12. Kapitel

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Luca

3. Januar

Ich nehme ein Bier aus dem Kühlschrank in der Küche und öffne es wieder einmal mit meinen Zähnen. "Luca willst du echt mit 20 Jahren schon kaputte Zähne haben?", meint Nyko nur kopfschüttelnd und packt ein Apfel in seinen Schulsack. "Was interessiert dich das denn bitte?", gebe ich nur von mir und trinke das Bier in einem Zug leer. Die leere Bierflasche stelle ich dann auf die Theke der Küche, jetzt ist die Bierflasche schon jemand anderes sein Problem. Ohne noch ein Wort mit Nyko zu tauschen gehe ich zu unserer Garderobe und zieh mir dort meine schwarzen Nike Schuhe an und meine schwarze Lederjacke, dies muss für heute reichen. Mit dem, und meinem schwarzen Schulsack der halb leer ist, gehe ich dann aus dem Haus direkt zur Garage wo ich auf den roten Ferrari von Sebastian zu steuere. Nicht dass ich jetzt Ferrari fahren will, vor allem nicht so hässliches roter Ding, nein ich will zu meinem schwarzen Motorrad welches neben Sebastians Ferrari steht. Und da ist es wirklich, mein kleiner Engel. Ich schwinge mein eines Bein darüber und schon lasse ich den Motor aufheulen, wie lange ich dies nicht mehr getan habe. Aber ich würde es jetzt lieber für andere Zwecke benutzen, mein Motorrad, zum Beispiel für einen Ausflug irgendwo hin. Aber nein ich muss in die Schule. In die Schule, verdammt wer hat diese Scheiße erfunden?

Erstaunlicherweise haben die Leute von hier das Schulhaus innerhalb weniger Monate wieder zum stehen gebracht und mach sieht von aussen her kaum einen Unterschied zu früher, schade. Als stelle ich mein Motorrad wieder an den Platz, an den ich es früher immer gestellt habe. Dabei spüre ich schon jetzt die Blicke auf meinem Nacken brennen, haben diese Leute keine eigenen Hobbys oder sogar ein eigenes Leben? Wieso müssen sich diese Leute so brennend auf andere ausrichten? Jeder soll doch sein Leben so leben wie er es will ohne beobachtet zu werden was man tut. Während ich von meinem Motorrad hinweg aufs Schulhaus zugehe kommt mir Diego entgegen, einer meiner alten Schulkameraden. "Und wie war es im schönen Miami? Viele hübsche Frauen aufgerissen?", fragt er und wackelt mit seinen Augenbrauen. "Es war nicht besser als sonst", gebe ich nur kalt von mir, wenn er nur wüsste. "Hast du einen schlechten Tag?", meint er nur und sieht mich mit einem verwirrten Blick an. "Halt einfach deine Klappe und dann ist der Tag schon tausend Mal besser", meine ich nur und gehe auf die Raucherecke zu, bei der ich mir sofort eine Zigarette gönne.

In der Cafeteria, die erstaunlich ähnlich wie die alte aussieht, setze ich mich an einen Tisch relativ weit hinten in einer Ecke. Lange bin ich dort dann auch nicht alleine, den meine alten Anhänger gesellen sich zu mir und befragen und bequatschen mich, was ich ziemlich kalt ignoriere. Aber auch lange bleiben wir nicht alleine. Mandy, unsere Schulbitch, kommt auf unseren Tisch zu und steht davor. "Und wie war es in deinem tollen Sozialtraining?", ich kann das wütende Funkeln in ihren Augen sehen. "Wieso fragst du?" "Weil wir hier in Schichte helfen mussten das Schulhaus wieder her zu richten!", schnauzt sie mich an. "Dann hast du wohl die Arschkarte gezogen."

Scheisse Luca wird Vater...Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt