Die Wahrheit

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Caroline POV

"Kinder ich muss euch etwas erzählen!" sagte mein Vater sicher und gab uns ein Zeichen, dass wir uns hinsetzten sollten. Meine Mutter und meine Tante kamen dazu und ahnten was jetzt geschehen würde. Auch sie haben nie die ganze Wahrheit gehört. Beide setzten sich ebenfalls an den Tisch und sahen meinen Vater gespannt an.

In den Augen meines Vaters war Nervösität zu sehen, an der Art wie er da saß Unsicherheit aber durch sein Lächeln wusste man, er war bereit über die Vergangenheit zu sprechen.

"Mikael Mikaelson war mein aller bester Freund. Wir sind hier zusammen aufgewachsen. Seine Familie war wohlhabend und meine, naja, nicht. Ich war immer einer der besten Schüler auf meiner Schule. Mikael jedoch war das Gegenteil. Er war den ganzen Tag mit Mädchen aus dem Dorf beschäftigt.", er erinnerte sich an die alte Zeit und ein schmunzeln schlich sich auf sein Gesicht. "Ich musste ihn immer daran erinnern wie wichtig die Noten doch sind, um auf die Uni zu kommen. Er jedoch wollte immer seinen Spaß. Was sein Vater schlussendlich nicht mehr akzeptieren konnte. Er war ein wohlhabender studierter Mann, dein Großvater.", damit sah er Klaus an.

"Eines Abends hatte er Mikael verboten aus dem Haus zu gehen, weil er statt zu lernen mit einem Mädchen erwischt wurde. Durch den Streit mit seinem Vater, rannte er jedoch aus dem Haus und zu uns. Er hatte einiges getrunken. Ich ahnte nichts gutes und wie sich heraus stellte war mein Gefühl nicht umsonst. Ich versuchte ihm zu erklären, dass er nach Hause gehen soll und sein Vater recht hatte. Doch er wollte nicht zu hören."

Ich hatte das Gefühl nichts gutes wird am Ende dieser Geschichte passieren. Ich sah Klaus an, doch er wirkte so verwirrt. So als ob diese Vergangenheit von seinem Vater nicht zu dem passt was er kannte. "Wie dem auch sei, ich versuchte ihn nach Hause zu bringen. Auf dem Weg dahin kamen uns ein Junge entgegen.", er schüttelte traurig seinen Kopf. "Der Junge war nicht von unserem Dorf, was wir sofort erkannten. Durch die Wut die Mikael gegenüber seinem Vater aufgestaut hatte, machte er den Jungen zur Schnecke. Als der unbekannte sich das jedoch nicht gefallen ließ, treibte das Mikael noch mehr an sich mit ihm zu streiten. Er schuppste ihn rum und ich versuchte ihn davon abzuhalten. Der unbekannte schlug ihm einmal ins Gesicht. Er hätte das nicht tun sollen. Vielleicht wäre er dann am leben...", er schaute auf seine Hände und fing an zu weinen. Genau wie ich und meine Tante. Meine Mutter saß dort wie eine Statue, erstarrt. Klaus schüttelte seinen Kopf.

"Mein bester Freund haute ihn zurück. Zu hart, sodass der Junge auf den Boden fiel und nicht mehr aufstand." "Das kann nicht sein, mein Vater ist kein Möder!" schrie Klaus und wollte aufstehen doch mein Vater hielt ihn fest. "Er wollte das auch nicht. Es war ein Unfall. Aber er hatte angefangen und as durfte ich keinem sagen. Dein Vater sagte ich solle die Klappe halten und niemandem davon erzählen. Denn sein Sohn könne sich einen Ruf als Mörder nicht leisten." Klaus blieb wo er war und hörte meinem Vater weiter zu. "Und du hast es getan?" fragte meine Mutter entsetzt. "Ja, denn der Vater von Mikael versprach mir ein Stipendium und eine gute Ausbildung. Er sagte außerdem, dass er dafür sorgen wird, dass das niemand herausfinden wird. Er hielt seine Versprechen, keiner bekam das heraus. Nicht einer. Er ließ den Unfall so aussehen als sei der Junge gestürtzt. Bis heute weiß ich nicht wie er das getan hat."

"Außerdem wollte er sein Versprechen für meine Bildung halten, aber ich lehnte das ab. Ich konnte nicht studieren mit dem schlechten Gewissen, dass ich Mikael nicht abhalten konnte den Fehler seines Lebens zu machen. Mit der Gewissheit das die Familie von diesem Jungen nie die Wahrheit erfuhr. Mit dem Schuldgefühl, dass ein junge vor meinen die Möglichkeit verlor, auch zu studieren. Mikael musste dann eines Tages fort. Seine Familie und er zogen in eine andere Stadt und er sollte studieren gehen. Nach diesem Vorfall änderte er sich komplett. Er war kalt und herzlos, vorallem mir gegenüber. Wir verstanden uns selten. Als er weg zog, hatte er sich nicht bei mir verabschiedet. Er ging einfach ohne etwas zu sagen."

Wie konnte er das nur tun? Ich habe gedacht sie waren die besten Freunde. Und er hat sich all die Jahre nie gemeldet. So ein Mensch ist kein wahrer Freund.

"Erst war ich zu tiefst enttäuscht. Aber mit der Zeit hatte ich ihm vergeben. Ich wünschte nur, er hätte sich einmal bei mir gemeldet. Nun ist es dafür auch zu spät. Wenigstens hat er mir diesen Brief hinterlassen."

Meine Mutter hielt seine Hand und deückte sie einmal ganz fest. Sie versuchte meinen Vater zu trösten. Was zu klappen schien, denn mein Vater sah zu ihr auf und ein Lächeln bildete sich auf seinen Lippen.

"Nun ist die Wahrheit raus jetzt wisst ihr was damals passierte.", sagte mein Vater.

Klaus sah auf seine Hände. Mein Vater bemerkte das und legte eine Hand auf seine Schulter. "Hör zu mein Sohn, dein Vater war ein guter Mensch und ein sehr guter Freund."

"Danke." antwortete Klaus. Doch er hörte sich nicht besonders glaubwürdig an. "Hast du eine bleibe mein Junge?" fragte meine Mutter. "Ja Miss, ehm ich meine Elizabeth. Ich fahre am besten jetzt los, ich muss zurück zur Stadt."

Es war schon spät geworden, er müsste eine Stunde fahren. Aber in dem Zustand, so gebrochen und enttäuscht, sah er nicht so aus als wäre das jetzt ne gute Idee. Meine Mutter sprach meine Gedanken aus, denn sie bietete Klaus ein Platz zum Schlafen auf dem Sofa an. Klaus lehnte ab, doch mein Vater kam dazwischen.

"Bleib hier mein Junge, morgen nach dem Frühstück kannst du wenn du möchtest los fahren. Doch heute wäre es besser wenn du hier bleibst! Caroline sorg dafür das Klaus sich wie zuhause fühlt, denn er gehört schließlich zur Familie." sagte mein Vater und Klaus sah ihn geschockt an. Freude und Dankbarkeit sind in seinen Augen zu lesen. "Danke Sir vielen Dank."

"Nenn mich Bill. Gute Nacht euch allen." sagte mein Vater und veschwand mit meiner Mutter im Schlafzimmer. Meine Tante verabschiedete sich auch. Nur noch Klaus und ich waren im Wohnzimmer geblieben.

Aus irgendeinem Grund war ich aufgeregt, dass er hier war. Ich freute mich. So ein komisches Gefühl breitete sich in meinem Magen aus. Aber ich mochte es.

KlarolineWo Geschichten leben. Entdecke jetzt