18. Kapitel

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Luca

5. April

Ich steige von meinem Motorrad ab und schaue mir das Gebäude, welches sich vor mir erstreckt, genauer an. Weiße Hauswand und Flachdach, dies ist wohl das Einzige was man wissen muss. In diesem Haus hier wohnt Luna. Ich bin so nahe bei ihr. Ich hänge mir meine Sporttasche um, so dass sie hinten bei meinem Rücken liegt und gehe auf die Haustür zu, bei der ich klinge. Meine Hand zittert während ich auf die Klingel drücke. Hoffentlich ist sie überhaupt zu Hause.

Eine ältere Frau macht mir nach kurzer Wartezeit die Türe auf und mustert mich mit einem argwöhnischen Blick. "Ja?", fragt sie und zieht eine Augenbraue hoch. "Ist Luna zu Hause?", frage ich nach. "Ja wieso?", meint die Frau und sieht mich fragend an. "Ich muss mit ihr sprechen", bringe ich knapp hervor, der Blick der älteren Frau durchbohrt mich und ich bin nervös. Nervös nur, weil ich Luna bald sehe. Weil ich meine grosse Liebe bald sehe.

Luna

Die Türe zu meinem Zimmer wird ohne zu klopfen aufgerissen und meine Mutter betritt das Zimmer. Verwirrt lege ich den Kopf schief, sonst klopft sie eigentlich immer an. "Ein junger Mann voller Tattoos will mit dir sprechen, er wartet unten vor der Haustüre auf dich", meint meine Mutter wenig begeistert. Mein Herz setzt einen Schlag aus. Da unten kann niemand anderes als Luca stehen. "Du verarscht mich oder?", bringe ich knapp hervor. Luca kann nicht hier sein. Wieso sollte er auftauchen nachdem er mir nicht einmal geschrieben hat. Wieso sollte er? "Nein du kannst selber schauen gehen", meint meine Mutter ruhig. Sie setzt gerade an noch etwas zu sagen, doch dies höre ich nicht mehr, ich springe von meinem Bett auf und gehe die Treppe nach unten und am Ende der Treppe erblicke ich ihn. Er steht im Türrahmen und sieht die Landschaft an. Er ist da. Ich spüre eine Träne die über meine Wange kullert, eine Träne voller Glück. Ohne noch eine Sekunde zu warten renne ich einfach auf ihn zu und springe ihm um den Hals. Kurz erschreckt er sich bevor er meine Umarmung erwidert und mich an sich zieht. Ich spüre ein Kuss auf meinem Scheitel. Dies ist doch nur ein Traum? Zu schön um wahr zu sein? Ich schaue zu ihm hoch, in seine braungrünen Augen die besorgt auf mich runter sehen. Meine Hände umfassen sein Gesicht, ich kann nicht glauben, dass er hier ist. Ich kann es nicht glauben. Meine Hände wandern wieder an seinen Nacken. Mein Kopf lehne ich an sein T-Shirt, welches er unter seine Lederjacke anhat. "Ich habe dich verpasst Luca. Ich wollte noch zu dir kommen bevor du weggingst doch ich habe dich verpasst", bringe ich stockend heraus und weine sein T-Shirt voll. "Ruhig Luna, dies ist Vergangenheit. Du musst jetzt Leben in der Gegenwart und die Vergangenheit vergessen wir", kommt es ruhig von ihm. Seit wann kann er so sanft und beruhigend reden? "Und was ist mit dir passiert Luna?", höre ich dann schon seine besorgte Stimme. Er hat es auch bemerkt. Muss ich so scheiße aussehen? "Albträume plagen mich im Schlaf und ich weiß nicht einmal warum", meine nuschle ich gegen seine Brust. Ich will ihn nie mehr loslassen. "Klingt nicht so toll", meint Luca und streicht mir über den Rücken. "Und wie geht es unserem Baby?", fragt Luca weiter. Unserem, wie schön dies aus seinem Mund klingt. "Es ist kerngesund", meine ich und schaue jetzt wieder zu ihm hoch. Luca nickt glücklich und nimmt mein Gesicht in seine Hände. Dann legt er seine Lippen auf meine. So einen Kuss hatte ich noch nie. Und er geht auch viel zu schnell wieder vorbei, viel zu schnell löst er wieder seine Lippen von meinen. Ich will ihn einfach nie mehr los lassen. Nie mehr.

Scheisse Luca wird Vater...Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt