Kapitel 25

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Katharinas Sicht:

Als wir schließlich bei meiner Wohnung angekommen waren, sprang Markus schon förmlich aus dem Auto bevor es stand. Dann lief er auf die andere Seite und öffnete mir die Tür. "Darf ich bitten, my Lady?", fragte er uns hielt mir eine Hand entgegen, die ich daraufhin nahm.
Nachdem ich das Auto abgeschlossen hatte, führte mich Markus ins Haus. „Tue deine Sachen einfach erstmal hier hin", sagte ich, als wir drinnen waren. Wir hängten unsere Jacken auf und ich zog Markus hinter mir her ins Wohnzimmer. Dort drückte ich ihn aufs Sofa und ließ mich neben ihn fallen. An ihm gelehnt, schaute ich verträumt aus dem Fenster und genoss seinen Duft, sowie seine Wärme, die durch meinen ganzen Körper ging. „Du glaubst gar nicht, wie lange ich schon auf diesen Tag warte...", seufzte Markus und ich drehte mich zu ihm und lächelte ihn glücklich an. Mir rutschte eine Haarsträhne ins Gesicht und er strich sie wieder hinter mein Ohr und zog sanft meinem Kopf zu seinem, sodass unsere Lippen wieder aufeinander trafen. Der Kuss wurde intensiver und ich stützte mich mit einer Hand auf Markus' Brust ab. Er zog mich noch näher zu sich und wenige Augenblicke später lag ich halb auf ihm drauf.

Nach ein paar Minuten löste ich mich langsam von ihm und lächelte ihn glücklich an. Dann legte ich meinen Kopf auf seine Brust und fuhr mit den Fingern seine Muskeln nach. Während er meine Haare entlangfuhr, lauschte ich seinem Atem und wurde schläfrig durch das Heben und Senken seines Brustkorbs.

Markus' Sicht:

Da lag sie nun seelenruhig in meinen Armen und schlief tief und fest. Sie wirkte so zart und zerbrechlich und ich wollte nicht, dass sie jemals wieder etwas Schreckliches durchmachen musste. Beschützend zog ich sie noch etwas zu mir nach oben und legte einen Arm um Katharina.

Nach einiger Zeit beschloss ich, sie in ihr Bett zu bringen. Dort konnte sie in Ruhe weiterschlafen. Der vergangene Tag hatte sie wohl ziemlich ausgelaugt. Ganz vorsichtig, um sie nicht zu wecken, setzte ich mich auf. Da ich immer noch einen Arm um sie liegen hatte, nahm ich die kurzer Hand wieder auf meine Arme und trug sie, wie schon im Krankenhaus, in ihr Schlafzimmer. Ich deckte sie zu und gab ihr noch einen Kuss auf die Stirn. „Schlaf gut!", flüsterte ich leise und verließ das Zimmer. Ich ging in die Küche und schaute auf die Uhr. Erst kurz nach fünf. Naja, Katharina hatte sich ihren Schlaf verdient, nachdem sie letzte Nacht auf der uralten Matratze in der Hütte geschlafen hatte.

Da ich Hunger bekam, schaute ich, was sie noch zu Hause hatte und fand noch eine halbe Schüssel kalte Spaghetti. Nachdem ich fertig gegessen hatte, schaute ich nochmal, wie es Katharina ging. Sie lag immer noch friedlich im Bett.
Schließlich legte ich mich neben sie und schlang meine Arme um ihren Körper. Ich versuchte einzuschlafen, war aber viel zu wach und hatte im Krankenhaus vor Langeweile mehr als genug geschlafen. Letztendlich nickte ich aber doch ein, weil Katharina so eine beruhigende Wirkung auf mich hatte.

Als ich wieder wach wurde, bemerkte ich, dass Katharina mit meinen Haaren spielte. „Und gut geschlafen?", fragte sie. Ich nickte und streckte mich, ehe ich meinen Arm wieder um Katharina legte. „Bist du schon lange wach? Du hättest mich ruhig wecken können!", beteuerte ich. „Ach was, du hast so friedlich geschlafen, da kann ich dich doch nicht einfach wecken. Und danke, dass du mich nicht alleine gelassen hast. Als ich aufgewacht bin, hatte ich schon Angst, du seist gegangen..." „Ich würde niemals gehen, ohne mich von dir zu verabschieden!", versprach ich ihr daraufhin hoch und heilig und bekam einen Kuss auf die Wange.

„Wie viel Uhr ist es eigentlich?", fragte Katharina nach einiger Zeit. „Das ist doch egal, mich vermisst schon niemand." „Das meinte ich auch gar nicht", lachte Katharina, „ich habe nur Hunger." Da musste ich auch lachen, aber dann viel mir ein, dass ich ja ihre Spaghetti aufgegessen hatte. „Ähm Katharina, da muss ich dir was gestehen", sagte ich schuldbewusst. Sie schaute mich schief an und ich führte meinen Satz fort: „Vorhin habe ich deine Spaghetti aufgegessen..." Katharina brach in schallendes Gelächter aus: „Und das ist dir jetzt so unangenehm? Das du mir mein Essen wegisst? Man Markus, das ist nicht schlimm, ich koche sowieso immer zu viel." Erleichtert erwiderte ich: „Na dann stelle ich mich ab jetzt zur Resteverwertung zur Verfügung." Sie lachte und boxte mir leicht auf die Brust: „Du Spinner!"

Die Bergretter - Lieber Nähe als Distanz?Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt