Hallo Freunde der Plot-twist und des schlechten Geschmacks,
Ich hab vor ein paar Wochen wirklich eher zufällig ein Bild im Internet gesehen bei dem ich dachte: "Wer malt denn Aomine so verkehrt das es schon wieder Interesse erzeugt und aussieht wie eben jener?"
Die Antwort: Tadatoshi Fujimaki höchst selbst. Also das der Mann Stereotypen hat, kann er ab jetzt offiziell nicht mehr leugnen xD. Aber ich find's klasse.
Ja, durch Zufall habe ich raus bekommen das er einen neuen Manga am Start hat.
"Robot x Laserbeam" und Hölle war ich aus dem Häuschen als ich ein Aomine-Dubel mit Manieren lesen dufte xD. Das war irgendwie total verstörend.
Da es aber leider absolut nicht meine Thematik ist um die es da geht ("Golf"), ich aber den Charakter Miura Youzan echt feier und er mein Herz mit nur einem Kapitel in Beschlag genommen hat (*hust*Manieren*Hust*), dachte ich so bei mir, mach ein (oder auch zwei, oder drei) kleine "Crossover-Kapitelchen", wo er quasi einen Gastauftrit hat. Gesagt getan. Steilvorlagen liefert dieser Charakter ohnehin genug xD und er passt hervorragend zur Storyline um alles etwas aufzumischen und schön kompliziert zu machen.
(Das "Übeltäterbild" ist leider nicht zu verlinken, dabei hätte ich euch gern die Inspirationsquelle für die nächsten Kapitel gezeigt.)
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Die Zeit raste nur so dahin und schneller als man sich versah, verging Stunde um Stunde, Woche um Woche, in denen jeder für sich dahin lebte. Lernte, sich mit Freunden traf, oder aber seinen Pflichten in den Clubs nachging. So auch die Rosahaarige Managerin Momoi Sasuki, die eigentlich andere Pläne hatte, als sich mit alltäglichen Kleinkram auseinander setzten zu müssen. Doch manchmal verliefen die Pläne im Sande, weil diese alltäglichen kleineren Hürden die Zeit unnötig in Anspruch nahmen. Genervt seufzte Momoi auf als die den Clubraum für die Schülerzeitung betrat und stellte ihre Tasche auf einen der Stühle ab.
Ohne ihre beiden Freundinnen Kaiou und Kagami-chan zu beachten, die bereits an einen der Tische saßen und sich über aktuelles ausgetauscht hatten, Rücksicht zu nehmen, ließ sie sich auf einen anderen freien Stuhl plumpsen.
»Nummer fünf diesen Monat«, grummelte die Hinzugekommene und legte lieblos einen Brief auf den Tisch ab.
Fragend sahen ihre beiden Freundinnen die Managerin an und übergingen die Tatsache, dass sie unterbrochen wurden.
»Was für ein Brief?«, wollte Kaiou wissen und beäugte interessiert das Stück Papier welches auf dem Tisch lag und schob dafür sogar ihren eigenen Block zur Seite.
»Sammelst wohl heimlich Mahnungen?«, fragte Kagami-chan spottend und steckte die Schutzkappe wieder auf ihr Kameraobjektiv, um es ebenfalls vor sich auf den Tisch abzulegen.
»Nein, ihr Scherzkekse«, brummt die Rosahaarige. »Der fünfte Liebesbrief.«
Ungläubig und auch etwas perplex sahen die beiden anderen Mädchen Momoi an, nicht sicher ob diese gerade einen Scherz machte, oder es ernst meinte.
»Ja was denn? Schaut nicht so.«
»Ernsthaft? Wirst du so belagert?«, fragte der Rotschopf mitleidig.
Plötzlich griff auch Kaiou in ihre Tasche und legte ein paar geöffnete Briefe zu den von Momoi. Vor lauter Verwunderung klappte Kagami-chan der Mund auf und sie starrte ihre Freundinnen ungläubig an.
»Ihr verarscht mich doch«, entfuhr es ihr.
»Ich weiß auch nicht. Die sind plötzlich alle so mutig«, verteidigte sich die Journalistin mit roten Ohren.
»Bekommst du etwa keine?«, fragte Momoi ernst und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück.
»Die Frage kannst du nicht ernst gemeint haben.«
»Jetzt tu mal nicht so als wärst du die Unschuld vom Land. Ab und an wirst ja wohl auch du ein Zettel bekommen«, sagte Kaiou ernst und bedachte die Fotografin mit einem skeptischen Blick während sie ihr Handy und ein paar Notizbücher auf dem Tisch legte, damit sie ihre Arbeit wieder aufnehmen konnte.
