Valentienstags-Wahnsinn II- Flash mich nochmal

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Da auch Kagami-chan irgendwann mal wieder etwas tun musste was nicht mit ihren Verpflichtungen im Schul-Club zu tun hatten, hatte sie sich spontan bei Sonoko im Laden gemeldet und versuchte so den Kopf frei zu bekommen. Doch so leicht wie erhofft, ließen sich die Gedanken nicht so einfach vertreiben. Und nun? Saß sie hier und schüttelte, entgeistert auf den Fragebogen blickend, den Kopf. Wie lächerlich war das denn?
Da nicht viel los war im Laden, saß sie an der Seite und dachte sie könne Kaious gewagte Umfrage zum Valentinstag abarbeiten, doch das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Einige Fragen waren wirklich von sehr privater Natur, sie konnte sich kaum vorstellen das die anderen Schüler ehrlich oder überhaupt darauf antworten würden. Wobei andere wiederrum doch interessant waren.
"Welche ist seine/ ihre Lieblingsfarbe?"
"Wann hat er/sie Geburtstag?"
"Welche Interessen teilt ihr?"
"Hat er/sie ein Lieblingstier?"
Das waren Fragen über die hatte sich der Rotschopf nie Gedanken gemacht.
Interessen?
Wenn sie so weiter lass wurde ihr mit brachialer Gewalt bewusst, dass sie absolut gar nichts über Aomine wusste. Von 50 Fragen konnte sie nicht einmal die Hälfte beantworten.
»Das scheint dich ja wirklich zu interessieren?«, hörte sie die Stimme ihrer Chefin neben sich sagen.
Erschrocken drehte Kagami-chan den Stapel Papier um und sprang auf.
»Das ist so ein blödes Schulprojekt von einer Freundin.«
»Darf ich sehen?«
Peinlich berührt verzog Kagami-chan das Gesicht.
»Bitte nicht.«
Da lachte Sonoko los und grinste den Rotschopf belustigt an.
»So peinlich?«
»Schlimmer«, gestand die Schülerin.
»Na komm, zeig es mal so einem alten Profi wie mir«, scherzte Sonoko und sah sich den Umfragebogen an. Schon nach kurzer Zeit musste sie losprusten und kicherte verhalten in sich hinein. Bis sie Kagami-chan feixend anblickte.
»Also ich bin mir sicher das einige dieser Fragen meinen Mann interessieren würden und vor allem die Antworten darauf.«
Darauf konnte die Fotografin einfach nichts erwidern. Konnte man "Peinlich" eigentlich noch weiter steigern?
Peinlich.
Peinlicher.
Tot-peinlich?
»Ich werde es ganz bestimmt nicht ausfüllen. Verletzt das nicht irgendwie die Privatsphäre, oder so? Ist sowas nicht verboten?«
»Nicht solange es anonym ist und wirklich nur einer Statistik dient«, hörten sie da die tiefe Stimme von Sonokos Mann, der mit einer Flasche Wasser plötzlich hinter seiner Frau stand.
Kagami-chans kleines inneres Ich bekam fast augenblicklich einen Herzanfall. Wo kam er denn so plötzlich her?!
»Sieh dir das mal an. Da hat sich jemand ziemlich viel Mühe gegeben«, sagte Sonoko und hielt ihrem Mann den Bogen hin.
»Daiki hat den Gleichen oben liegen«, sagte der Beamte und konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. »Und nein, auch er hat nichts eingetragen.«
»Wir hatten damals nicht solche interessanten Schulprojekte. Vielleicht solltest du davon mal eine Kopie machen«, sagte Sonoko an ihren Mann gewandt und gab ihn einen leichten Klapps gegen den Arm.
»Sind wir nicht aus dem Alter raus, wo wir Punkte verteilen?«, fragte Chiaki scheinheilig.
»Du hast doch nur Angst das ich dir eine neun oder acht gebe.«
Kagami-chan sah dem Schauspiel eine Weile schweigend zu bis Chiaki sich an die Schülerin wandte und schief grinsend die Schultern zuckte.
