Kapitel 14
"NEIN! NEIN!" Ich schrie und schlug um mich.
"Du bist zu schlecht für Got to Dance. Es tut uns Leid, aber man sieht, dass du nie Unterricht hattest. Geh nach Hause und nimm Tanzstunden. Aber als professionelle Tänzerin wirst du es nie schaffen!" Ich renne von der Bühne, völlig gedemütigt. In meinem Kopf poppt die Stimme von meinem Vater auf: "Was kannst du eigentlich, Lamiya? Ich bin enttäuscht! Du warst noch nie die Kämpferin, die sich durchsetzen konnte! Ich verlasse dich jetzt. bis bald...vielleicht." Ich breche zusammen. "NEIN! NEIN! PAPA!" Ich sah James auf mich zu rennen und er nahm ich in den Arm. "Für mich bist du die Beste." sagte er und küsste mich auf die Wange.'
Meine Zimmertür wurde aufgerissen und meine Mutter rannte erschrocken zu mir und riss mich aus meinem Schlaf.
"Lamiya! Wach auf! Es ist nur ein Traum!" Sie rüttelte an meiner Schulter bis ich die Augen aufschlug und mit Tränen überströmten Gesicht in meinem Bett saß. Ein paar Sekunden lang saß ich einfach nur geschockt da und dann fiel ich meiner Mutter um den Hals.
"Alles wieder gut..." murmelte sie und küsste mich auf die Haare.
"Was ist denn passiert?" fragte sie mich.
"Nicht so wichtig.." murmelte ich, "ich versuche jetzt lieber zu schlafen. Morgen ist so ein wichtiger Tag." "Ok, wenn was ist, komm einfach zu mir oder wir reden morgen."
Sie lächelte mich aufmunternd an und ich zwang mich auch zu lächeln. Dann ging sie wieder und ich versuchte mich zu beruhigen und wieder zu schlafen. Nach einiger Zeit überkam mich der Schlaf und ich schlief bis zum Morgen durch.
+++++++
Ich wurde von dem Geräusch von meinem Wecker geweckt und war sofort hellwach. Mir war übel und ich zitterte obwohl es noch einige Stunden bis zu meinem Auftritt hin waren.
Ich stand erstmal auf und trank einen Kaffee. Meine Mutter schlief noch, da ich mir meinen Wecker extra früh gestellt hatte, um ja nicht zu verschlafen. Typisch ich. Aber so war ich halt.
Ich machte mich schon mal fertig und packte meine Tasche. In der Zeit war meine Mutter aufgestanden und kam einmal kurz in mein Zimmer, um mir einen guten Morgen zu wünschen.
"Hast du schon was gefrühstückt?" fragte sie mich.
"Ja." log ich.
"Lamiya, du kannst mich nicht anlügen. Ich kenn dich jetzt lange genug." lachte sie, aber klang zugleich noch ernst.
"Man Mama, du kannst mich doch nicht zwingen was zu essen. Ich fühle mich jetzt schon, als würde ich mich jeden Moment übergeben!" beschwerte ich mich und meine Stimme brach am Ende.
"Hey...komm mal her." Sie steckte die Arme nach mir aus und sofort fiel ich ihr um den Hals. Ich beginn zu weinen.
"Was ist denn los?" fragte meine Mutter mich besorgt.
"Ich bin so aufgeregt. Ich will keinen Fehler machen und ich will nicht rausfliegen und ich will vor allem keinen enttäuschen..." schluchzte ich.
"Du wirst das schaffen, ich kenne dich! Und enttäuschen tust du auch keinen. Guck doch mal was du bereits geleistet hast! Papa und ich hätten uns das früher nie im Leben getraut. Das ist unglaublich was du da machst...okay?"
Ich lächelte nur und nickte, immer noch meinen Kopf in ihrem Nacken vergraben.
"Aber essen musst du jetzt was!"
"Mama..." winselte ich.
"Hör auf dich zu beschweren!" lachte sie, "ich will doch nur das Beste für dich!"
