13 | Die Wahrheit

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Hermine saß für einen Moment wie versteinert da. Sie konnte kaum glauben was hier passierte. Sie spürte seine weichen Lippen auf ihren und Schmetterlinge schlugen in ihrem Bauch Saltos. Doch schon bald löste sie sich aus ihrer Starre und beendete den Kuss die Augen geöffnet. Doch schon wenige Augenblicke später schlang sie ihre Arme um seinen Nacken und küsste ihn erneut. Sie zog ihn näher an sich heran und öffnete ihren Mund, um seiner Zunge Einlass zu gewähren. Ihr war kaum klar gewesen wie sehr sie seine Küsse und seinen Geruch vermisst hatte. Das einzige was sie in diesem Moment dachte war 'Endlich'. Endlich konnte sie ihn wieder küssen.
Sie seufzte in den Kuss hinein und schon bald mussten sie ihn aus Luftmangel unterbrechen.

"Ich habe dich so vermisst", keuchte sie und küsste ihn wieder. "Glaub mir bitte, ich wäre niemals gegangen."

Severus nahm den Kopf zurück, sah sie an und strich ihr leicht über die Wange. Er hatte immer geglaubt, dass sie damals gegangen war, da sie die Nacht für einen Fehler gehalten hatte.
Doch was wenn sie nun mit ihm spielte. War er bereit dieses Risiko erneut einzugehen? Er entachied sich innerhalb von fünf Sekunden, als Hermine mit einer Hand nun seine Brust entlang fuhr und zog sie zu einem weiteren atemberaubenden Kuss an sich heran.
Es dauerte nicht lange bis sie auf seinem Schoß Platz genommen hatte und seine Hände auf ihren Hüften lagen, und zeitweise noch etwas tiefer.

Sie schmiegte sich an ihn und sah in seine schwarz wirkenden Augen. "Du bist ein großartiger Mann, Severus Snape", murmelte Hermine und strich ihm eine seiner schwarzen seidenen Haarsträhnen aus dem Gesicht.

"Es hat sich vieles geändert, Hermine", entgegnete er dann jedoch leise. Gott, wie er sein Gewissen in diesem Moment hasste. "Du bist Mutter geworden."

"Severus, ich weiß es ist etwas viel verlangt, aber Antonia liebt dich. Du bist für sie der Vater, den sie niemals hatte."

"Aber ich bin nicht ihr Vater", sagte er vehement und küsste ihre Handknöchel, als er bemerkte wie harsch seine Worte geklungen haben mussten. "Antonia braucht dich im Moment."

"Dich braucht sie genauso", sagte Hermine verzweifelt.

Severus löste sich von ihr und küsste sie noch ein mal bevor er sich erhob und zur Tür ging.
"Gute Nacht, Hermine", sagte er und verließ ihre Räume.

Hermine saß auf dem Sofa und starrte die Tür an und bevor sich ein blendender Schmerz in ihr breit machen konnte, löschte sie das Feuer und betrat ihr Schlafzimmer.

* * *

Severus hatte in dieser Nacht kaum geschlafen. Wie sollte er auch? Er hatte die meiste Zeit an die Decke über seinem Bett gestarrt und versucht über etwas anderes nachzudenken als Hermine weiche Lippen, ihren unverwechselbaren Lavendelduft und ihren warmen kurvigen Körper.

Erst am Morgen schaffte er es einige Arbeiten zu erledigen ohne über sie nachzudenken, bis es an seiner Tür klopfte. Es war Hermine, die ihn mit nachdenklichen Augen ansah.

"Störe ich gerade?", fragte sie und wrang ihre Hände ineinander.

"Nein", sagte er und legte seine Feder zur Seite. "Ist etwas passiert?"

"Ich wollte nur fragen ob du vielleicht heute auf Antonia aufpassen könntest während ich nochmal im Krankenhaus bin."

Er nickte. "Ja natürlich."

Sie lächelte ihn an und wusste nicht ob sie gehen sollte oder nicht. Aber was sollte sie noch sagen? Ich liebe dich? Es war ein Fehler?

"Können wir über gestern Abend reden?", fragte sie dann zaghaft und sah ihn seufzen.

"Was sollen wir besprechen, Hermine? Wenn du meine Handlungen gestern Abend nicht gut fandest, werde ich in Zukunft Abstand davon nehmen. Damit hättest du wahrscheinlich auch recht, schließlich braucht Antonia dich jetzt mehr als irgendjemanden."

