Severus hatte sich über die letzten Tage immer mehr daran gewöhnt auf Antonia aufzupassen. Ihre neugierigen Fragen die meistens aus 'Warum' und 'Wieso' bestanden konnte er fast nicht mehr ignorieren und beantwortete jede einzelne.
Hermine lag noch immer im Krankenflügel, da Poppy wie immer überbesortt war. Minerva betrat den Saal und setzte sich zu der jungen Frau ans Bett.
"Wie geht es dir?", fragte sie Hermine mit einem Lächeln.
"Gut, ich will hier raus", seifzte sie und deutete durch den Raum.
Minerva lachte. "Das kann ich verstehen."
"Sag mal, könntest du mir vielleicht einen Gefallen tun?", fragte Hermine dann etwas ernsthafter.
"Natürlich." Minerva nickte.
* * *
Severus kam gerade aus der Küche und rief nach Antonia, die auch gleich aus ihrem Zimmer geflitzt kam.
"Komm, wir gehen raus", sagte er und nahm ihre lila farbene Jacke vom Haken. Er hatte Hermine ebenfalls bersprechen müssen mindestens jeden zweiten Tag mit ihr eine Stunde an der frischen Luft zu verbringen. Doch er ging gerne mit ihr aus dem Schloss und belächelte es immer aufs neue, wenn sie einen Schmetterling jagte oder einfach nur in die Ferne blickte und sich in Anblick verlor.
Sie schlüpfte in ihre Schuhe, die er zuband und half ihr in ihre Jacke. Nachdem er beide ihrer Ärmchen durch die Ärmel bekommen hatte kniete er sich vor sie und machte sich an dem Reißverschluss zu schaffen.
"Können wir zu Haggid?", fragte Antonia aufgeregt zappelnd.
"Wenn du möchtest, aber du musst zuerst still halten", mahnte er sie und schloss den Reißverschluss schließlich.
"Er vermisst uns bestimmt", sagte sie und sah Severus an, während auch er seinen schwarzen Mantel anzog und sie an die Hand nahm.
Sie gingen aus Hermines Privaträumen hinaus und schließlich nach draußen. Die Luft war frisch aber angenehm und ein sanfter Winde rauschte durch die Bäume des verbotenen Waldes.
Sie gingen zusammen hinunter zu Hagrids Hütte und sahen den Halbriesen schon von weitem. Er machte sich gerade an dem Holzstapel hinter dem kleinen Häuschen zu schaffen und hörte ihr aufgedrehtes Lachen. Verwundert hob er den Kopf und lächelte dem Mädchen und ihrem Begleiter liebevoll entgegen.
An der Hütte angekommen ließ sie sich sogleich von Hagrid auf den Arm nehmen und kicherte, da sein langer Bart ihr Gesicht kitzelte.
"Tag'chen Professor", sagte der Wildhüter, als Snape vor ihm zum Stehen kam, beide Hände in den Manteltaschen.
"Hagrid", sagte er nur knapp, woran sich dieser aber nicht störte.
"Wie geht es unserer Hermine?", fragte Hagrid besorgt und musterte Antonia.
"Deutlich besser. Ein wenig Erholung hat ihr sicher gut getan", erwiderte Severus kurz aber freundlich, da er wusste wie nahe Hermine dem Wildhüter stand.
"Freut mich. Wirklich. Tolles Mädchen, die Hermine", sagte der Halbriese nickend. "Hermine sah fast genauso aus wie du, als sie noch klein war", sagte er dann zu Antonia die grinste.
"Aber da war sie elf und ich bin erst vier!", protestierte Antonia und zeigte mit ihren Fingern die vier an.
"Ja, aber sie hatte genau so eine Nase und die kleinen Sommersprossen wie du", sagte er und Antonia zuckte mit ihrer Stupsnase.
Das Gespräch setzte sich noch eine Weile fort bis Antonia von Hagrid runter gelassen wurde und sie ihm zum Abschied zuwinkte. Hagrid sah Severus und dem Mädchen nach. Er hielt ihre kleine Hand um aufzupassen, dass die nicht fiel. Hagrid konnte sich ein beinahe erstauntes Lächeln nicht verkneifen.
* * *
"Severus?", fragte Antonia, während sie etwas auf das Blatt Pergament vor sich malte.
Sie waren von ihrem Spaziergang zurückgekehrt und saßen in der Küche.
"Ja?", fragte er und sah von seinem Buch auf.
"Woher kennst du Mummy?", fragte sie neugierig guckend. Normalerweise hätte er bei jedem anderen abgeblockt. Aber ihre runden unschuldigen Kinderaugen machten es ihm schwer.
"Deine Mutter und ich...wir haben...naja sie war meine Schülerin", stammelte er. Unweigerlich dachte er an die eine Nacht vor fünf Jahren. Dieses Kind würde hoffentlich niemals etwas davon erfahren.
"Hier auf Hogarts?", nuschelte sie fasziniert und sah aus wie ihre Mutter, wenn diese in einem Buch etwas unglaubliches entdeckt hatte.
"Ja, ich war ihr Lehrer für Zaubertränke."
"War Mummy gut da drin?", fragte Antonia grinsend und legte ihre Wachsmalstifte bei Seite.
"Dein Mum war so ziemlich in allen Fächern gut. Sie hat sich für alles interessiert, alles was man lernen konnte wollte sie lernen", erklärte er ihr und nahm sich ein Glas aus dem Schrank, während er sprach.
"Mummy ist so schlau", stellte die Kleine bewundernd fest.
"Deine Mum ist doch heute noch schlau", sagte er und füllte das Glas mit Wasser.
"Ja, aber meine Fragen beantwortet sie nie", sagte das Mädchen und zuckte mit den Schultern.
"Welche Fragen?"
"Über Daddy", sagte sie nur und begann weiter zu malen.
Severus stockte beim Ansetzen des Glases an seine Lippen. Er stellte es wieder hin. "Antonia, wo ist dein Vater?"
"Weiß nicht. Mummy will es mir nicht sagen", antwortete sie ihm ein kleines bisschen Enttäuscht. "Immer wenn ich was über ihn frage, sagt sie nur, dass er ganz weit weg ist."
"Das heißt...du weißt nicht wer dein Vater ist?", fragte er und musterte sie schon fast besorgt.
Das Mädchen schüttelte den Kopf. "Nein." Sie grabschte über den Tisch nach dem Glas um einen Schluck zu trinken.
Severus versuchte den Stich von Eifersucht den er fühlte zu ignorieren. Wie dumm musste dieser Mann sein, wenn er vielleicht nichts mit seiner Tochter zu tun haben wollte. Dieses Mädchen war so zauberhaft und er wusste wahrscheinlich nicht einmal wie viel Glück er hatte.
Severus beobachtete Antonia, während sie weiter malte und lächelte bei dem Anblick, als es plötzlich an der Tür klopfte.
Er sah nach wer es war und fand sich überraschenderweise Minerva gegenüber.
"Was machst du denn hier?", fragte er verwundert.
"Hermine wollte dich sprechen. Ich komme gerade von ihr." Er sah zur Küchentür. "Geh ruhig ich passe so lange auf."
Er nickte und ging an ihr vorbei zum Krankenflügel. Minerva sah ihm hinterher und schüttelte den Kopf. 'Wenn du wüsstest."
* * *
Severus kam in den Krankenflügel, nachdem Hermine ihn so eilig gerufen hatte.
Er sah wie sie auf dem Bett lag und in einem dicken Buch las. Sie sah wundervoll aus.
"Du wolltest mich sprechen?", fragte er dann und riss sie aus ihren Gedanken. Sie legte das Buch lächelnd zur Seite und er setzte sich zu ihr ans Bett.
"Ja, ich wollte mich nochmal bei dir bedanken", sagte sie strahlend. "Poppy hat gesagt, ich kann morgen hier wieder raus und mich dann wieder um Antonia kümmern."
Severus sah sie etwas zerknirscht an. "Deswegen keine Sorge, ab morgen hast du wieder Zeit für deine Pflichten."
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The Rose
FanfictionEine verhängnisvolle Nacht hinter Hogwarts Toren, sorgt für eine vollständige Veränderung in Severus Snapes Leben. Wie wird er damit umgehen, dass es jemanden gibt, der ihn braucht und beschützt werden muss? Jemand, von dem er sich nicht abwenden ka...