»Mit dem Alter ist man nicht mehr so gelenkig und ausdauernd, da gehen schon mal Punkte verloren.«


Aomine selbst ging es nicht wirklich anders. Dieser Fragebogen für Kaious Statistik, ihren Artikel, wie sie es nannte, zeigte ihm offen das er nicht das Geringste von dem Rotschopf wusste. Zugegeben, die Frage nach dem Lieblingstier konnte er leicht beantworten, sie hatte schließlich ihren Bartagam Pepito. Also immerhin eine Frage sicher. Die anderen waren nach kurzer Überlegung eigentlich auch zu beantworten. Man musste einfach nur von den alltäglichen Situationen das ein oder andere abwandeln. Wenn man sich erst einmal rein gelesen hatte, war der Fragebogen gar nicht mehr so schwer. Leider wusste er mehr von dem was sie nicht mochte, als von ihren "Vorlieben". Das konnte auch nicht schaden, aber so ein oder zwei Dinge gegen die der Rotschopf keine Abneigung hegte mussten doch wohl auch ihm einfallen. Sie war kein Freund von Blumen, oder Kitschigen Dingen. Besonders Gefühlsbeton war sie auch nicht, was die Sache eingrenzte. Umso mehr er in diesem Fragebogen lass, umso mehr geriet er ins Grübeln. Zu seinem Glück war dieses ganze Theater anonym. Sonst würde er vermutlich echt in Schwierigkeiten geraten. Schwer seufzte er auf und ließ den Basketball auf seinem Zeigefinger kreisen. Er konnte noch immer am besten beim Basketball nachdenken, aber das half ihm in dieser Situation auch nicht wirklich weiter, was ihn wahnsinnig frustrierte. Verdammte Kaiou.


Laut piepte das Handy und signalisierte ihr das jemand anrief. Aufgescheucht buddelte sie nach dem Krachmacher unter ihren Unterlagen. Einige hatten den Fragebogen schon abgegeben und so konnte sie schon einmal anfangen die Statistiken auszuwerten und zu zuordnen. Doch leider war in diesem Blätterchaos ihr Handy verschwunden und so dauerte es eine gefühlte Ewigkeit bis Kaiou Suki ihr Handy fand. Zu ihrem Glück, war der Anrufer hartnäckig und legte nicht so schnell auf.
»Ja? Hallo? Wer ist da?«, plapperte sie gestresst in den Hörer und schob die Blätter auf ihrem Schreibtisch wieder zusammen.
»Ähm, ... hi. Ich bin es«, hörte sie eine bekannte Stimme am anderen Ende zögerlich sagen. »Kagami.«
Ein überraschtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen und sie lauschte gespannt in den Hörer. Dass sie den Tag noch erleben durfte an dem er sich von sich aus meldete. Das war ja wie ein Sechser im Lotto.
»Ich hoffe ich störe nicht bei irgendwas Wichtigem.«
»Was? Nein, absolut nicht«, sprudelte es aus der Journalistin heraus. Er musste schon taub sein, wenn er ihre Freude nicht aus ihrer Stimme heraushörte.
»Es geht um Freitag«, begann er zaghaft und sie sah es förmlich vor ihrem geistigen Auge, wie er von einem Fuß auf den anderen trat, sich verlegen den Nacken rieb und seine Schuhspitzen inspizierte. »Bist du da noch frei? Ich meine, hast du schon was vor, oder ... zufällig Zeit?«
Ungeschickter konnte man sich weiß Gott nicht anstellen, aber diese unbeholfene Art fand sie an dem Power Forward irgendwie süß. Das ein so großer kräftiger und angsteinflößender und eigentlich temperamentvoller Kerl, so unbeholfen und ungeschickt im Umgang mit Mädchen war, erstaunte sie immer wieder und ließ sie in sich rein grinsen.
Breit lächelnd stützte sie sich mit den Ellenbogen auf ihrem Schreibtisch ab.
»Nein, ich habe leider keine Zeit«, begann sie gespielt listig und spürte förmlich durch das Handy wie die Enttäuschung in ihm fuhr. »Ein etwas hilflos erscheinender Power Forward hat bereits gefragt ob ich mich mit ihm treffe.«
»Oh, ...«, war die einzig kurze und leise Antwort die er von sich gab. »Das wusste -...«
Schnell unterbrach sie ihn kichernd. Der Spaß war wohl nach hinten losgegangen.