Grummelnd folgte ich ihr in die Küche, wo sie Pfannkuchen für mich machte.
Ich würgte sie schnell runter und verschwand dann wieder in meinem Zimmer. Ich nahm mir mein Handy, steckte mir die Kopfhörer in die Ohren und legte mich auf mein Bett, um zu entspannen. Langsam verschwand mein Zimmer vor meinen Augen und die Musik übernahm meinen Verstand und versetzte mich in den Schlaf.
Ich weiß nicht, wie lange ich nochmal geschlafen hatte, als meine Mutter mich vorsichtig weckte, weil wir uns auf den Weg machen mussten. Schon wieder fing ich an Panik zu schieben, aber ich beruhigte mich und nahm meine Tasche und folgte dann meiner Mutter zum Auto.
Die Fahrt war ruhig, nur das Radio spielte vor sich hin.
Einige Zeit später kamen wir an und ich sah Lynn am Eingang. Wir gingen zu ihr und ich begrüßte sie mit einer Umarmung.
"Okay, Lamiya. Wir sehen uns dann später. Ich von rechtzeitig wieder da." verabschiedete sich meine Mutter von mir. Sie gab mir noch einen Kuss auf die Wange und ließ uns dann alleine. Sie drehte sich noch einmal um und winkte uns zu. Dann gingen Lynn und ich rein und die Show konnte fast beginnen.
Wie immer war es unglaublich wuselig und unübersichtlich. Überall rannten Leute vom Fernsehen herum und sprachen hektisch in ihre Headsets. Wir wurden von einer Frau in Empfang genommen, die genauso hektisch war und sie schickte uns in eine leere Garderobe.
Lynn und ich zogen uns um. Ich kramte meine weiße Strumpfhose aus meiner überfüllten Tasche und zog sie an. Dann folgte das nachtblaue Trikot, was ich heiß und innig liebte. Dann das Tutu. Es war wunderschön. Es war weiß mit verschiedenfarbigen blauen Verzierungen und Pailletten, damit es im Scheinwerferlicht glitzerte.
Lynn zog sich viel lässiger an, sie tanzte ja aber auch schließlich Video-Clip-Dancing.
Es war einige Zeit so still, dass man eine fallende Stecknadel hätte hören können.
Dann fing ich an zu reden.
"Oh mein Gott, Lynn! Ich bin so nervös!"
"Als ob. Du schaffst das schon, Prima Ballerina!" lachte sie und nahm mich in den Arm.
"Die können aber alle viel besser tanzen als ich!" beschwerte ich mich.
"Gar nicht! Du kannst das selber nicht richtig einschätzen! Du bist der Hammer!" versuchte Lynn mich aufzumuntern.
Ich lachte nur und dann machten wir uns auf den Weg zu den Spiegeln, um uns zu schminken und die Haare zu machen. Ich machte mir einen strengen Dutt und schminkte mich unauffällig, aber so, dass es auf der Bühne gut aussah.
Ich zog mir meine weißen Spitzenschuhe an, in denen ich mich am sichersten fühlte.
Ich hatte Glück und fand direkt einen guten Platz an der Stange und fing an mich warm zumachen. Nach ein paar Minuten , kam Lynn schon zu mir und meinte sie müsse jetzt los, sie wäre gleich dran. Zusammen mit ihren Eltern und ihrer Schwester begleitete ich sie hinter die Bühne. Gespannt warteten wir vor dem großen Bilschirm, auf den der Auftritt von Lynn übertragen wurde. Auf der Bühne wurde noch das kurze Vorstellungsvideo gezeigt, das wir in den vergangenen Tagen drehen mussten.

DU LIEST GERADE
Tanzen ist Träumen mit den Füßen
Teen FictionTanzen war ihr Leben, doch niemand wusste davon. Bis zu dem Tod ihres Vaters hatte sie niemand tanzen gesehen. Doch mit dem Tod und dem ehemaligen Traum ihres Vaters änderte sich ihr komplettes Leben. Doch als sie James traf, drohte ihr Ziel aus den...