»Ähm ... Nein. Ich bin froh, wenn ich mal ein freundliches Wort von Aomine höre. Das war es aber dann auch schon.«
»Das ist das Traurigste das ich je gehört habe«, kommentierte Momoi kopfschüttelnd. »Da ist offensichtlich mal ein klärendes Gespräch zwischen euch fällig.«
Doch der Rotschopf zuckte nur etwas niedergeschlagen mit den Schultern. Es war ein einziges hin und her mit dem Power Forward. Und das störte sie ja auch zunehmend. Und selbst Kagami-chan wurde langsam aber sicher klar, dass ein offenes und ehrliches Gespräch unausweichlich wurde. Aber solange sie es herauszögern konnte, würde sie dies auch tun. Sie hatte nämlich nicht vor, schlafende Hunde zu wecken.
»Wie dem auch sei«, riss Kaiou den Rotschopf aus ihren eigenen Gedanken. »Habt ihr schon gehört das wir ein paar Austauschschüler bekommen sollen, für vier Wochen. Ist so eine Art Club-Tausch. So sollen sich die Schulen besser kennen lernen um "gesunde" Rivalitäten" zu pflegen und eventuell neue zu bilden«, sagte Kaiou plötzlich und ließ die Briefe wieder in ihrer Tasche verschwinden.
»Clubtausch?«, fragte Kagami-chan irritiert.
»Ich habe auch davon gehört. Aber der Basketball-Club ist nicht betroffen«, sagte Momoi sogleich. »Es geht hauptsächlich um die Volleyballer und den Golf-Club.«
»Nenn Golf bitte nicht Sport«, sagte die Rothaarige das Ganze offensichtlich ins Lächerliche ziehend. »Das ist ja noch langweiliger als Schach oder Federball«
Plötzlich zierte ein schelmisches grinsen Kaious Gesicht und sie schob dem Rotschopf eine Zeitung rüber.
»Schau dir die Typen mal an. Und dann hätte ich gern noch eine Bewertung von dir«, sagte die Blauhaarige und deutete auf ein paar der Fotos. »Die hier kommen nämlich.«
Mit kritischer Mine und skeptisch die Fotos der Jungen betrachtend, Schoß eine ihrer Brauen in die Höhe.
»Da werden die anderen Mädchen sich wieder die Augen auskratzen. Herrlich«, stöhnte Momoi genervt.
»Meine liebe Momo. Das wird ein Blutbad«, lachte Kaiou plötzlich heiter los und das Glitzern in ihren Augen war deutlich zu sehen. Das gleiche Glitzern welches sie hatte, wenn sie eine Topstory witterte.
»Die Schule die unteranderen mit uns tauscht ist die Seiō-High.«
Gelangweilt kaute Kagami-chan auf ihrem Kugelschreiber herum und blätterte lieblos und desinteressiert in der Zeitschrift.
»Oh. Das wird ein Hexenkessel. Und ein gefundenes Fressen für konkurrierenden Schulen«, sagte Momoi ernst.
Nichtverstehend sah Kagami-chan von der Zeitung auf und ihre beiden Freundinnen an.
»Mal ernsthaft. Habe ich irgendwas verpasst?«
»Bildungslücke«, brummt Kaiou genervt und nahm die Zeitschrift wieder an sich.
»In den Golf-Club der Seiō-High führt zurzeit Miura Yōzan, "der Samurai", die Liste an. Teilweise sogar schon landesweit«, fügte nun auch Momoi Informationen hinzu.
»Mädels, ihr macht mich schwach. Ich habe keine Ahnung von irgendwelchen Ranglisten anderer Schulen und noch weniger Ahnung habe ich von Golf. Davon abgesehen, wenn sein Spitzname "der Samurai" ist, ist er im falschen Club. Wäre da nicht Kendo die treffendere Wahl gewesen?«
»Hat er ziemlich lange gemacht. Sein Vater hat ein Dojo. Und seine Schwünge sollen den eines Katana Hiebs nicht ganz unähnlich sein. Daher der Spitzname«, klärte Momoi die Fotografin weiter auf, die jedoch unbeeindruckt weiter auf ihrem Stift herum kaute.
»Vergiss nicht sein tadelloses Verhalten und seine Manieren«, fügte Kaiou noch in Schwärmerei ausbrechend hinzu und wedelte sich mit einer flachen Hand frische Luft zu.