»Ich meine damit dich, du Hohlkopf. Also, was schwebt dir vor?«
Kurz schwieg er in den Hörer hinein, schien abzuwägen ob er sie das ernsthaft fragen, oder ihr den Vorschlag unterbreiten sollte. Sie hörte ein kurzes schweres Seufzen.
»Ich würde dich gern zum Essen einladen, allerdings nicht irgendwo hin. Ich ... naja, ich bin ein ganz passabler Koch und dachte ... ich könnte dir irgendeine Kleinigkeit zubereiten.«
Er hatte seinen Vorschlag noch nicht ganz beendet, da entwich ihr komplett die Gesichtsfarbe und sie spürte wie die Hitze in ihren Kopf stieg und ihre Ohren ganz warm wurden.
Das war ein verdammter sechser im Lotto PLUS Superzahl!
»Wie bitte?«, entfuhr es ihr überraschter als beabsichtigt.
»Wenn nicht, dann nicht. Ich dachte nur ..., das war halt nur so eine Idee. Mal etwas anderes als die ganzen ... anderen, zusammen unternehmen.«
»Ja!«, rief sie vor Freude in den Hörer und war von ihrem Schreitischstuhl aufgesprungen. »Das ist eine tolle Idee!«, versuchte sie etwas gefasster ihre Freude zu verbergen.
Sie musste aufpassen das nicht vollständig ihre Freude mit ihr durchging. Das war ihr erstes richtiges Date mit Kagami-kun. Das andere in dem Tee-Haus zählte nicht für sie.
»Ok, ... du kannst mir ja im Laufe der Woche eine Nachricht schicken, mit deinem Lieblingsgericht.«
Noch immer breit grinsend umklammerte sie fest das Handy und nickte.
»Mach ich.«
»Bis dann.«
»Bis dann Kagami-kun und ... Dankeschön.«
Sie hörte sein leises verlegenes Lachen.
»Nicht dafür. Bis Freitag.«


Wieder war ein Tag verstrichen an dem die Fotografin nicht wirklich weiter kam. Langsam wurde es lästig. Wie sollte sie denn diese ganzen Informationen, Tipps und Tricks verarbeiten und umsetzten? In so kurzer Zeit!? Auf der einen Seite saß ihr Kaiou mit ihrem blöden Fragebogen im Nacken und den Fotos die sie für die Sonderausgabe der Schülerzeitung brauchte. Auf der anderen Seite Wakamatsu, der ihr gefühlt Stundenlang einbläute was die Jungen von einem Mädchen am Valentinstag erwarteten. Aber ohne dabei die Küche ihrer Tante in Brand zu setzten, hatte sie leider nicht allzu viele Möglichkeiten. Wie ihr der total beschränkte und vermaledeite Fragebogen von Kaiou offenbarte, wusste sie nicht die einfachsten Dinge über Aomine und das ärgerte sie. Wie sollte sie alle Möglichkeiten abschöpfen und durchgehen, ohne zu wissen worin seine Interessen bestanden? Außer dem offensichtlichem, ... Basketball.
Seine Eltern wollte sie nicht fragen. Da konnte sie sich ja gleich dem Ass stellen und gestehen, dass sie nicht nur unaufmerksam, sondern auch noch offensichtlich desinteressierter war, als es den Anschein hatte. Und nun, hockte sie hinter einer Ecke und befolgte Wakamatus Spitzen-Idee. Darauf hätte sie eigentlich auch selbst kommen können.
Behalte die Konkurrenz im Auge und siehe zu und lerne, wie und was sie macht, das waren Wakamatus Worte. Mit anderen Worten: "die Kunst des Krieges". Oder aber: "Wie lauere ich meinem Freund am effektivsten auf? Der Weg zum Erfolg in sieben kleinen Schritten".
