8. Kapitel Schatten in der Dunkelheit
Und ich stand allein in meinem Gang Flur. Bebend, verwirrt und von Gefühlen überwältigt liess ich mich an der Wand hinunter auf den Boden gleiten und versuchte mein Herz zu beruhigen, als das nicht funktionierte versuchte ich es mit meiner Atmung. Als ich mich soweit beruhigt hatte, dass ich nicht unmittelbar an einem Erstickungstod sterben würde griff ich nach rechts und zog meine Tasche zu mir. Als ich mein Handy endlich gefunden hatte sah ich, dass ich einen Rekord hatte. Ganze 23 Nachrichten und 17 Anrufe!! Die Meisten waren von Ben. Als ich auf die Uhr sah, bemerkte ich dass der Abendkurs schon vor einer Stunde geendet hatte. Ich wollte nicht mit ihm telefonieren, ich wollte wenn er mich anschnauzt weil er sich Sorgen gemacht hatte sein Gesicht sehen und ich wollte, dass er mich in den Arm nahm und mir sagte, dass alles gut werden würde. Feige wie ich war schrieb ich ihm eine SMS und fragte ihn ob er bei Louis sei oder kommen möchte. Die Antwort kam prompt. Er war bei Louis. Also rappelte ich mich auf und machte mich auf in die Schlacht.
Der kalte Wind schlug mir entgegen, als ich die Haustür öffnete. Fröstelnd schlang ich meine Jacke enger um meine Schulter und machte mich auf zur nächsten Strassenecke um mir ein Taxi zu rufen. Die Tränen hatten mittlerweile zu fliessen begonnen, doch ich wischte nur ärgerlich mit meinem Arm über meine Augen und stampfte weiter.
Ich hatte keine Ahnung ob ich wieder beobachtet wurde, ich nahm es an, doch es war egal. Ich hatte nichts Verbotenes vor und nach allem konnte mir wirklich keiner verwehren, dass ich so spät noch zu meinen beiden engsten Freunden ging. Als ein Taxi hielt öffnete ich die Tür und blickte mich über die Schulter noch einmal um. Doch die Strassen schienen leer und verlassen.
Die Taxifahrt verging schnell und unbemerkt an mir vorbei. Der Taxifahrer sprach mich nicht an, die Tränen schienen ihn abzuschrecken und so war ich schnell in meiner eigenen Gedankenwelt. Als der Taxifahrer mir den Preis nach hinten rief schreckte ich aus meiner Starre und suchte in meiner Tasche nach meinem Geldbeutel. Ich musste unbedingt einen anderen Weg finden um von A nach B zu kommen, sonst würde mein Geld diesen Monat nicht reichen. Mit zitternden Knien stieg ich aus und hastete die wenigen Schritten bis zur Tür. Drinnen sah ich Louis und Ben sofort. Sie sassen an unserem Stammtisch und stritten lautstark über irgendein Footballereignis.
Claire, eine junge Studentin, die Louis vor kurzem eingestellt hatte begrüsste mich und verdrehte lächelnd die Augen. Sie war etwas grösser als ich, hatte eine Modelfigur und goldene glatte Haare. Auch wenn sie sehr freundlich war und immer lächelte musste ich immer an Rosalie denken wenn ich sie sah und deshalb war ich in ihrer Gegenwart immer etwas eingeschüchtert. Ich bestellte bei ihr eine Cola und setzte mich zu den beiden an den Tisch. Ich wurde lautstark begrüsst und von beiden Seiten geknuddelt. Die beiden hatten anscheinend schon einiges getrunken.
Sobald ich richtig sass und meine Cola erhalten hatte fing die Fragerunde los. Die beiden wollten alles wissen, angefangen bei meinem ominösen Sturz bis zu meinem Rausschmiss von Edward aus meiner Wohnung. Ben war wie erwartet nicht begeistert von meinem Shoppingausflug mit den Cullenfrauen und noch weniger von Edwards Besuch in meinen eigen vier Wänden. Den Treppensturz hatten sie mir ohne Zögern geglaubt doch den Shoppingtrip nahmen sie komplett auseinander und es war schwierig ihnen meine Beziehung zu Alice und Esme zu erklären ohne wirklich etwas preiszugeben.
,,jetzt lasst sie doch in Ruhe. So sind wir Frauen nun mal wir reden eine Zeit nicht mehr miteinander, doch beim shoppen finden wir immer wieder zusammen." Rette mich Claire als sie uns die nächste Runde brachte.
Auch wenn das mit dem Shoppen bei mir nicht stimmte, war ich ihr sehr dankbar für ihre Hilfe und beschloss meine unnötigen schlechten Gedanken ihr gegenüber in Zukunft zu unterdrücken. Sie konnte ja wirklich nichts für ihre Haarfarbe. Ben liess das Thema fallen, was Louis allerdings die Gelegenheit gab das nächste und für ihn wichtigere Thema anzuschneiden. Edwards Besuch in meiner Wohnung. Ich seufzte lautlos und wünschte mir einen Trink. Doch ich wusste, dass Alkohol und Schmerzmittel keine gute Idee waren und liess es bleiben.
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neue Orte, alte Augen
RomanceEdward hat Bella verlassen. Zwei Jahre später zieht Sie nach New York um endlich vergessen zu können. Doch dann holt ihre Vergangenheit sie in ihrem Abendkurs an der Uni wieder ein...