»Ihr klingt wie verrückte Groupies. Kommt mal wieder runter. Es geht um Golf«, stöhnte Kagami-chan und legte endlich den Stift bei Seite.
»Da du so unfassbar motiviert und vor allem interessiert bist, wird es dich freuen zu hören das ich ein Interview mit dem Jungs geplant habe und stell dir vor, du darfst sie hautnah fotografieren. Toll oder?«, jedes Wort von Kaiou tropfte nur so vor Ironie um ihre Freundin ein wenig die Lage zu schildern und sie zusätzlich zu ärgern. Doch der Rotschopf gab sich weiter desinteressiert.
»Golf. Jipi ... «, grummelte diese.
Kagami-chan ignorierte die folgenden Tage einfach die Stichellein und die verbalen Seitenhiebe ihrer übereifrigen Freundin. Wenn sie ehrlich war, verdrängte sie die Tatsache sogar einfach, das es in Zukunft von einen Haufen fremder Sportler auf der Schule nur so wimmeln würde und diese Tatsache ihr Unmengen an Freizeit rauben würde. Zeit die sie durchaus anders verplant hatte.
Tief ihren Gedanken nachhängend atmete sie gedehnt und geräuschvoll aus, bis ihr fast augenblicklich die Luft ungewollt aus ihren Lungen entwich. Zwei Finger hatten sie je in ihre linke und ihre rechte Seite gebohrt. Der unangenehme Schmerz der diese heimtückische Aktion bekleidete, tat sein Übriges und so fuhr sie erschrocken zu dem Übeltäter herum, der sie schief von oben herab, zutiefst zufrieden, angrinste.
»Willst du mich umbringen?«, entfuhr es ihr und sie hielt sich schützend die Seiten, als fürchte sie eine weitere Attacke auf ihr Leben.
»Ich habe es zumindest versucht«, gestand Aomine, der noch immer hämisch grinste. »Aber wer mitten im Gang steht und Löscher in die Luft starrt, hat es nicht anders verdient.«
»Scheusal«, murrte sie. Schulterzuckend nahm er ihre halbherzige Beleidigung hin. Er hatte Recht, sie war wirklich mitten im Gang stehen geblieben. Vereinzelte Schüler, mussten sogar schon um sie herum gehen, bis sie zur Seite getreten war und sich dort weiter, so diskret wie es ging, mit Aomine auseinander setzte.
»Und? Was für eine Weisheit kam aus dem schwarzen Loch gesprungen?«, fragte der Blauhaarige die Fotografin, die langsam ihre Arme wieder sinken ließ. Nun war es jedoch an ihr mit den Schultern zu zucken.
»Keine Ahnung, ich wurde unterbrochen.«
»Es ist auch allgemeinhin bekannt, das es sicherer ist, eine Dämonenbeschwörung zu unterbrechen, wenn man auf eine trifft. Gerade wenn sie in der Schule stattfindet.«
»Angst das ich dich opfern könnte?«, fragte Kagami-chan schelmisch grinsend.
»Man opfert einem Dämon nicht den Teufel«, konterte der Hüne.
»Auch wieder wahr«, seufzte sie und akzeptierte ihre Niederlage.
Dabei bemerkte sie wie einige Schüler ungewöhnlich gehetzt an den beiden vorüber gingen, ohne sie zu beachten. Sie war zwar froh darum, aber es war so ungewöhnlich das es ihr auffiel. Sonst waren die Schüler nicht so mit sich selbst beschäftigt und in Eile.
»Hast du heute noch was vor?«, riss er sie schließlich so unvermittelt aus ihren Gedanken, das sie einen Moment brauchte, ehe sie die Frage verstanden hatte.
»Nein, ... moment, doch. Aber das dauert nicht so lange.«
»Gut, da kannst du deine Dämonenbeschwörung ja wieder aufnehmen, Hexe.«
»Ja, im Laden deiner Mutter. Da hast du dann auch was davon. Bin ich nicht großzügig?«
»Du bist nachher im Laden?«, fragte Aomine nun etwas ernster.
»Ja, und du kannst gerne helfen. Deine Mutter und ich müssen ein paar Dinge umräumen, und ein paar starke Arme mehr wären nicht verkehrt«, entgegnete der Rotschopf.
»Natürlich helfe ich meiner Mutter wenn sie Hilfe braucht. Du hast nur Glück das du zufällig ihre kleine Gehilfin bist«, stichelte das Basketball-Ass schief grinsend und beugte sich etwas zu der Fotografin herunter.
»Ich Glückspilz«, grinste sie und gab ihn einen flüchtigen Kuss auf die Wange. »Und beim nächsten Mal, sag es einfach wenn du Zeit mit mir verbringen willst.«
»Sprach die Dämonenbeschwörerin«, entgegnete er leicht lächelnd und machte sich langsam auf den Weg zum Training.
»Wenn du der Teufel bist, macht mich das dann nicht eigentlich zur Satanistin?«
»Wohl eher zur rechten Hand. Wir sehen uns nachher«, grinste er hämisch und war dann auch schon die Treppe hinunter verschwunden.
Nachdenklich sah sie noch eine Weile zu der Treppe, die er hinunter gegangen war und schüttelte den Kopf.
Da war es schon wieder. So ein Moment. Indem er einfach sagen könnte, was er wollte, es aber nicht tat. Stattdessen versteckte er es wieder in spöttischen Witzen und Kommentaren.
Manchmal wünschte sie sich, er würde frei weg sagen, was er wollte. Sonst hatte er schließlich auch kein Problem damit. Aber sie hatte das Gefühl, dass es ihm mit voran schreiten und vertiefen ihrer Beziehung immer schwerer fiel. Wobei sie keine Ausnahme bildete. Ihr erging es ja genauso. Sie wollte nichts kompliziert machen, aber sie spürte das etwas Wichtiges ... unausgesprochen in der Luft hing. Und selbst ihr kleines Ich schien zu spüren, dass irgendetwas sich anbahnte. Verunsichert wälzte es alte Tagebucheinträge und versank buchstäblich in einem Haufen Akten, in dem es fieberhaft nach dem Grund des seltsamen Gefühls suchte, welches aufkeimte. Doch es fand nichts.
Vermutlich bildete sie es sich auch einfach ein.
Genau, das würde es sein. Sie sollte lieber froh darüber sein, das es so lief, wie es eben lief.
Sich selbst bestätigend zunickend steckte sie ihre Hand in die kleine Rocktasche und ... griff ins Leere.
Augenblicklich breitete sich Panik in ihr aus.
Wo war der Clubraum- Schlüssel den Kaiou ihr gegeben hatte? Den hatte sie doch eingesteckt.
Suchend kramte sie nun in ihrer Umhängetasche. Wo war nur der Schlüssel geblieben? Sie war sich sicher, dass sie ihn irgendwo verstaut hatte. Weiter kramte sie, nun suchte sie in ihrer kleinen Kameratasche nach dem kleinen Schlüssel und nahm dabei eines der Objektive heraus, die nicht an der Kamera selbst befestigt waren. Das gab es doch alles nicht. Dieser blöde Schlüssel. Plötzlich rempelte sie jemand so kräftig von hinten an das ihr das Objekt aus der Hand fiel und ein paar Meter über dem Flurboden rollte ehe es zum Stillstand kam.
»Danke Blödmann«, rief sie den Typ noch hinterher der sie umgerannt hatte, doch dieses hatte auch noch die Frechheit ihr die Schuld zu geben.
»Dann steh halt nicht blöd in der Gegend rum!«
Ach wie sie ihre Schule liebte. Diese Freundlichkeit und der Anstand waren kaum in Worte zu fassen. Hoffentlich war Dreistigkeit nicht ansteckend.
Etwas sauer lief sie zur Wand und bückte sich nach dem Objektiv bis ein fieser Schmerz durch ihren Kopf zog, sie erschrocken zurückzuckte und sich die schmerzende stelle an der Stirn rieb.
Sie war mit jemandem zusammengestoßen der sich zeitgleich nach dem Objektiv gebückt hatte. Im Augenwinkel sah sie die große Statur, das dunkle Haar und die dunkle Haut.
»Aomine, kannst du nicht aufpassen? Du solltest doch beim Training sein«, knurrte sie ungehalten, doch als sie keine Antwort erhielt sah sie sich die Person genauer an. Auch diese rieb sich die leicht schmerzende stelle an der Stirn und hob das Objektiv auf.
Nur war es nicht das Basketball-Ass.
Erschrocken und peinlich berührt, zuckte sie ein wenig weiter zurück.
»Das tut mir leid. Ich dachte du wärst jemand anderes«, sagte sie beschämt.
»Das ist mir heute schon ein paar Mal passiert«, entgegnete der Schüler ebenfalls entschuldigend lächelnd.
Das wunderte Kagami-chan absolut gar nicht. Hätte sie es nicht besser gewusst, hätte sie bei flüchtiger Betrachtung fast darauf gewettet das Aomine da vor ihr stand. Eingehend sah sie sich die Uniform an. Es war definitiv nicht die der Tōō-High. Der Junge schien in ihrem Alter zu sein. War ein wenig größer als sie, aber nicht so groß wie Aomine. Hatte schwarze Haare, durchdringende blaue Augen und war deutlich gebräunter als die anderen Schüler. Das war auch der Grund weshalb sie ihn mit dem Power Forward verwechselte.
»Ich nehme an das gehört dir«, sagte er und reichte ihr das Objektiv.
Dankend nahm sie es entgegen ehe sie den Blick auf den Flur hinter ihm richtete. Er war absolut leer und verlassen. Skeptisch dreinblickend verstaute sie das Objektiv wieder in ihrer Tasche.
»So leer habe ich die Schule noch nie erlebt. Nicht um die Uhrzeit«, sagte der Rotschopf mehr zu sich selbst. Und da fiel ihr wieder das gehetzte Verhalten der Schüler ein.
»Wie bitte?«, fragte er und wandte den Blick in die gleiche Richtung.
»Ähm ... Nichts. Kann ich dir irgendwie helfen? Du bist ja offensichtlich kein Schüler an unserer Schule.«
Überrascht sah er sie an.
Dieser durchdringende Blick. Diese blauen Augen. Wie bei Aomine. Das war ja kaum auszuhalten. Befand sich hier irgendwo ein Nest?
Unweigerlich stieg ihr eine leichte Röte ins Gesicht und ihr Herzschlag beschleunigte sich merklich.
»Um ehrlich zu sein habe ich mich etwas abgesetzt und versteckt«, gestand er etwas verlegen dreinblickend.
»Versteckt? Warum?«, fragte sie etwas dümmlich.
»Ich bin Trubel durchaus gewohnt, aber das war dann doch etwas viel«, erklärte er kurz und deutete aus dem Fenster.
Mit der Äußerung hatte er sie neugierig gemacht und sie wagte einen Blick aus dem Fenster.
Da waren also die ganzen Schüler!
Eine riesige Schülertraube hatte sich auf dem Hof gebildet. Sie sah unter anderem die Kapitäne der verschiedenen Sport-Clubs der Schule und ein paar aufgeregt kreischende Mädchen. So ein Trubel gab es nicht oft auf der Tōō-High. Da musste schon die Elite auffahren um solch eine Reaktion bei den Schülern zu erzeugen. Gerade weil die Tōō-High selbst eine Eliteschule in Punkt Sport war.
»Was für ein Hexenkessel. Unfassbar«, grummelte der Rotschopf und wandte sich kopfschüttelnd an den fremden Jungen. »Das erklärt aber leider nicht was du hier zu suchen hast.«
Er wollte gerade zu einer Erklärung ansetzen als Kagami-chans Handy sich lautstark meldete. Genervt seufzte sie auf und sah auf dem Display.
Kaiou Suki.
Das hätte sie sich bei dem Drama auf dem Schulhof denken können.
»Entschuldige. Das ist wichtig. Irgendwie«, sagte die Fotografin und nahm das Gespräch entgegen.
Verständnisvoll hob er lächelnd eine Hand und lehnte sich derweil an der Wand an.
»Ha-Chan! Bist du gerade hier?!«, kam es in dringenden Ton aus dem Hörer.
»Definiere "hier".«
»Auf dem Schulhof. Die Schüler der Seiō-High sind gerade angekommen.«
Den Hörer noch am Ohr sah sie zu ihrer neuen Bekanntschaft herüber.
»Ach so ... «, entfuhr es ihr ehrlich überrascht.
»Ja, aber so wie es aussieht sind nur die anderen aus dem Golf-Club da. Miura-kun hat noch niemand gesehen. Schade eigentlich. Der hätte dir bestimmt gefallen. Deine Vorlieben erfüllt er in absolut jedem Punkt.«
Noch immer etwas fassungslos nickte sie vor sich hin. Bis sie realisierte das Kaiou sie nicht sehen konnte. Die Erkenntnis traf sie mit unerwarteter Härte und einen kurzen Augenblick konnte sie ihn nur anstarren. Irgendwann kniff sich ihr kleines inneres Ich fest in den Handrücken, als wollte es testen ob es träumte oder wach war. Und so löste sie sich wieder aus ihrer Starre.
»Suki, ich kann gerade nicht.«
»Aber der wäre sowas von dein Typ. Den musst du zumindest mal gesehen haben. Das wird dich total überraschen.«
»Schon geschehen. Wir sehen uns nachher«, wimmelte sie kurz angebunden ihre Freundin ab und beendete das Telefonat. Etwas skeptisch betrachtete sie noch immer den Jungen der vor ihr stand.
»Ich hätte ein oder zwei Verstecke anzubieten«, sagte sie etwas gefasster und mit deutlich mehr Humor in der Stimme.
»Besser nicht. Ich sollte mich zumindest bei meinem Trainer blicken lassen. Aber Danke für das Angebot«, entgegnete er.
»Du bist einer dieser Austauschschüler, oder?«, ihre Frage war eigentlich ein unübersehbarer Fakt und beantwortete sich somit selbst.
»Entschuldige meine Manieren. Miura Yōzan, Seiō-high, dritte Klasse«, stellte er sich höflich vor. »Und ja, ein paar Schüler und ich sind im Rahmen eines Schul-Club-Austausches hier.«
Scheiße! Ich habe es gewusst!, fuhr es ihr durch den Kopf und ihr kleines Ich war augenblicklich von den Socken. Vor ihr stand wirklich dieses Golf-Ass von den alle Welt sprach und den alle so anhimmelten. Also war ihre Vermutung doch nicht ganz so verkehrt.
»Kagami Haruka, zweite Klasse. Es tut mir leid, aber ich habe dich nicht erkannt. Offen gestanden hatte ich nicht mal die geringste Ahnung das euer Schul-Club so beliebt ist.«
»Das ist in Ordnung. Es ist ganz angenehm jemandem zu begegnen der nicht gleich aufgeregt das Handy aus der Tasche zieht um Fotos zu machen.«
»So schlimm?«, fragte die Fotografin baff.
»Gelegentlich.«
»Naja. Dann sollte ich mich mal auf den Weg machen«, sagte der Rotschopf schließlich. Ihr inneres Ich versuchte sie krampfhaft in irgendeine Ecke ihres Unterbewusstseins zu schieben da es wie verrückt kleine Herzchen versprühte die mit einem kleinem "Plopp", "PLOPP, zerplatzten.
Rückzug!
»Ich wollte dich nicht aufhalten«, sagte er noch zu ihr als sie sich verabschiedeten.
»Übrigens«, sagte sie auf halbem Wege und drehte sich ihm nochmal entgegen. »Es tut mir jetzt schon leid. Aber vermutlich bekomme ich bald den Auftrag dich zu belagern. Du hättest das Angebot mit dem Verstecken annehmen sollen.«
Fragend blickte er ihr nach bis sie kurz die Kamera anhob und ihn ein entschuldigendes Lächeln schenkte ehe sie um die Ecke verschwunden war.
Das war mal eine Begegnung der besonderen Art. Normal liefen die Leute ihm nach und nicht vor ihm davon.
Kagami-chan selbst musste sich am Fuße der Treppe erst einmal kurz sammeln. Kaiou das listige Biest wusste genau was auf sie zu kam. Hatte von Anfang an gewusst, dass dieser Golfer in der Schule aufschlagen würde. Aber um fair zu bleiben musste sie sich auch eingestehen, das Kaiou sie versucht hatte vorzubereiten und zu warnen, sie aber absolut kein Interesse gezeigt hatte. Sie hatte nicht mal lieblos die Zeitung durchgeblättert in der die Schüler aufgelistet waren. Also war sie im Grunde selbst daran Schuld das es sie so unvorbereitet getroffen hatte.
Ihre Reaktion beunruhigte sie. Dieser kalte Schauer auf ihrer Haut konnte normalerweise nur eine Person bei ihr erzeugen. Und ausgerechnet mit dieser hatte dieser Typ eine beängstigende Ähnlichkeit.
Tief atmete sie durch und schluckte trocken. Langsam ließ das Zittern in ihren Händen nach und sie erinnerte sich daran was sie eigentlich wollte.
Sie suchte den kleinen vermaledeiten Clubraum-Schlüssel.
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Alter Ego
Fanfiction[Fortsetzung zu "Camera Obscura"] Nachdem sich mehr oder weniger der heimtückische "Alltag" bei Aomine und Haruka eingeschlichen hat, kommt es für die beiden sonst so verbal-schlagfertigen Streitsuchtis richtig dicke. Denn ganz unerwartet scheint si...