Verstohlen sah sie um die Ecke und beobachtete mit Argusaugen die Situation. Sie kam sich zwar ziemlich schäbig vor, wie sie in feinster CIA-Manier dem Power Forward nachstellte, aber verzweifelte Situationen erforderten verzweifelte Maßnahmen, zumal der Valentinstag so gut wie vor der Tür stand. Fest krallten sich ihre Hände in die Flurwand. Der Blauhaarige öffnete wie immer seinen Spint und just in dem Augenblick fielen unzählige kleine Päckchen aus diesem und landeten direkt vor seinen Füßen. Nicht sonderlich überrascht hob sich eine seiner Brauen und er bückte sich sichtlich widerwillig nach den kleinen bunten Päckchen, die von übereifrigen und voreiligen Verehrerinnen in den Spint gesteckt wurden, die diese zwei Tage nicht mehr warten konnten. Genervt stöhnte der Hüne auf und betrachtet die kleinen Geschenke ehe er sie lieblos zurück in den Spint verfrachtete.
Ihr inneres Ich schwang direkt die Siegesfahne und tänzelte wild umher. Es zeigte keinerlei Interesse für die Schokolade der Anderen. Das steigerte ihre Chancen erheblich. Und obwohl sie schon zusammen waren, raste ihr Herz bei den Gedanken daran ihm irgendwie eine kleine Freude zu machen. Sie hatte nur Bedenken das er es nicht doch etwas zu kitschig fand. Schließlich wusste sie nicht genau wie er dazu stand. Sie waren beide nicht sonderlich romantisch oder liebenswürdig veranlagt und wer die Fotografin und den Power Forward nicht kannte, konnte schon mal dem Irrglauben erliegen, dass sie sich mehr hassen und verachten würden statt zu lieben. Zugegeben, das mit der Romantik hatten beide nicht wirklich verinnerlicht. Ein Punkt an dem man durchaus arbeiten konnte. Immerhin hatte sie einen weiteren Punkt auf ihrer Liste den sie abhaken konnte. Er war nicht sonderlich angetan von Schokolade, er hasste Kitsch, war absolut kein Freund von Romantik und es gab sonst nicht viel auf dieser Welt das sein Interesse weckte. Eigentlich eine ganz eindeutige Angelegenheit.
Grübelnd stand sie an der Wand und kniff vor lauter Anstrengung vom Überlegen die Augen zusammen und runzelte die Stirn. Wieso war es so überaus schwer sich darüber Gedanken zu machen?
»Stellst du mir nach?«
Die raue Stimme riss sie brutal aus ihren Gedanken. Erschrocken und ertappt sah sie zu den Hünen hinauf, der sie genervt aber auch etwas belustigt ansah.
»Ich?!«, entfuhr es ihr und ungläubig zeigte sie auf dich selbst.
Gespielt überlegend sah der Power Forward sich im Schulflur um und zuckte schließlich mit den Schultern, ehe er sie wieder ansah.
»Also in Anbetracht dessen das hier niemand weiter ist, ... ja du!«
»Puh, ... also ...«
»Ich kann die Frage auch umformulieren, falls sie dir zu schwer war.«
Eingeschnappt sah sie ihn an.
»Ich habe die Frage verstanden. Ich habe nur keine ... Antwort darauf mit der du dich abfinden würdest.«
»Das sind glatte null Punkte, Hexe«, sagte Aomine eine Braue hebend und ging weiter.
»Moment mal, da du gerade zufällig hier bist«, sagte sie und ging ihm nach. »Erwartest du irgendwas?«
Von der Frage so überrascht blieb er abrupt stehen und wandte sich zu ihr um.
Das waren ja ganz neue Töne!
Kagami-chan konnte ihm gerade noch ausweichen, sonst wäre sie gegen ihn gelaufen.
»Wie bitte?«, fragte er überrascht und das in einem so ungewohnt hohen Tonfall, dass selbst sie Skepsis übermannte ihm das wirklich gefragt zu haben.
»War die Fragestellung zu schwer, soll ich sie umformulieren?«, fragte sie konternd.
Misstrauisch musterte er sie und wartete auf die Aufklärung der Situation.
»Ich merke schon, vielleicht sollte ich es vortanzen.«
»Spaß bei Seite. Wieso fragst du mich das?«, wollte er wissen.
»Musst du echt auf jede Frage eine Gegenfrage stellen?«
»Da ich den Kontext nicht ganz nachvollziehen kann, ja muss ich.«
Der Blauhaarige hatte den Satz noch nicht ganz beendet da schoss ihr die Röte in die Wangen und sie räusperte sich kurz.
»Nun, ... also ... «, überlegend unterbrach sie sich. »Brauchst du wirklich einen Kontext?«
»Geht es um den Müll den ich im Spint habe?«
»Eventuell.«
»Dann erwarte ich absolut gar nichts.«
»Ok, das war deutlich«, sagte der Rotschopf enttäuscht und ging an ihm vorbei. Das war also wirklich keine Option, was ihr die Küche ihrer Tante danken würde.
»Hexe, falsche Richtung.«
Genervt blieb sie stehen, während er in die andere Richtung zeigte.
»Wir haben jetzt japanische Geschichte«, korrigiere er.
Seufzend wechselte sie die Richtung und ging auf ihn zu.
»Unfassbar, du scherrst dich einen Scheiß um die Schule, aber in japanischer Geschichte bist du so gut, das es schon an Streberwissen grenzt. Klugscheißer.«
»Neidisch?«, fragte er schief grinsend.
»Überrascht.«
»Dai-chan! Ha-chan!«, hörten sie da eine Stimme aufgeregt hinter ihnen herrufen.
»Satsuki«, sagten beide sich anblickend und wandten sich der Rosahaarigen entgegen, die aufgeregt mit einem Stoß Blätter wedelte und völlig aus der Puste vor ihnen zum Stehen kam.
»Ich brauche eure Hilfe«, sagte Momoi ohne Umschweife.
»Beide? Kannst du nicht einfach ... nur ihn fragen?«, fragte Kagami-chan vorsichtig und deutete auf den Hünen.
»Beide!«, knurrte sie und drückte den beiden jeweils ein paar Blätter in die Hand. »Meint ihr ich kann das so lassen?«
Fragend ließ Kagami-chan den Blick über die Blätter wandern und wurde auf der Stelle rot im Gesicht.
»Momo, meinst du nicht das ...«, begann die Fotografin, doch Aomine unterbrach sie.
»Ich hoffe für dich das Tetsu das nicht gelesen hat. Stalker.«
»Wieso weißt du so viel über ihn?«, entfuhr es dem Rotschopf ungläubig.
»Na weil er meine große Liebe ist. Ganz einfach. Aber ich bin mir nicht sicher bei den letzten Fragen. Es ...«
»Stopp!«, entfuhr es Kagami-chan und sie drückte ihr den Fragebogen wieder in die Hand. »Das sind Dinge die gehen mich gar nichts an«, mit einer Bewegung hatte sie auch Aomine die Papiere entrissen und sie Momoi wieder in die Hand gedrückt. »Und dich auch nicht.«
»Spielverderberin«, brummte der Hüne.
»Wie weit seid ihr eigentlich?«, wollte die Rosahaarige nun wissen und beäugte die beiden kritisch.
»Tja, ... also. Ehrlich gesagt«, begann die Fotografin vorsichtig doch Momoi hob abwehrend eine Hand.
»Du hast nicht mal angefangen, oder?«
»Doch«, empörte sich Kagami-chan. »Ich hatte nur bisher keine Zeit für die ... Details.«
»Und du Dai-chan?«
Doch er zuckte nur mit den Schultern.
»Ich habe ein ähnliches Problem. Mir fehlt die Zeit für Details.«
Wissend grinste die Managerin vor sich hin, als sie die Reaktionen ihrer beiden Freunde sah und nickte verstehend.
»So als Tipp, ... für eure Details. Werft doch mal einen Blick in den Spiegel, Sturköpfe«, kicherte Momoi und ging mit ihrem Fragebogen direkten Weges zum Clubraum der Schülerzeitung, damit sie ihn noch vor Unterrichtsbeging abgeben konnte.
Fragend blickte Kagami-chan der Rosahaarigen nach.
»Was genau meinte sie damit?«
Doch Aomine wusste ganz genau worauf seine Kindheitsfreundin hinauswollte und anspielte.
Ernst sah er zu der Fotografin, spielte aber den Ahnungslosen.
»Keine Ahnung. Sie hat manchmal so sonderbare Anwandlungen. Und jetzt auf, ich habe keine Lust eine Standpauke vom Lehrer zu bekommen.«


Nach der Schule unternahm Kagami-chan einen letzten Anlauf um den Alptraum "Umfrage" ein Ende zu setzten.
Hobbys? Interessen? Zukunftspläne des jeweils anderen?
