»Was machst du denn hier?«, hörte ich nur ganz nebenbei. Ich zuckte erschrocken zusammen, weil Edan mich komplett ablenkte und an meinem Ohr herumkaute. Wenn er sie nicht selbst bemerkte, dann stellte er es ziemlich geschickt an, es zu vertuschen, denn auf einen Schlag war seine Hand aus der Jeans und lag locker auf meinen Hüften. Ich hingegen hatte keine Möglichkeit wieder etwas herunterzukommen. Er raubte mir einfach nur den Atem mit seiner Art und Weise.
Edans Haare kitzelten anbei auf meinem Gesicht, weil er sich etwas weiter nach vorne beugte und durch seine enorme Größe fiel seine offene Mähne, wie ein Schleier über mich. »Ich habe meine Freundin vermisst!«, griente er und meine Mutter meckerte: »Meine Tochter ist nicht dein Eigentum. Du wirst ja wohl mal ein paar Stunden ohne sie zurechtkommen. Ihr seid ja wie siamesische Zwillinge« und sie kniff genervt die Augen zusammen. »Ich bin froh das er da ist. Du hast neben dir auch jemanden« und ich beugte etwas meinen Kopf um die Hausecke, um mit den Augen nach Steven zu suchen. »Und außerdem hat er mir echt gefehlt!« Es war keine Lüge und das spürte Edan, doch er wusste ja, weswegen ich das sagte.
Anbei küsste er meinen Scheitel und umarmte mich fester von hinten. Dennoch ließ er mich kurz darauf auch schon los. »Wo ist Steven?«, fragte ich meine Mutter nun direkt und schaute mich weiter um, da er nicht mehr am Tisch saß. Einen Moment nicht aufgepasst und schon war er verschwunden. Ungeachtet dessen war er nicht weit von uns entfernt. Ich spürte ihn auf der Stelle in unmittelbarer Nähe. »Edan?«, hörten wir eine dunkle Stimme hinter uns und mein Vampir hielt mich schlagartig fest. Ich wusste, dass er mich schützten wollte, falls etwas passierte.
Plötzlich war mir enorm kalt, auch wenn Edan immer noch neben mir stand. Allerdings machte er sich unverhofft von mir los. Ich wollte prompt sein Handgelenk ergreifen, aber er trat einen Schritt weiter ins Licht und wie aus heiterem Himmel umarmte er unverhofft die Begleitung meiner Mutter. Dabei tätschelte Edan schon fast seinen Rücken. »Habe ich was verpasst?«, fragte ich nun die Frau neben mir, stellte mich näher an sie heran und beobachtete Edan und Steven, wie sie sich begrüßten. Meine Mutter hingegen erwiderte leicht verwirrt: »Keine Ahnung. Ich wahrscheinlich auch.«
Nach kurzem Zögern lief ich dann doch zu den beiden. Wir mussten ja nicht in einer dunklen Ecker verweilen, aber irgendwie fühlte ich mich dabei ziemlich ignoriert. »Ich wusste gar nicht das du hier bist!«, sprach Edan fröhlich, lachte und umarmte Steven erneut. Ich zog dabei meine Stirn kraus und dachte einen Augenblick im falschen Film zu sein. »Ihr kennt euch?«, wollte meine Mutter nebenbei wissen und zupfte an dem Hemd ihres Chefs, aber er und Edan wirkten so ineinander vertieft, dass sie uns überhaupt nicht mehr bemerkten. Ich war mir zwar sicher, irgendwo schon, aber wie es aussah, gab es nun Wichtigeres.
Wenn sie sich allerdings zuvor lange nicht mehr über den Weg liefen, hatten sie sicher Freude daran sich zu sehen und über alte Zeiten zu tratschen. Insgeheim freute ich mich. Es hätte auch anders ausgehen können, doch da sich die beiden nicht unbekannt waren, fühlte ich mich viel sicherer. Auch was meine Mutter anging. Neugier nagte allerdings sofort in meinem Inneren, da mich schon interessierte, woher sich die beiden Vampire kannten. Möglicherweise bekam ich die Kurzfassung zu hören. Andererseits wollte ich sie auch bei ihrem Wiedersehen nicht stören. Aus diesem Grund schnappte ich mir meine Mutter. Wir sollten uns etwas abkapseln. Wir brauchten ja nicht neben den beiden stehen, wenn sie in Erinnerungen schwelgten.
Nebenbei sah ich auf die Uhr. Wir hatten noch eine Stunde bis die Läden schlossen, auch wenn es schon finster draußen war. Das musste ich ausnutzen, bevor Edan sich die Tage wieder einmal anders entschied. Aus diesem Grund setzte ich mich mit meiner Mutter an den Tresen. Ich wusste, dass Edan in der Nähe blieb, doch die kurze Zeit mit seinem Bekannten genoss, und ich knabberten nebenbei Salzstangen. Ich hätte zwar gern ein Glas Wein vertragen, aber ich wusste nicht was meine Mutter davon hielt und ob sie den Willen besaß selbst nein zu sagen. Außerdem war da noch immer die Angst in mir, dass sie erneut in ihr alles Muster verfiel.
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Someday II - be a Vampire
VampirTrilogie: Band 2 Dieser Teil, schließt komplett an Band 1 an. Edan und Larissa haben sich gefunden und doch tauchen kurze Zeit später die Probleme auf. Sie fühlt sich zurückgewiesen und nicht mehr geliebt. Nun, da sie ein Vampir ist, ist es wichtig...