wahr sein. Das würde er niemals tun.
Zumindest hoffte ich das in diesem Moment. Dabei kam er auf mich zu und bliebt ein paar wenige Zentimeter vor meinem ausgekühlten Körper stehen. Ohne zu zögern berührte seine Hand mein linkes Schlüsselbein. Danach fuhren seine Finger über mein Dekolletee. Dann über meine Brüste. Ich wollte schreien, weinen, alles gleichzeitig. Dennoch presste ich lediglich die Lider hart zusammen und versuchte vergeblich an etwas anderes zu denken. Fast hätte ich es sogar geschafft. Fast. Denn unverhofft verpasste er mir eine feste Ohrfeige, die mich aufkeuchen ließ. Automatisch presste ich meine Lippen zu einem harten Strich zusammen, damit mir kein einziger Laut entfuhr, obwohl es wehtat.
Ich klopfte mir auf die Schulter. Ich war immerhin noch so stark, mir nicht anmerkten zu lassen, dass er mich mehr als nur anekelte. Jedoch hielt er nicht inne. Plötzlich fuhr er mir unvermittelt mit seinen Nägeln über meine frischen und langsam heilenden Wunden, was noch mehr schmerzte und riss mir dabei die Haut erneut auf. Nun stöhnte ich leidlich, verkniff es mir allerdings gleich wieder, da ich ihm nicht die Genugtuung geben wollte, mich leiden zu sehen. Stephan durfte nicht spüren, was er mit seinem Verhalten in meinem Innersten anrichtete. Dass genau das mehr zerstörte, als die Schläge und die Folter.
Jedoch schien ihn meine Reaktion zu stören. Aus diesem Grund gruben sich seine Fingernägel erneut in mein Fleisch und bohrten sich so tief und unaufhaltsam in mich hinein, dass ich doch aufschrie. Schrill. Quälend. Dazu sagte er aber nur: »Wird ja auch mal Zeit, sonst würde die Sache keinen Spaß für mich machen.« Ach so, Spaß ist das also für ihn? Will er mich gerade verarschen? »Merkst du eigentlich auf was für ein Niveau du dich da gerade begibst?«, giftete ich und zog an meinen klappernden Ketten, um doch irgendwie davon loszukommen, aber nichts geschah, was nicht anders zu erwarten war.
»Das bringt nichts und das weißt du auch!«, kicherte Stephan und zog so fest an dem Metall, dass es sich erneut fest in meine Handgelenke bohrte. »Du gehörst mir und ich werde mir das nehmen, was ich will und wenn du dich wehrst, umso mehr Freunde werde ich dabei haben!« Ich versuchte seinen Blicken auszuweichen, konnte es aber nicht, da er mich nicht in Ruhe ließ. »Du bist doch krank!«, keuchte ich quälend und spürte, wie sich meine Augen veränderten. Wie sie anfingen in diesem Violett zu leuchten. Sie wurden warm; nicht heiß. Ich war zu schwach, um ihn zu beeinflussen. Das wusste auch er. »Das muss man euch Blutsaugern einfach lassen... Es sieht einfach nur geil aus, wenn ihr das da mit euren Augen macht« und er zeigte auf seine.
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Someday II - be a Vampire
VampireTrilogie: Band 2 Dieser Teil, schließt komplett an Band 1 an. Edan und Larissa haben sich gefunden und doch tauchen kurze Zeit später die Probleme auf. Sie fühlt sich zurückgewiesen und nicht mehr geliebt. Nun, da sie ein Vampir ist, ist es wichtig...