Er war wie sie eher beiläufig bemerkte gut in japanischer Geschichte, aber ob das so als "Interesse" durchging? Egal. Zack, hingeschrieben.
Zwischendurch stöhnte sie frustriert auf und lass sich die Frage bei der sie hing immer und immer wieder durch, bis sie einfach irgendetwas gewagtes eintrug, von dem sie nicht mehr als "Vermutungen" hatte. Doch bei den letzten Fragen stockte ihr kurz das Herz.
"Wo seht ihr euch in zehn Jahren?"
Sie wusste nicht mal was es zum Abendbrot gab, wie sollte sie da so weit voraus denken, oder gar planen? Sie war doch keine Hellseherin. Doch so sehr sie auch versuchte diese Frage ins Lächerliche zu ziehen, sie wusste genau worauf die Frage anspielte und zum aktuellen Zeitpunkt, hatte sie absolut keine Meinung dazu.
Zehn Jahre waren eine lange Zeit und sie und das Ass hatten sich erst vor einem knappen Jahr kennengelernt. Davon abgesehen, hatten die Fragen die dieser voran gegangen waren bewiesen das sie ihn wohl nicht so gut kannte wie sie dachte.
Betrübt legte sie den Fragebogen zur Seite. Sie konnte unmöglich an dieser Umfrage teilnehmen. Und wenn sie Kaiou die Umstände erklärte, würde diese es vielleicht sogar verstehen. Oder aber sie würde verständnislos den Kopf schütteln und ihr einen langen ausgiebigen Vortrag über "Beziehungen" und deren Pflege halten. Zu ihrer Schande tendierte sie dazu ihr die zweite Variante eher zu zutrauen. Schwer seufzend legte sie sich in ihrem Bett zurück und starrte an die Decke.
»Zehn Jahre ...«, säuselte sie vor sich hin. Das war ein beachtlicher Zeitraum. Sie wusste ja noch nicht einmal ob sie nach der Oberschule auf die Uni gehen, oder doch lieber direkt den Einstieg ins Berufsleben wagen sollte.
Als könnte ihr Bartagam Pepito eine Antwort darauf haben, starrte sie ihn an, wie er regungslos auf einem Ast saß und einfach nur Löcher in die Luft glotzte. Wieso konnte sie nicht einfach auch so ein einfaches Leben führen, wo die schwierigste Frage darin bestand, auf welchen Ast mach ich es mir heut bequem? Oder esse ich lieber die Maus oder die Heuschrecke?
Plötzlich fuhr sie in eine aufrechte Position hoch und starte weiter das Reptil an.
»Ich weiß was ich zum Valentinstag tun kann«, flüsterte sie aufgeregt und sprang von ihrem Bett auf.
Der Geistesblitz traf die so unvorbereitet, dass sie unschlüssig in ihrem Zimmer auf und ab lief, ohne direkt ein Ziel zu haben. Auch ihr inneres Ich hatte plötzlich einen ganz roten Kopf und rannte aufgescheucht in ihren Gedanken umher. Hektisch und panisch warf es schließlich die Hände in die Luft und begann plötzlich im Kreis zu rennen.
Unschlüssig lief der Rotschopf weiter vor dem Bartagamgehege auf und ab und plapperte wildes Zeug vor sich her.
»Verstehst du was ich meine Pepito? Klar, es ist vielleicht nicht der Hit und er wird vermutlich auch nicht sonderlich angetan sein ... im ersten Moment. Aber es ist doch besser als nicht? Oder? Außerdem was habe ich zu verlieren? Ich stelle ihn seit Tagen nach und weiß nicht das Geringste über ihn. Außer dieser einen Sache. Kreativ ist es zugegeben nicht. Aber er ist einfach nicht die Art Mensch für "typische, konservative Dinge", daher wird es schon schief gehen, ... wenn es scheiße ist wird er es mir schon mitteilen. Da habe ich nicht den geringsten Zweifel.«
Mit einem kurzen Ruck blieb sie stehen und klopfte sich mit der Faust auf die Innenseite ihrer anderen Hand. Gelangweilt und desinteressiert starrte Pepito zurück und züngelte kurz vor sich her.
»Ich muss es einfach probieren. Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss halt der Prophet zum Berg gehen.«

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