"Und ich sagte dir gestern schon, dass sie dich genauso braucht wie mich", murmelte Hermine. "Genau wie ich."

Er sah sie mit einer undefinierbaren Miene an. "Warum brauchst du mich?"

"Weil ich dir vertraue", sagte sie.

Er seufzte leise und sagte dann: "Komm her." Sofort ging sie auf ihn zu und nahm auf seinem Schoß Platz. "Ich weiß, du hast Angst."
Er spürte wie Hermine ihr Gesicht in seiner Schulter vergrub.
"Aber du musst jetzt besonders stark sein. Antonia spürt sonst deine Angst, du weißt ja wie schlau sie ist."

"Mein Gott, ich habe solche Angst", murmelte Hermine völlig niedergeschlagen. Der Knoten in ihrer Brust wurde immer enger und enger, sie konnte kaum noch atmen.
"Severus, was wenn sie das nicht übersteht? Was wenn sie daran stirbt, sie ist doch noch so klein!"

Augenblicklich drehte Severus ihren Kopf zu ihn und hielt ihre Hände fest in seinen. "Shhht! Das darfst du nicht mal denken."

Sie wollte schon ansetzen etwas zu sagen, doch er unterbrach sie bevor auch nur ein Ton über ihre Lippen kam.

"Nein, jetzt rede ich. Sie wird es schaffen. Sie wird gesund. Sie wird hier nach Hogwarts gehen und eine genauso quängelige Gryffindor-Schülerin werden wie ihre Mutter. Und ich hoffe, das noch zu erleben, weil ich es nie geschafft habe dir Nachsitzen zu geben. Das muss ich doch noch nachholen, oder nicht?"

Hermine kamen bei dieser kleinen Rede die Tränen. Und schluchzend fiel sie ihm wieder um den Hals.

"Ist ja gut. Aber sie ist eine Löwin, genau wie du. Und deswegen schafft sie es."

Das einzige was er spürte war ihre Kopfbewegung. Er wusste nicht ob es ein Nicken oder Kopfschütteln war. Er brauchte es nicht zu spüren, denn er wusste was es war.

* * *

Antonia schlief in ihrem Zimmer um sich auszuruhen. Ihr kleiner Körper war schwach und zunehmend brüchiger geworden. Hermine war bald vom St. Mungos zurückgekehrt und arbeitete nun an ihrem Unterricht. Severus hatte am Korgen seine Jacke in ihren Räumen liegen lassen und wollte sie holen. Er wollte sich gerade an sich nehmen, da fiel ihm eine Mappe auf dem Couchtisch auf. Severus öffnete sie und überflog die Zeilen und stutzte. Antonias Testergebnisse?
Er musterte den Befund und traute seinen Augen kaum.
Ohne über die Konsequenzen seines Halndelns nachzudenken, stürmte er in Hermines Büro und knallte ihr die Mappe auf den Tisch.

"Was ist das??", fragte er mit flackernden Augen.

"Wovon sprichst du?", erwiderte sie erschrocken.

"Antonia hat Morphus Gaiga? Warum hast du mir nichts davon gesagt?", fragte er eindringlich.

"Ich wusste nicht, dass du es so genau wissen wolltest. Kennst du die Krankheit?"

"Ich kenne sie besser als mir lieb ist. Hermine, meine Schwester ist mit sechs daran gestorben", antwortete er ihr trocken und Hermine stand erschüttert auf.

"Mein Gott...Severus, das wusste ich nicht", murmelte sie. "Warum hast du mir das nicht erzählt?"

"Darum geht es hier nicht. Hast du die Krankheit auch? Spielst du mir nur vor gesund zu sein, um mich nicht zu verletzen?", fragte er kalt.

"Was? Nein!", rief sie. "Ich bin nicht krank."

Severus trat einen Schritt von ihr zurück. "Dann erklär mir das bitte."

"Die Ärzte glauben, dass sie es es von ihrem Vater geerbt hat", sagte Hermine und starrte ihn mit toten Augen an.

"Und wer ist Antonias Vater?", fragte Severus mit tauben Gliedern und ebenso tauber Stimme, als würde er die Antwort schon ewig kennen aber nicht gesehen haben.

"Du, Severus", murmelte sie als Antwort. "Du bist Antonias Vater."

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Ich weiß bisschen kurz, der Höhepunkt. Aber der spannende Teil kommt erst noch. Viel Spaß ;) und danke für eure süßen Kommentare, ihr seid die Besten! <3

The RoseGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt